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Jagt durch London
23.05.2012 21:28
Eveline Baker, eine junge Journalistin, will nichts mehr als Jonathan Fry zu stellen, doch als sie gerade die nötigen Beweise findet, kommt doch alles anders...
Ich schlich durch die dreckigen Gassen von London und verirrte mich immer mehr in dem Labyrinth aus Wegen. Je weiter ich hinein lief, desto dunkler wurde es und umso ängstlicher wurde ich. Ich erschrak vor jedem tanzenden Schatten, vor jeder Ratte die meinen Weg kreuzte, vor jedem kleinsten Geräusch der Nacht. Trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen, umzukehren und so schnell wie möglich Heim zu rennen. Ich würde diese Chance nutzen. Heute könnte es Passieren. Heute könnte ich den Schatten auf frischer Tat ertappen. Den Junge Mann, der so schwer zu packen war wie Nebel, den Man nicht spürte oder sah, aber wusste, dass er Anwesend war, den Gangsterboss, auf den die meisten [..]
Der große kleine Schreck
20.05.2012 15:49
Ein kleines Mädchen, das einen kleineren Bruder hat, liest ein sehr spannendes Buch. Plötzlich sitzt ein kleiner trauriger Drache auf dem Buch, der nach Hause möchte. Nach einigen witzigen Versuchen, dem kleinen Drachen zu helfen, gelingt es ihr dann zufällig beim Trösten.
Es war Samstag Mittag, ich saß vor meinen Bücherschrank und kramte mein altes "Kleiner Drache Zähnchen"-Buch heraus. Als ich es nach einer halben Stunde gefunden hatte, legte ich mich auf mein Bett. Ich fing an zu lesen und es war so spannend: "Leonie öffnete das Überraschungsei und sah einen kleinen Drachen der sagte, 'Janina, das Essen ist fertig!'". "Hä? Janina? Essen ist fertig? Wie jetzt?" Ach so! Ich war so sehr in mein Buch vertieft, dass ich gar nicht merkte, dass dies meine Mutter gerufen hatte. Ich überlegte kurz, ob ich es ignorieren und einfach weiter lesen sollte, aber da fiel mir ein, [..]
Die Maskenträgerin
18.05.2012 20:16
Es geht um die Unterdrückung des eigenen Ichs, um nach Aussen perfekt zu wirken. Dazu die Maske, hinter der man sich und seine Makel versteckt.
Morgendliches Erwachen. Schlurfe in's Badezimmer, sehe in den Spiegel. Blicke der Wahrheit in das Gesicht. Kann meine Makel nicht ertragen, überdecke sie. Der erste Schritt in Richtung Selbstlüge.
Verlasse das Haus, treffe auf den ersten Menschen. Krame meine Maske aus der Tasche, streife sie über. Auf Hochglanz poliert und nahtlose Übergange zeichnen sie aus. Eine andere Indentität nimmt meinen Platz ein, präsentiert ein anderes Bild.
Wie viele Menschen spielen doch jeden Tag das gleiche Spiel. Verköpern ein Wunschbild von sich selbst, unterdrücken ihr wahres Ich. Sei es aus Selbstschutz oder absichtlicher Täuschung. Was wissen wir schon über den Menschen, welcher vor [..]
Die Unschuld vom Lande
18.05.2012 18:27
Sarah, ein Mädchen vom Lande, glaubt sie könne mit den Männern spielen,bis sie ihren Traumprinzen trifft.
Wir könnten diese Geschichte beginnen mit dem typischen: Es war einmal, doch das würde sich dann wie ein Märchen anhören und Märchen möchte ich hier keine erzählen.
Ich möchte erzählen von einem jungen Mädchen, wie wollen wir sie nennen: nennen wir sie Sarah, das ist doch ein netter moderner Name.
Lassen wir diese Sarah in einem netten kleinen Dorf leben, wo jeder jeden kennt, die alte Nachbarin den ganzen Tag mit dem Fernglas im Garten hockt und all die Leutchen ausspioniert, die sie damit erspähen kann. Wo die Tratschweiber noch Tratschweiber sind, wo ein jeder Klatsch die Runde macht, wo nur hinter dem Rücken über einen gesprochen wird, wo man jede Geschichte als Betroffener nur [..]
Ein Geist im Außendienst
18.05.2012 13:37
Die Geschichte handelt von Evelyn, einem Geist im Außendienst.
"Och komm schon... das glaubst du doch selbst nicht!" Die Stimme, die durch den geisterhaften Nebel von Tjardorn zu Evelyn drang, klang genervt und ein wenig nölig. Unsympathisch. Evelyn knurrte gereizt. Nicht schon wieder. Bitte. Konnte man als Geist denn nicht ein einziges Mal in Ruhe ausschlafen? Was nützte einem das "Requiescare in pace" auf seinem Grabstein, wenn doch alle halbe Stunde (oder vielleicht auch alle halbe Jahre, so sicher war Evelyn sich da nicht) eine Gruppe hysterischer Teenager, die bei ihren Pyjamapartys anscheinend unter chronischer Langeweile litten, einen aus seiner wohlverdienten Totenruhe schreckten?! Na gut, Außendienst. Lumpige hundert Jahre. Von denen gerade eben ein Viertel um war. Schande. Evelyn drehte sich auf den Rücken. Das Moos unter [..]
War es nicht einst im Mai...
18.05.2012 12:09
Und wieder haben wir Mai, der Mai ist der Monat der Liebe, der Wonnemonat, wo sich die Herzen finden und so erging es auch mir, einst im Mai...
...als wir uns das erste Mal sahen? Weißt du noch, wie die Blumen blühten, das Gras gut roch, einfach der Duft des Frühlings, des Erwachens, nach einem langen kalten Winter.Wenn der Frühling etwacht, erwacht auch die Liebe. Wer kennt das nicht, dieses Kribbeln im Bauch, wenn die Schmetterlinge fliegen, wenn du nicht mehr schlafen kannst, weil dich seine Augen bis in deine Träume begleiten.
Wir waren so jung, so unbeschwert, wir wussten noch nicht, was würde uns das Leben bringen? Würden wir uns ewig lieben, so wie in diesen Maitagen, würde das Anhalten bis ans Ende unserer Tage?
Würden die Küsse immer so sein, wie die ersten Küsse waren? So innig, so verliebt, so fremd und [..]
Soforthilfe per Radio
17.05.2012 17:22
Sie hatten sich fast verloren, doch manchmal wirkt ein Musikwunsch im Radio Wunder.
Hallo liebes RADIO Team.
Das Ende eines Lebens
16.05.2012 17:22
Es geht um ein Mädchen, deren Bruder Krebs hatte und daran starb. Die Gefühle des Mädchens werden beschrieben.
Da schaute ich es wieder an. Immer wieder. Das letzte Video von meinem Bruder, das ich gemacht hatte. Mein kleiner noch 4 Jahre alter Bruder, der wegen Krebs starb.
Jedes Mal wenn ich das Video anschaue erinnere ich mich daran wie ich ihn zum letzten Mal gesehen hatte.
Meine Eltern wollten mich da raushalten aber sie schafften es nicht. Es war aber trotzdem zu spät. Zu spät für alles... Meine Mutter blieb mit meinem Bruder im Krankenhaus, da er zu klein war. Er war noch vier Jahre alt und konnte nicht einmal richtig Deutsch sprechen. Meine Mutter wusste alles. Sie wusste dass mein Bruder nicht mehr weiterleben konnte und sie hat es für sich behalten. Sie hat uns alle verschwiegen was passiert war. Ich weiß nicht warum sie es [..]
Kartoffelfuß
15.05.2012 20:31
Wer hat denn behauptet, dass das Wasser blau ist? Ist es nicht lediglich der Himmel, der sich darin spiegelt? Betrachten wir die Dinge doch einmal von einer anderen Seite, denn es ist nicht immer alles so, wonach es aussieht.
Mit geschlossenen Augen stand ich im Flur. Meine Jacke hatte ich an die Garderobe gehängt und vernahm in der Stille nur einen tropfenden Wasserhahn.
Noch heute erinnere ich mich an den Duft der weißen Farbe, mit der die Wände frisch gestrichen waren. Als ich damals zum ersten Mal das Haus betrat, dachte ich nicht, dass ich länger hier bleiben würde, als anfangs vorgesehen. Aber wie es das Schicksal wollte, verstarb meine Mutter, die zu dieser Zeit an Leukämie litt. Ich sollte bei meiner Tante bleiben, die das Haus, mit meiner ein Jahr jüngeren Cousine Lysanne, bewohnte.
Damals war ich acht Jahre alt und fand, dass [..]
Ich bin Regenbogen
14.05.2012 21:58
Ein Wesen schlüpft aus einem Regenbogen und ist zufrieden, bis es sich fragt, was es eigentlich ist. Es sucht nach einer Antwort, die nicht beantwortet wird, und findet heraus, dass dieses Wissen nicht wirklich wichtig ist.
Hoch oben im Himmel auf einer Wolke sprang ein seltsames Wesen aus einem Regenbogen. Es hatte noch keinen Namen, also dachte es sich: „Ich nenne mich Regenbogen! Schließlich bin ich aus einem Regenbogen geschlüpft."
Freudig flog es umher. Es machte Purzelbäume in der Luft und hüpfte von Wolke zu Wolke. Manchmal flog es tiefer, um die Erde zu bestaunen. Als es wieder einmal zur Erde flog, wurde es von zwei Kindern gesehen. Die Kinder staunten über das bunte Wesen.
„Schau nur! Was für ein seltsamer Vogel!", rief der kleine Junge.
„Ich weiß nicht. So wie ein Vogel, sieht es nicht [..]
Blumenfee und Schmetterling
10.05.2012 13:40
Nachfolgend eine kleine Geschichte von einer Blumenfee und einem Schmetterling.
Die kleine Fee saß auf ihrer Blume und schaukelte sanft in der warmen Frühlingsprise hin und her. Im selben Moment kam ein bunter Schmetterling herbeigeflogen und landete auf ihrer Nasenspitze. "Ey! Schmetterling, Du kitzelst!" quietschte die Blumenfee lachend. "Upps tut mir leid, dass ich mir ausgerechnet Deine Nasenspitze als Lande- und Rastplatz ausgesucht habe." Sagte der Schmetterling verlegen. "Schon gut, aber jetzt flieg da runter!" Bat die Blumenfee. Der Schmetterling gehorchte, flog von ihrer Nasenspitze und landete kurze Zeit später auf einem Grashalm neben ihr. "Wie heißt Du denn eigentlich, Du hübsche Blumenfee?" "Mein Name ist Blossomeira." Blossomeira hüpfte hoch, und landete kurz darauf wieder auf der [..]
Dramatische Peripetie
09.05.2012 05:39
Über einen Menschen, der sich in einer recht unerfreulichen Situation befindet. Mehr kann ich hier leider nicht verraten.
Er sitzt am anderen Ende eines kleinen spärlichen Raums. Durch ein kleines Fenster kriechen ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen. Gekrümmt und bewegungslos sitzt er da, bis sich seine gebeugte Haltung plötzlich etwas aufrichtet.
Er hört Schritte draußen. Langsam scheinen sie sich der alten Holztür zu nähern. Er hält den Atem an. Die Schritte werden leiser. Er beruhigt sich und schaut sich in dem kleinen halbdunklen Raum um. Die Wände sind beschmiert mit verschiedenen Sprüchen und schlechten Graffiti. Sie wurden in Eile gefertigt.
Niemand bleibt gerne lange hier. In einer oberen Zimmerecke klafft ein riesiges Spinnennetz. Mehrere tote Fliegen sind darin aufzufinden. Langsam vibriert es und wackelt in [..]
Bis in alle Ewigkeit
09.05.2012 05:14
Diese außergewöhnliche Geschichte schildert die Gedanken eines unsterblich gewordenen Menschen und befasst sich mit dem Konzept der für uns so schwer erfassbaren Unendlichkeit.
Er hatte es sich gewünscht. Damals. Heute verfluchte er es, aber damals hatte er es sich gewünscht. Er trieb einsam durch die Leere und verfluchte sich selbst. Verfluchte die anderen. Verfluchte seine Dummheit. Verfluchte das Leben.
Damals hatte er sich hinreißen lassen von seiner Gier. Heute musste er dafür bezahlen. Unendlichkeit. Ewigkeit. Es hallte in seinem Hirn wider wie ein Blitz von glatten Marmorwänden: Immer wieder erneut einschlagend, und immer wieder abgewiesen. Er hatte sich ewiges Leben gewünscht. Und er hatte es auch bekommen. Damals. Er hatte die letzten beiden Weltkriege miterlebt. Beide waren dicht aufeinander gefolgt. Er hatte die [..]
Geld stinkt nicht
07.05.2012 15:01
Drei ganz gewitzte Ganoven, wollten eine englische Bank um aussortierte Banknoten entlasten, na das so etwas nicht gut gehen konnte, kann man sich bestimmt denken...
Mein Name ist Philip Benson, Interpol Agent
Das ist ein Bericht vom Polizei-Revier in der Oxford Street.
Es ist Montag, die Sonne scheint heute über London, eine Seltenheit.
Mal kein Nebel, die Menschen sehen heute viel freundlicher aus, jeder scheint ein Grinsen im Gesicht zu haben.
In 'Taylers Bankhaus' war man bisher schwer am Arbeiten, sechs große Geldtaschen, gefüllt mit aussortierten, unbrauchbar gewordenen Geldscheinen wurden gleich von einem gepanzerten Transporter abgeholt um zur Vernichtung gebracht zu werden.
Alle Scheine waren gelistet, nach Nummern und Wertstellung. Der gesamte Wert betrug 12 Millionen englische Pfund.
Alles war verpackt in sechs [..]
Tag der Freude
06.05.2012 00:14
Lisa hat Leukämie und oft gibt es Zeiten wo sie einfach nicht mehr kann und alles hinschmeißen will. Doch ihr Freund Erik hilft ihr wo er nur kann.
Müde saß Lisa am Frühstückstisch und sah auf ihr Brötchen. Ihr Appetit ist verflogen und ihr wurde leicht übel.
"Schatz, du musst etwas essen, schon seit Tagen hast du kaum was gegessen außer 2 Scheiben Brot" sagte ihre Mutter Jana. Aber sie konnte nichts dafür, sie war einfach viel zu Müde und sie hatte überhaupt keinen Appetit. Deprimiert schob sie den Teller von sich und schüttelte den Kopf.
Lisa stand langsam auf und hielt sich kurz am Tisch fest, da ihr schwindelich wurde. Es war einfach unfaire für sie, dass ausgerechnet sie Leukämie haben musste auch wenn sie dies jetzt seit 2 Jahren wusste. Damit zu Leben war einfach eine Qual [..]
Der größte Schatz
05.05.2012 11:32
Eine Geschichte über ein Mädchen und die jeden bekannte Erzählung über einen Schatz am Ende des Regenbogens
Noch bevor die Sonne aufgegangen war, machen sie sich auf den Weg. Warme Jacken tragend und warme Decken und heißen Kakao im Gepäck. Der Tag sollte schön werden und die Familie hatte beschlossen, einen Ausflug zu machen.
Die Kinder beklagten sich zwar durchgehend wegen der Kälte und dass sie müde wären., aber sie wussten, dass sie, sobald sie die Spitze des Berges erreicht hatten, dankbar sein würden, dass sie mitgekommen sind. Denn es gab nichts Schöneres als die Aussicht von diesem Berg.
Nun, man konnte diesen Berg eigentlich nicht wirklich Berg nennen, viel mehr war er ein Hügel, aber in der ansonsten flachen Umgebung stach er hervor wie ein Berg. Und morgens, wenn die Luft noch klar war und man nur [..]
Höllentrip
02.05.2012 20:00
Alles beginnt als lustiger Wochenendausflug, doch als einer von Maikes Freunden niedergeschlagen wird und immer mehr eigenartige Dinge passieren, wird das lustige Zusammensein schnell zum Überlebenskampf...
Daniel, Anne, Leonie und Sebastian und ich saßen in Daniels altem Golf und fuhren in unser wohl verdientes langes Wochenende. Bastis Vater hatte uns Angeboten, die 4 Tage in seinem Ferienhaus zu verbringen und wir waren begeistert. Seit wir mit der Schule fertig waren, waren wir fast gar nicht mehr dazu gekommen, etwas zusammen zu machen. Daniel war vollauf mit studieren beschäftigt, Anne hatte schrecklich viel mit ihrem Ballett zu tun und die Ausbildungen von Leo, Basti und mir waren auch nicht ohne. Um so schöner war es, dass wir endlich wieder Zeit für einander hatten.
Als der Wagen vor der ziemlicher luxuriös aussehenden Holzhütte [..]
Das Gesicht der Mauer
01.05.2012 21:13
Das sind meine Gedanken, als ich meiner Freundin beim schlafen zugesehen habe. Es war so beruhigend und schön, das ich gleich etwas schreiben musste.
Auf leisen Sohlen schleiche ich durch das Haus um sie nicht zu wecken.
Es ist ein friedlicher Morgen und außer ein paar Autos, welche ich als weit weg empfinde, hier und da ein paar zwitschernden Vögeln und dem kratzenden Geräusch meiner violetten Füllfeder, welche germanische Buchstaben kritzelt, ist es still, totenstill. Es ist eine beruhigende Stille, eine Stille, die es in dieser Zeit nur selten gibt.
Ich schaue sie mir an, eine Wand, welche die Farbe von frisch erblühten Veilchen hat, so wunderschön und anmutig. Sie steht da, ganz als ob sie mir etwas mitteilen wolle, aber es mir doch nicht sagen kann. An hellsten Tagen und finsteren Nächten steht sie da, geheimnisvoll, stumm. Mir [..]
Irrwege
01.05.2012 09:27
Irrwege - Zuweilen verirrt man sich im Nebel, alles ist unscharf, nicht klar zu erkennen.
„Wo warst du nur, ich habe dich gesucht!" Er lächelt leise, wie es seine Art ist. „Immer hier, mein Liebes, wartend, abwartend und doch ein kleines bisschen ungeduldig. Vielleicht hast du mich nur nicht gesehen?" „Der Nebel war so dicht, ich hatte mich wohl verlaufen, fand den Weg zu dir nicht mehr, konnte nicht klar sehen", sie seufzt erleichtert. „Doch jetzt habe ich dich wiedergefunden." Er nimmt sie in die Arme, zögernd, ein wenig hilflos und noch unvertraut. „Dann bleib' doch einfach hier, vertraue mir, dann werden wir uns nie wieder verirren..."
Der Engel ohne Flügel
30.04.2012 04:16
Eine Geschichte über eine Erzählung eines Großvaters, hinter der mehr stecken könnte.
„Opa, Opa! Ich will noch eine Geschichte!" sagte das Kind mit großen Augen. „Noch eine? Waren die anderen nicht genug? Na gut, aber worüber kann ich denn noch etwas erzählen?" fragte der Großvater mit einem Lächeln im Gesicht. Das Kind sah sich auf der Suche nach Ideen im Zimmer um und sein Blick blieb am Engel an der Spitze des Weihnachtsbaumes hängen. „Kennst du eine Geschichte über Engel? Über Schutzengel?" Der alte Mann nickte: „Ich kenn eine Geschichte, sogar eine Wahre. Das alles passierte, als ich ungefähr so alt war wie du jetzt. Damals war ich im Park mit meinen Freunden. Wir haben verstecken gespielt. Ich hab mich in einer Baumkrone versteckt und gehofft, dass mich niemand [..]
Die Hexenblume
29.04.2012 07:51
Eine Geschichte über eine Frau, die einen Nachkommen für sich sucht und dabei auch selbst etwas feststellen muss.
Es war einmal eine alte Frau, die niemanden mehr hatte. Ihr Mann war gestorben, alle ihre Freunde auch und sie hatte nie Kinder gehabt. Die Frau war schon sehr alt, so alt, dass alle dachten, dass sie bald sterben würde. Trotzdem sah die Frau nicht so alt aus. Ihr Haar strahlte noch Glanz aus, ihre klugen blauen Augen waren noch scharf, ihr Gedächtnis noch einwandfrei und ihre Lebenslust noch lange nicht aufgebraucht. Es war die Art von Frau, die sicher jeder als Großmutter wünschte. Den ganzen Tag verbrachte sie in ihrem Garten, um ihre Blumen zu pflegen. Sie hatte viele verschiedene Arten von Blumen, von Tulpen über Orchideen bis hin zu Hibiskus. Doch ihre Lieblings Pflanze im ganzen Garten war das Buschwindröschen. Die Frau [..]
Voodoo-Zauber
28.04.2012 21:21
Als June erfährt, dass ihr Freund ihr fremd gegangen ist bricht für sie eine Welt zusammen. Sie macht eine sonderbare Begegnung und triff eine Endscheidung mit der sie mehr riskiert, als ihr klar ist.
Ich höre den Schlüssel in Schloss und einige Augenblicke später steht mein Freund im Zimmer. Um zwei Uhr Nachts und leicht betrunken, so wie jeden Samstag. Ich stehe im Pyjama und Hausschuhen in der Tür zum Schlafzimmer und tippe genervt mit dem Fuß auf den Boden.
„War's nett in der Kneipe?" frage ich hörbar sauer. Er nickt und kommt zu mir rüber um mich zu küssen, doch ich stoße ich weg in Richtung Bad. „Geh duschen und danach ist Bett, wir reden morgen... also heute, aber später." Er zuckt die Schultern und geht ins Bad. Ich kehre ins Schlafzimmer zurück und werfe mich in die Kissen. [..]
Lucky inc.
28.04.2012 21:15
Als Rebecca erfährt, dass sie über die Ferien die Firma ihres Vaters übernehmen soll, ist es ein Schock für sie, doch das treffen mit dem charmanten, intelligenten David macht die Sache gleich viel besser. Doch als ein alter Freund ihr Geheimnis verrät,ändert sich die Situation und Rebecca muss zu ihrem Glück gezwungen werden.
Gott, endlich Sommerferien! Ich konnte es echt kaum erwarten.", sage ich zu Lacey, als wir aus der Eingangstür des Colleges kommen. „Du? Ach komm schon, du kannst wirklich nicht meckern. Du arbeitest ja nicht, du lässt arbeiten.", gibt sie zurück und grinst ich an. Ich lege meine Hand auf die Brust und ziehe die Luft scharf ein. „Also echt. Hast du eine Ahnung, was für eine Arbeit es ist, die Typen zu überzeugen, meine Hausaufgaben zu machen?", scherze ich. Lacey stemmt [..]
Eine Begegnung am See
26.04.2012 18:55
Eine Begegnung am See, die sie, nur durch seine Erscheinung tief in ihrem Innern berührte. Als sie vom Schwimmen zurückkehrt, ist er fort. Sie hofft, ihn wieder...
Ich litt an Rückenschmerzen. Das kam von den vielen Stunden vor dem Computer. Nur darum joggte ich täglich um den See. Wenn das Wetter schön war, legte ich an der Badestelle eine Pause ein und schwamm ein Stück hinaus.
Die Badestelle liegt ein wenig versteckt und von alten Bäumen beschattet. Mit roten Flecken im Gesicht und losen Haarsträhnen kam ich dort an. Früher als sonst. Denn ich hatte noch einen Termin.
Im stillen Wasser spiegelte sich der dunstige Himmel. Kein Windhauch bewegte das dichte Schilf. Die Hitze würde in den nächsten Stunden unerträglich werden.
Ein Fahrrad lehnte am Stamm des alten Ahorns. Zwischen Lenker und Sattel [..]
Der totgeglaubte Apfelbaum
23.04.2012 21:36
In unserem Garten steht ein alter Apfelbaum. Als wir vor einem halben Jahrhundert hierher gezogen sind, war er schon hoch gewachsen, und seitdem hat er uns in jedem zweiten Jahr die schönsten Früchte beschert. Im Frühling war er ein einziges, weiß-rosa Blütenmeer mit einem Duft, den kein Parfümeur in seinen kühnsten Träumen kreieren könnte. Die Sorte heißt „Goldparmäne", ist eigentlich längst vergessen, und es gibt sie auch nirgends mehr zu kaufen. Seit einigen Jahren erlebt sie allerdings eine Art Renaissance, und in manchen Baumschulen werden schon wieder kleine Bäumchen aufgezogen.
Für mich ist dieser Baum ein Freund aus Kindertagen. Ich bin mit ihm aufgewachsen, habe oft mit ihm geredet (das tue ich heute immer noch) und mich manchmal wochenlang fast ausschließlich von den [..]
Zurück in den Siebziger-Jahren
22.04.2012 19:29
Ich hatte ihn 36 Jahre später wieder entdeckt, den schwarzen Mustang, der mich an eine wunderschöne Jugendzeit in den Siebziger Jahren und seinen außergewöhnlichen Besitzer erinnerte.
Voller Freude besuchte ich gemeinsam mit meinem Mann wieder einmal eine Classic-Car-Ausstellung. Von weitem konnten wir schon das kraftvolle Brabbeln der V8-Motoren wegfahrender US-Boliden wahrnehmen. Etwa zwei Stunden verbrachten wir bei den extravaganten Muscle-Cars, Pick-Ups, Hot Rods,Trucks und Allem, was das Herz höher schlagen lässt. Irgendwann fiel er mir dann schließlich ins Auge, der außergewöhnlich schöne 68er Stang. Das Fastback-Pony-Car war schwarz lackiert mit roter Innenausstattung. Den Schaltknauf bildete ein silberfarbener Totenkopf. Und ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn schon lange kannte. Wie gebannt stand ich davor, fand keine Worte. Damals waren wir Beide noch wesentlich jünger in den Siebziger-Jahren.
Wunden der Vergangenheit
21.04.2012 21:37
Es wird zum einen der Prozess der Veränderung, zum anderen auch der Prozess der Erinnerungen beschrieben, wobei beide mit Schmerzen verbunden sein können.
Verlassen lag sie auf dem Boden. Grünes Gras neben ihr wehte im Einklang mit ihren haselnussfarbenen Haaren, im träumerisch duftenden Wind und ihre Körper, sowie ihre Seele genossen die letzten Strahlen, der wärmenden Spätsommersonne.
Ihren Blick gen Himmel gerichtet, beobachtete sie den Lauf der Wolken, unbestimmt und frei, die sich wie lange Fäden, traurige Gespenster, am purpurnen Abendhimmel verloren.
Wie sie so da lag, gelang es ihr nicht, die bittersüßen Erinnerungen, die sich in ihr Gedächtnis geschlichen hatten, zu verbannen. Wie einst tiefe Wunden, die nun bemerkenswert hässliche Narben hinterlassen hatten, waren sie da, mit der Gewissheit, nie wieder [..]
Der seltsame Junge
21.04.2012 19:37
Ein Junge erfährt, das er nicht ist, was er glaubte zu sein. Er steht zwischen zwei Welten. Die Liebe hilft ihm zu sich zu finden.
Daniel stand auf und verließ das Klassenzimmer. Er hasste Algebra. Die nächste Stunde hatte er in Gebäude D. „Bloß weg hier", dachte er. Als er um die Ecke bog und sie sah, blieb er abrupt stehen. Zwei Schüler, die direkt hinter ihm waren konnten nicht mehr bremsen und liefen auf ihn auf. Kopfschüttelnd, aber schon wieder in ein Gespräch vertieft gingen sie den Flur entlang. Daniel beachtete sie nicht weiter. Er hatte nur Augen für das Mädchen, das gerade nur wenige Meter vor ihm den Flur betrat. Daniel machte einen Schritt zurück und hielt sich im Schatten. Für gewöhnlich verschmolz sein schlanker Körper im dämmrigen Licht, aber Katrin hatte ihn schon bemerkt und [..]
Der Suizid
19.04.2012 12:29
Der Protagonist zeichnet ein Zebra. Die Arbeit verselbstständigt sich und konfrontiert ihn mit seinem Selbstbild.
Auch heute schmiegen sich die leichten Bleistiftstriche an das Blatt. Manchmal flächig, manchmal nur als ein Hauch zu erkennen fügen sich die Linien zu einem Ganzen zusammen.
Zunächst grob nur zu erkennen, doch jetzt eindeutig räkelt sich vor mir auf dem Papier ein Zebra. Am Anfang ein Zebra wie jedes andere, beginne ich nun die feinen Abstufungen und Kleinigkeiten hinzuzufügen, die mein Zebra besonders machen werden. Mit leichter Hand schenke ich dem Zebra große, dunkle Augen mit einem trägen Blick und langen Wimpern. Die ganz feinen Linien am Körper bedecken das nackte Tier mit dichtem, kurzen Fell. Die Hufe sind fest und stehen auf dem rauen, weißen Boden. Fast spüre ich, wie die Ohren unter meiner Hand zu [..]
Der Dämon des Wartens
16.04.2012 13:14
Das Warten auf einen Anruf wird zu einer Geduldsprobe. Während die Sekunden immer langsamer vergehen, wird das Warten zur Existenzgrundlage.
Die Abendnachrichten hatten gerade angefangen und ich wusste, dass es jetzt gleich passieren musste. Sie hatten gesagt sie würden es heute noch tun. Um acht sollte es sein, vielleicht zehn Minuten später. Es werden Entscheidungen gefällt werden, die ich mir allein nicht zugetraut hätte. Meine Blicke sprangen immer wieder vom Fernseher zum Telefon. Noch einmal kontrollierte ich alle Kabel, machte einen Probeanruf und stellte das Telefon direkt neben mich. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen. Es war bereits zwei nach acht. Gleich mussten sie anrufen. Die Zeit wurde schwer, jede Sekunde verging langsamer. Ich spürte, wie ich anfing zu schwitzen. Ich musste mich beruhigen. Festen Schrittes, oder zumindest sollte [..]
Zerrissen
12.04.2012 21:49
In Internetschreibforen melden sich zu einem eigestellten Text viele kritische Stimmen, die erwünscht sind und oft den Autor überzeugen, Änderungen vorzunehmen und so zu Mitautoren werden. Aber viele Köche verderben auch den ...
Ich starre aus dem Fenster, bin entsetzt; wo gestern noch die Finsternis den Friedhof asphaltierte, die Stadt brombeergebläut erwuchs aus heiterem Himmel, die Bühnenlampe der Sonne Gespenster zu Blüten verkehrte, das hoffnungsvolle Glimmen über dem Boden in fette Glühwürmchen tauchte, brechen die Zellverbände der Lebewesen einfach auseinander und fliegen verstreut im Sonnenwind. Wenn der „Verfall" weiter so um sich greift, dürfte bis zu dem Künstlertreffen an der Ostsee in dem beschaulichen Ahrenshoop, in dem ich einst aufwuchs, alles demontiert sein. Die Halbwertzeit habe ich [..]
Die Frage nach dem Glück
12.04.2012 17:45
Am Ostermontag war ich nachmittags bei meiner Freundin Inka zum Kaffeeklatsch eingeladen. Es gab Latte Macchiato und selbstgebackenen Käsekuchen mit Sauerkirschen. Nicht gerade die klassische Frühjahrsdiät, ich weiß – aber wenn ich neben meinem Mann noch eine zweite Leidenschaft habe, dann ist es die für frischen, hausgemachten Käsekuchen.
Wie das unter Mädels, ganz egal wie alt sie sind, so üblich ist, klatschten und tratschten wir über Gott und die Welt. Weder Heidi Klum noch die Teilnehmer von „Let´s Dance" oder die lieben Nachbarn blieben verschont. Später dann, bei einem Glas Prosecco, fragte mich Inka unerwartet: „Sag mal, Meislein, bist du zufrieden und glücklich? Aber bitte ehrlich antworten!" Ich musste nachdenken, auf diese Frage war ich nicht gefasst.
Nach kurzem [..]
Unschuldslämmer
11.04.2012 21:33
Wer kennt sie nicht: die Unschuldigen, die es nie gewesen sind. Immer adrett und nett schauen sie dich mit großen Kulleraugen an, lispeln hilflos: „Ich war das nicht!", und sie suggerieren: „Können diese Augen lügen?", Prompt hast du ein schlechtes Gewissen, obwohl du doch ganz genau weißt, dass sie durchaus lügen können, die Unschuldsaugen.
Schon in der Schulzeit waren sie es, die immer die besseren Karten hatten, denn ihnen wurde geglaubt. Da konnten wir Anderen ruhig unsere Unschuld beteuern, gegen sie kamen wir niemals an. Sie störten den Unterricht, machten den Blödsinn, wir bekamen die Strafe. Das zog sich wie ein roter Faden durch unsere Kindheit und besonders gestraft waren diejenigen, die mit einem solchen Geschwister zu kämpfen hatten.
Kaum waren die Kindheit und alle Irrungen der jungen Liebe [..]
Weil ich dich liebe
11.04.2012 20:35
„Dieses Mal meinst du es wirklich ernst, nicht wahr?"
„Ich habe es immer ernst gemeint", antwort sie sanft.
„Du brichst mir das Herz."
„Ach du", sie lächelt ihn zärtlich an, murmelt: „Was ist das schon, ein gebrochenes Herz!"
„Ich werde dich nicht gehen lassen, dich wieder gewinnen."
Sie fährt sich durchs Haar, eine vertraute Geste. „Du hast mich nie verloren."
„Dann bleib!"
Sie steht auf. „Nein, das geht nicht."
„Warum?"
Ihre letzen Worte, im Hinausgehen, kaum verständlich.
„Weil ich dich liebe!"
Er bleibt sitzen, lässt sie gehen.
Ist wie betäubt, des Denkens unfähig.
Ihre Worte hallen in ihm nach.
Die Dämmerung zieht auf, tanzende Schatten.
Ein Lufthauch lässt ihn erschauern.
Ihre [..]
Marschlied für die Postmoderne
10.04.2012 21:59
Marschlied des postmodernen, deutschen Volkes
Wir sind des Nichts Soldaten
besser du läufst vor uns weg
du kommst wieder wir werden warten
findest ja doch kein Versteck
(ja, du findest ja doch kein Versteck)
Wir marschieren zur Bewahrung
uns'rer Selbst vor Rast und Ruh
darin haben wir schon viel Erfahrung
ist ja auch sonst nicht viel zu tun
(für uns is auch sonst nicht viel zu tun)
Die Rast fällt uns am schwersten
wenn wir durch die Länder ziehn
die Erde bebt, "Sie soll zerbersten!";
kommt aus tausend Mündern geschrien
(so kommts aus tausend Mündern geschrien)
Wir erkennen uns selbst nicht mehr wieder
bleiben wir nur einmal stehn
wir schlagen die Augen nieder
wer sollte uns auch verstehn
(Ja, wer kann uns verstehn)
Am Meist weht keine Fahne
vielleicht riss der Sturm [..]
End-Spurt
10.04.2012 16:38
End-Spurt Von einem Läufer, in einer Wettbewerbssituation. Die anfänglich eindeutig zu scheinende Situation stellt sich als emotionale Gratwanderung heraus.
Startschuss...
In einem mächtigen Aufbäumen der in den stählernen Muskeln zentrierten Kräfte strecken sich die Sehnen des Läufers, als er, fast fliegend, den Start verlässt und in konzentrierte Anstrengung alles gibt, um seine Mitstreiter hinter sich zu lassen.
Sport bedeutet für ihn alles, Sport ist sein Leben. Hass ist der Treibstoff, der durch sein Herz zirkuliert und ihn immer weiter vorwärts treibt. Selbst wenn ihm die Kräfte zu schwinden drohten und er bereits fast am Boden lag, ließ er ihn nicht zur Ruhe kommen. Seine Gedanken schicken Adrenalinblitze durch seinen Körper, jeder Zentimeter zittert vor Anspannung. Immer kräftiger und [..]
Von fernen, nahen Feldern
10.04.2012 14:04
... Gleichnis, dass Andersartigkeit von Menschen in der Gesellschaft und die Fremdenfeindlichkeit beleuchtet, und eine Lösung offeriert.
Es waren einmal zwei Tauben, Gerda und Mathilde. Sie waren Schwestern und schienen unzertrennlich. Bis eines Tages in ihrem Heimatland Lampions aus einem kleinen exotischen Staat importiert wurden, weil sie mit so wundervoll verzierten Taubenmotiven angeboten wurden. Bald leuchteten sie in allen Schlägen, Straßen und Gassen.
Und man machte eine erstaunliche Entdeckung. Auf jedem Brustgefieder der mausgrauen Tauben des hiesigen Landes zeigte sich, unter dem Licht der Laternen betrachtet, ein wunderbar gezeichneter Kreis. Fortan nannte man ihr Feld das derer mit den Kreisen. Nur auf Mathildes Federkleid schimmerte ein deutlicher Winkel. Die Tauben der Umgebung zeigten mit den Krallen auf sie, sagten, sie hätte einen [..]
Patsy - Vom Tierheim zum Film
08.04.2012 17:20
Vom Tierheim zum Film. Aus der Perspektive eines Tierheim-Hundes
Ich zählte gerade achtzehn Monate, als mich meine Besitzerin, eine ältere Dame, ins Tierheim brachte. Warum sie das tat, weiß ich nicht. Vielleicht war ich ihr zu lebhaft oder habe sie mit meinem Jagd- und Spieltrieb überfordert. Aber ich bin nun mal ein intelligenter Scotch-Terrier, der seine Beschäftigung braucht. Wenn das ein Mensch richtig versteht, bin ich ihm ein treuer Begleiter. Doch irgendwie schien das mit meinem Menschen nicht zu funktionieren und so landete ich im Tierheim. Da saß ich nun hinter Gittern, bekam täglich meine Futterrationen und manchmal nahm mich jemand an die Leine und ging mit mir spazieren. Viele Tierheimbesucher betrachteten mich, gingen aber vorbei. Lag es an meinem schwarzen, etwas struppigen Fell? Wer weiß...
Wie viel Zeit ich dort [..]
Ein Märchen vom Osterhase
07.04.2012 12:07
Ein kleines Häslein, welches seine Mutter verloren hatte, hüpfte traurig über eine Wiese voller saftiger, grüner Kleeblätter. Traurig schnupperte es mal hier, mal dort und versuchte, mit seinem dünnen Stimmchen nach seiner Mutter zu rufen, aber es kam keine Antwort!
Es setze sich unter einen kleinen Busch und begann zu weinen, es seufzte tief und als es gerade wieder 'Mama' rufen wollte, kam ein kleiner, aber wunderschöner Schmetterling angeflogen, er setzte sich neben das Häslein und sagte: "Du darfst nicht so laut rufen, denn überall hast du Feinde und der Böseste ist der Fuchs, er wartet nur darauf, einen von deiner Art zu fangen und zu fressen"!
"Oh je" sagte das Häslein, "ich weis ja gar nicht, wie so ein Fuchs aussieht, ist er groß oder klein, oder bist du etwa ein [..]
Ein Osterbrauch
06.04.2012 20:38
Ein Osterbrauch aus den 20ger Jahren des letzten Jahrhunderts.
Meine Mutter erzählte mir immer viel aus ihrer Jugend. Sie ist 1909 geboren und wurde als junges Mädchen zu den Bauern in Stellung geschickt. Mit einen Beruf erlernen, das wurde damals noch nicht so genau genommen. Mädchen heiraten ja doch und da müssen sie einen Haushalt führen können, war die Meinung ihrer Eltern. Als Magd und Köksch musste sie alle Arbeiten die auf dem Feld, im Haus und der Küche anfielen verrichten.
In dem Dorf wo sie ihre Anstellung hatte, war ein Wald und in diesen Wald befand sich eine Quelle, die allerorts als Jungfernquelle bekannt gewesen sein soll.
Dort spielten sich zu Ostern folgende Rituale ab.
War nun ein junges Mädchen keine Jungfrau mehr, was ja auch damals schon vorgekommen sein soll, so pilgerte sie in der Nacht vor Ostern um [..]
Immer wieder!
30.03.2012 14:19
Ich erzähle von einem einem 15-jährigen Mädchen und davon, wie der erst kürzlich angeheiratete Mann ihrer Mutter ihr Leben zum Albtraum macht.
- Sie:
Sie liegt in ihrem Bett. Liest. Da kommt er in ihr Zimmer. Sieht sich um. Setzt sich auf den Stuhl in der Ecke. Sie guckt nicht mal hoch. Weiß, was gleich passieren wird. Tut ganz lässig. Als würde sie es nicht wissen. Als würde es sie nicht stören. Er redet. Über die Schule. Fragt sie. Sie antwortet. Gelassen. Ruhig. Er wechselt das Thema. Dass die Mutter noch nicht wieder da ist. Noch kein Essen gemacht hat. Er sauer ist. Sie achtet nicht darauf. Setzt sich jetzt nicht für ihre Mutter ein. Kann nicht. Weiß, dass es ihm egal wäre. Er nicht zuhören würde. Er wechselt wieder das Thema. Ihre beste Freundin sei schon so lange nicht mehr da gewesen. [..]
Gejagt duch die Wüste
29.03.2012 13:09
Originaltitel: Gejagt
Eine Geschichte aus dem 'Wilden Westen' Mexicos. Wer sich dort verirrt ist meist verloren, denn ohne richtiges Wasser ...na ja, da ist es aus....
Mein Auftritt war eigentlich nur kurz....
Ich ritt in das Wüstenkaff‚ Rio-Peco del North‘ ein, direkt zur örtlichen Bank. Bank? Ha, ein kleiner Schuppen, in der Mitte ein Tresen, vergittert, dahinter saß ‚Bob Juskin‘, der Kassierer. Er saß neben seinem Tresor, einen mächtigen, metallenen Kasten mit einem Kombinationsschloss.
Als ich sah dass wir allein waren grinste ich und zeigte mit meinem Colt auf den Tresor. Juskin begann zu zittern, aber er versuchte doch, den Tresor zu öffnen.
Mir dauerte es zu lange, ich schlug mit dem Colt auf den Tresen, ‚...los beeil dich‘.
Dann hatte der Alte endlich die Tür geöffnet. Ich [..]
Dreizehn Kerzen
26.03.2012 17:36
Ein Junge, der nicht genügend Zuwendung bekommt, versucht mit der Situation und dem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter umzugehen.
Dreizehn
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf.
Zwölf Kerzen. Zwölf grüne Kerzen stehen auf der Torte. Nicht dreizehn. Zwölf. Er versuchte, es ihnen zu erklären. Zwölf, nicht dreizehn.
Sie sahen durch ihn durch, an ihm vorbei, über ihn hinweg, aber ihn nicht an.
Du bist schuld, sagen sie, doch er sagt nichts. Er ist schuld sagen alle, doch er sagt nichts.
Er geht nach draußen, schreit, zieht den Schlüssel über das Autoblech. Das Blech gibt nach. Das Grün verschwindet.
Einatmen. Ausatmen.
Er geht zurück, steht vor der Tür, schläft vor der Tür. Sie sind drin und er ist draußen. Sie sind drin [..]
Der Hängebauch
26.03.2012 00:56
Mein ist mein ganzer Bauch.... Eine Homage an den beliebt, beleibtesten und weit verbreitetsten..., den Hängebauch!
Hängebauch! Was ist eigentlich ein "Hängebauch"?
Die meisten kennen ihn, weinige lieben ihn, viele fürchten ihn.
Nein, ein Hängebauch ist kein Tier. Ein Hängebauch zählt zur Gattung der Wämste. Er hat starke Zitterneigungen, besonders bei Lauf- und Hüpfbewegungen. In diesem Falle ähnelt er sehr einem nahen Verwandten, dem Busen. Eigentlich ein weibliches Utensil, aber gerade in Verbindung mit Hängebäuchen auch in männlichen Kreisen immer beleibter.
Ein Hängebauch wird in der Regel getragen. Es gibt ihn in vielfältiger Form. Den Spitzhängebauch, die Pfirsichform, sehr oft verwechselt mit "alter Apfel", den Birnenbauch, den Schweinebauch, den fetten Bauch und [..]
Die 40-Stunden-Woche
26.03.2012 00:48
Wieviel Stunden arbeitet man monatlich in einer 40 Stunden-Woche? Ohne es zu merken! Über 40 Jahre lang!
Noch heute habe ich Probleme mit dem Begriff der 40-Stunden-Woche. Wer über 40 Jahre lang ununterbrochen gearbeitet und stets versucht hat, sein Bestes zu geben, der rechnet nicht nach, rechnet nicht, wie viele Stunden er außerhalb seines Wohnzimmers geschäftlich verbrachte. Ich war schon mal so weit zu überlegen, ob ich 40 Stunden die Woche oder im Monat arbeite. Dabei halfen mir nur meine Finger. Die Woche hat 7 Tage, davon arbeite ich 5. Wenn ich am Tag 8 Stunden arbeite, komme ich bei mal 5 Tagen auf 5 x 8 40 Stunden! Die Woche also und nicht im Monat! Blödmann!
Wenn man immer arbeitet, registriert man gar nicht mehr, das man arbeitet oder besser, dass man für das, was man tut oder auch nicht tut, so lange man da ist, bezahlt wird, [..]
Der Glaube und die Seligkeit
26.03.2012 00:37
DER GLAUBE
Es gibt immer wieder Menschen, die meinen, alles wird gut, man muss nur fest genug daran glauben. Denn Glaube versetzt bekanntlich Berge. Blöd für den, der in den Bergen wohnt und eines Morgens ist plötzlich sein Berg weg. Kaum zu glauben, dass dafür ein Mensch verantwortlich ist, der nur geglaubt hat, alles wird gut.
WER'S GLAUBT
Oder: Wer's glaubt, wird selig. Und selig ist der, der glaubt.
Wer also nicht glaubt und somit nicht selig ist oder der nicht selig ist, weil er nicht glaubt oder nicht glaubt selig zu sein, wird wiederum selig, wenn er glaubt selig zusein, es sei denn, er war bereits selig, weil er's geglaubt hat ohne zu wissen, dass er bereits selig war, weil er geglaubt hat, dass ihm ohnehin niemand glaubt.
Der Sattelzug
26.03.2012 00:28
Selber arm, aber menschlich! Wird Dir geholfen, hilf auch Du. Eine Geschichte, wie man arme Menschen glücklich macht.
Ich wollte mein Fahrrad reparieren. Nichts Großes. Auf der Straße vor meiner Haustür. Drehbank, Amboss und Flaschenzug waren installiert, direkt neben der staubfreien Falthalle für etwa erforderliche Lackierungen, ausgestattet mit einer meist in den Nachtstunden ausgehobenen Grube für Über-Kopf-Arbeiten die sich zur Unterbringung der Schweißgeräte geradezu anbot.
Faktum: Der Sattel war lose und bedurfte entsprechender Bearbeitung. Straßensperren hatte ich beantragt, um in Ruhe arbeiten zu können, das Viertel ums Haus herum war evakuiert worden. die Entschärfung des losen Sattels konnte beginnen.
Ich setzte an, die vordere Sechskantschraube bei gleichzeitigem Klammergriff der Kontermutter zu [..]
Das Bett
26.03.2012 00:21
Eine Frage, die sich vermutlich schon jeder einmal gestellt hat?! Wer hat eigentlich das Bett erfunden? Hier die Aufklärung.
Ich lag kürzlich in meinem Bett. Ich räkelte mich und ich fand das schön. Ich fand das schön und ich fühlte mich wohl und ich fragte mich, was der Mensch wohl getan haben mochte, bevor das Bett erfunden wurde.
Das Bett erfunden? Ja, wer hat eigentlich das Bett erfunden? Oder zumindest- wer hat herausgefunden, dass es sich besser im Liegen schläft, als stehend an einen Baum oder an einen Fels oder z.B. an eine Telefonzelle gelehnt. GOTT selbst schlief ja offenbar nicht, sondern er ruhte, und zwar am 7. Tag nachdem alles gut war, an dem Tag, den er selbst "Sonntag" nannte. Und wahrscheinlich saß er sonntags auch nur so da, ganz lässig in seinem Wolkensessel und döste vor sich hin, von kleinen [..]
Ich hatte eine Idee
25.03.2012 23:52
Wie kommt man zu gutem Essen in Restaurants, ohne bezahlen zu müssen? Ich hatte die Idee! Maden! Lecker!
Ich ekle mich vor Würmern. Erst recht vor Schlangen, aber Würmer reichen mir eigentlich schon, zumal Würmer in unseren Breiten zum Glück häufiger vorkommen, als Kobras & Co.. Wobei sich das "zum Glück" nicht auf das vermehrte Vorhandensein von Würmern in unseren Breiten bezieht, sondern mehr auf den umgekehrten Fall der relativ geringen Wahrscheinlichkeit, mit Kobras oder sonstigem Schlingschlang konfrontiert zu werden. Wie gesagt, in unseren Breiten und vermutlich auch Längen?!
Aber was red' ich von Würmern? Würmer winden sich am Boden im Regen (Regenwürmer), im Spul (Spulwürmer), im Band (Bandwürmer), im Ohr (Ohrwürmer), ganz zu schweigen von den Wurmfortsätzen!
Was ich [..]
Ganymeds Plan
24.03.2012 18:44
Zwischen Hera und Jupiter läuft es nicht mehr so gut. Ganymed greift zu einer List, um Hera näher zu kommen.
Jupiter saß auf seinem Thron und schmollte. Hera war launisch wie immer, und seit die Menschen nicht mehr an ihn glaubten, war der römische Gottvater mehr oder weniger arbeitslos. Was waren das noch für schöne Zeiten gewesen, als er nur kurz erscheinen musste und alle bauten ihm zu Ehren sofort einen Tempel. Jupiter geriet ins Schwärmen.
Außerdem hatte er richtig viel Lust darauf, ein schönes großes Vanille-Eis zu essen. Er rief nach Hera, die auch fast sofort kam.
„Hera, mein geliebtes Weib, mir verlangt es nach einem Vanille-Eis, tue einem alten Gott etwas Gutes und bring mir welches!"
Die Göttergattin schnaubte verächtlich: „Wenn der Herr sich mal ein bisschen weniger mit seinen drei [..]
Zwischen Kreuz und Halbmond
23.03.2012 19:22
Azahara kommt als arabische Geisel in der Mitte des 13. Jahrhunderts nach Toledo. Dort lebt sie am Hof des Königs im Spannungsfeld zwischen Christentum und Islam.
Im Turm
Müde lehnte Carlos, König von Kastilien und Leon, sein Haupt an die Mittelsäule des Fensters im Turmzimmer seiner Burg. Hierhin zog er sich immer zurück, wenn er mit sich und seinen Gedanken allein sein wollte. Sein Blick schweifte über die weite Ebene der Mancha zu den Bergketten am Horizont, hinter denen die Sonne schon vor einiger Zeit versunken war, und die sich nur noch schemenhaft vom dunkelvioletten Himmel abzeichneten. Die Winter in seinem Land waren hart und der König fror, obwohl in seinem Rücken ein mächtiges Kaminfeuer prasselte. Ein letztes Mal noch wandte er den Blick zu den ersten Sternen der hereinbrechenden Nacht, bevor er die dicken, [..]
Geschichten des Lebens
22.03.2012 18:28
Joana ist Moderatorin von 'Sturm' und erlebt dabei immer mal wieder sehr Spannende Geschichten.
Joana strich sich eine blonde Strähne aus dem schmalen Gesicht. Seit sie sich die Haare kurz geschnitten hatten, schienen sie ihr noch öfter im Gesicht rum zu hängen als davor. Sie ließ einen Seufzer los und hob den Stapel an Zetteln hoch.
Ihr Boss wollte dass sie heute noch die Artikel für die Morgige Ausgabe der STURM fertig korrigiert hatte. Sie mochte ihren Job als Reporterin aber Joana hatte das Gefühl fest gefahren zu sein. Immer nur tat sie das was ihr Boss wollte, Joana war gut in ihrem Job doch sie bekam die Chance nicht. Sie ging zu ihrem Platz, der ganz hinten in der Ecke war. Wie abgestellt dachte Joana bei sich. Sie legte die Zettel auf den Tisch und setzte sich in ihren Stuhl.
Sie streckte ihre Beine aus und seufzte noch mal. [..]
Magischer Abend
21.03.2012 22:37
Magischer Abend ist eine wahre Geschichte. Sie handelt von den Erlebnissen eines Abendspaziergangs. Die untergehende Sonne taucht die Natur in einen roten Glanz und lässt alle Erlebnisse zu Magie und Mystik werden.
Wenn nicht Frühlingsanfang wäre und wenn nicht die Sonne so wunderbar scheinen würde!
So kreisen meine Gedanken schon eine ganze Weile um die Versuchung, den Yogaunterricht heute Abend ausfallen zu lassen. Als Yogalehrerin unterrichte ich jeden Abend, wenn andere Leute sich gemütlich vom Tag ausruhen, Yoga.
Ausgerechnet heute, am Frühlingsanfang, überkommt mich die Lust, auch einen ganz "normalen" Abend zu erleben und mich bei einem Spaziergang in den Wald zu erholen.
Kaum ermahnt mich mein Verstand, wie jeden Abend, pflichtbewußt Yogaunterricht zu erteilen, ergreifen meine Finger schon ein unbeschriebenes [..]
Mit Gitarre im Bad
18.03.2012 22:06
Als Blake in die WG zieht und Monika kennen lernt, weiß er nicht, was er von ihr halten soll. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass sie bei einem Problem Hilfe braucht...
Die Tür öffnete sich und ein Typ, etwa in meinem Alter, grinste mich an. „Du musst Blake sein, nicht wahr?", stellte er gut gelaunt fest. „Cool, ich bin Jonny. Wir haben dich schon erwartet. Na, dann komm mal rein." Ich folgte Jonny in die WG, in die ich heute auch einziehen würde. Wir betraten das Wohnzimmer, in dem auf den zwei Sofas und dem Sessel verteilt drei weitere Personen saßen.
Er deutete auf das brünette Mädchen mit den großen, fast schwarzen Augen. „Das ist Sophie, meine Freundin. Sie ist total offen und lieb und wenn du dich'n bisschen mit Fotografie auskennst werdet ihr sicher bald beste Freunde, wenn nicht ist auch nicht [..]
Theresa und Mira
16.03.2012 18:53
Theresa und Mira sind beste Freundinnen, doch als Mira etwas furchtbar Wichtiges einfach ausplaudert, gibt es schlimme Folgen.
Schon seit fast einer halben Stunde stehe ich hier rum und warte auf Mira. Aber das ist kein Wunder. Sie kommt immer zu spät, und inzwischen ist es mir ziemlich egal. Schon die vierte Bahn fährt an mir vorbei und ich starre auf die Türen, aus denen sich die Menschen schieben. Erst als ich ihr dunkelbraunes wippendes Haar, das sie wie immer zu einer lockeren Frisur zusammengebunden hat, sehe, atme ich auf. Na endlich! Ich wäre beinahe wieder heimgefahren, aber da sie jetzt da ist kann ich mich entspannen.
Sie steigt aus. Sie ist knallrot im Gesicht, weil sie genau weiß, wie viel zu spät sie ist und versucht dabei zu grinsen. Ich frage mich ob sie weiß, wie verdammt dämlich sie dabei aussieht. Mira kommt auf [..]
Nur ein einziger Tag
15.03.2012 17:03
Wie schön, endlich scheint die Sonne wieder. Draußen und in meinem Herzen. Obwohl ich die halbe Nacht gefroren habe und heute Morgen den Reif auf den Dächern und Autos als schlechtes Zeichen gesehen hatte. Für mich deutete nur der blaue Himmel auf einen einigermaßen schönen Tag hin. Na ja, es kam anders.
Ab Mittag habe ich mein Büro geschlossen, mich nach draußen gesetzt und fand es schon zu warm. Unser Thermometer, auf das die Mittagssonne schien, zeigte 25 Grad. Also von 0 auf 100. Typisch.
Vorsichtshalber habe ich meinen Notizblock mitgenommen, da mir im relaxten Zustand meistens Gedichte in den Sinn kommen und wenn ich mir nicht sofort Notizen mache, ist alles wieder weg. Gedichte fielen mir nicht ein, aber andere Sachen kamen mir in den Sinn.
Als ich die Augen schloss und mein Gesicht der Sonne zuwandte, waren sie wieder da, [..]
Scheinwelt
15.03.2012 15:15
Eine kleine Geschichte die zeigen soll das aufgeben meistens nicht der richtige Weg ist.
Eines Tages, ich saß in einem Park und genoss die ersten Strahlen der Sonne auf meinem Gesicht. Und da sah ich dich. Du kamst vorbei mit ein paar Kumpeln und von dem Moment an wusste ich du bist der den ich mir immer gewünscht hatte. Auf den ich mein Leben lang gewartet hatte. An diesem Abend wollte ich eigentlich gar nicht nach Hause gehen. Ich hoffte du würdest noch einmal vorbei kommen, dich zu mir setzten und mir sagen, dass du das gleiche dachtest, als du mich sahst. Doch du kamst nicht und ich wurde traurig und ging nach Hause. Meine Eltern warteten ja schließlich auf mich. Zu Hause angekommen rannte ich sofort in mein Zimmer. Ich hatte keinen Hunger. Keine Lust um irgendetwas ohne dich. Ich vermisste dich so schrecklich. Obwohl ich dich nur einmal gesehen hatte. [..]
Ich will, jetzt und für immer
14.03.2012 19:53
Danny und Scarlett haben jung geheiratet. Als sie nach drei Jahren die Scheidung verlangt will er alles tun, um sie nicht zu verlieren.
Als ich aufwachte stand sie schon wieder mit diesem vorwurfsvollen Blick vor mir. „Morgen, Liebes. Gut geschlafen?", fragte ich ironisch und drehte mich noch mal um. „Oh nein. Nein, nein, nein! Du wirst nicht noch mal einschlafen! Mach schon, wir haben gleich diesen Termin beim Anwalt." Ich schnaubte. „Du willst diese Scheidung, nicht ich."
Sie zog mit einem Ruck meine Bettdecke weg und ich richtete mich auf und funkelte sie an. „Du wolltest diese Ehe, nicht ich.", sagte sie schnippisch. „Ich hätte wissen müssen, dass es so endet, als du mich gefragt hast. Wir waren 18! Wir hatten nicht einmal unseren High-School-Abschluss! Es war eine schreckliche Idee, aber manche Fehler kann man [..]
Du hast alles richtig gemacht
12.03.2012 22:08
Als es anfängt zu regnen, scheint das Date der zwei Hauptpersonen verloren, doch dann gibt es ein paar unerwartete Wendungen.
Lippenstift, Liedschatten, Eyeliner, Mascara und sogar ein kleines Bisschen Rouge, dazu trage ich mein Lieblingskleid mit Coursage und den weißen Punkten. Meine Haare sind frisch gewaschen, genau wie der Rest von mir. Ich dufte von Kopf bis Fuß nach dem prickelnden Wacholdershampoo. Ob das reicht? Zur Sicherheit habe ich noch eine tolle Frisur in meine Haare eingeflochten. Fertig! Nur noch die Handtasche!
Die habe ich ja Gott sei Dank ja schon gepackt, sonst würde ich glatt die Bahn verpassen. Ich trippele so schnell ich kann zur Bahnhaltestelle, weil ich die Bahn schon geräuschvoll einfahren höre. Die Türen gehen schon wieder zu als ich endlich ankomme und wie wild auf die leuchtenden Knöpfe drücke um [..]
Es gibt viele Katzenfreunde
11.03.2012 09:42
In der Welt gibt's viele Katzenfreunde. Die einen haben kurznasige, langhaarige Perser gern, die anderen mögen haarlose Sphynxen, die dritten bevorzugen irgend andere Katzenrassen. All diese Katzen werden von ihren Herrchen und Frauchen sehr gut gepflegt und versorgt. Sie werden mit Whiskas, Felix oder Sheba gefüttert, schlafen auf den Seidenkissen in ihren Körben, haben viele Spielsachen zum Spielen, ihr Pelz wird regelmäßig gekämmt und gebürstet.
Kalt ist der Frühlingswind
10.03.2012 17:55
Man ist jung und will von zu Hause ausziehen. Selbstbewusst schaut man nach vorne. Alles scheint perfekt zu sein, doch wer rechnet schon damit, dass etwas Schlimmes passiert?
Liebe Anne,
Nun hast du schon seit einer Woche Urlaub und ich langweile mich im Büro zu Tode. Ohne dich ist das Papierknäul-weitwerfen vollkommen witzlos. Der Chef hat auch schon gemeint, ich sei so ruhig diese Woche. Woran das wohl liegt? Ich kann hier ja kaum mit jemandem reden, über private Dinge und so, du weißt schon. Klara versucht sich wie immer vor der Arbeit zu drücken. Hängt ständig an der Kaffeemaschine. Naja, und Lukas? Seit er seinen Job als Journalist hingeworfen hat und nun seine eigenen Texte schreibt, sehen wir uns nur noch selten. Ich sitze hier immer noch an dem Artikel über die 'Rolling Stones'. Ich weiß einfach nicht, was ich [..]
Der teuerste Preis
08.03.2012 22:41
Der teuerste Preis Eine Fledermaus möchte von der Hexe Winifred den sehr wertvollen Mondstein haben. Die Hexe verlangt einen sehr hohen Preis.
Es war einmal eine Zeit, als Bale, die Fledermaus, zur Hexe Winifred kam, um sie um einen Gefallen zu bitten. Bale war den weiten Weg aus Raas Gizrem nach Masel in wenigen Tagen geflogen und war erschöpft. Winifred bot ihm zur Stärkung einen Kräutertee an, und die Fledermaus trank hastig.
„Nun erzähl mal, was dich her führt, kleiner Kerl!"
Cassandra, Winifreds Hexenlehrling, half Bale auf die Füße, der daraufhin piepsig sprach: „Winifred, mein Volk hat gehört dass du etwas hast. Etwas was meinem Volk gehören sollte, denn wir haben es einst gefunden. Wir bitten dich: Händige uns den Mondstein aus, den du besitzt! Du sollst nicht unbelohnt bleiben!"
Winifred [..]
Der Feuerturm
08.03.2012 14:13
Bea hätte sich nie träumen lassen, dass Märchen und Sagen wahr sein könnten. Dann gerät sie mitten in eine hinein.
Bea setzte sich müde auf einen Baumstamm, sie hatte heute viel gearbeitet und freute sich auf den Feierabend. Sie nahm dem Helm von Kopf und löste den Pferdeschwanz und ihr langes, blondes Haar fiel ihr über die Schulter. Bea arbeitete als Azubi in der Forstwirtschaft.
Es war zwar ungewöhnlich für eine Frau in diesem Beruf eine Lehre zu machen, aber Bea hatte schon als kleines Mädchen ihre Liebe für den Wald entdeckt.
Ihr Vater war ein leidenschaftlicher Wanderer und hatte sie immer in den Wald mitgenommen, ihr die Schönheiten der Natur gezeigt. Bea liebte den Wald. Wenn sie ihn betrat war das als würde sie nach Hause kommen. Die großen Bäume gaben ihr Schutz und eine innere [..]
Mein australisches Tagebuch
06.03.2012 12:37
Dieser Reisebericht über Australien soll interessierte Leser informieren. Dieser Kontinent bietet noch alles, was der Tourist nur erwarten Kann. Moderne Städte, elegante Kaufhäuser, oder Abenteuer pur.
Von 1991 bis 1998 waren wir 9x in Australien, jedes Mal für 6 Monate!
Himmel über Australien!
Soweit das Auge reicht, nur Himmel und Sand,
nur Hitze und weites, trockenes Land,
kein Schatten für Mensch, kein Schatten fürs Tier,
die Schönheit der Wüste und der Tod warten hier!
Kein Wasser, nur Hitze und heißer Staub,
kein Grashalm, kein Busch, kein grünes Laub,
von der Ewigkeit für die Ewigkeit erschaffen,
ein Land in dem selbst die Winter erschlaffen!
Die endlose Weite Australiens, wird nur von der Unendlichkeit des Himmels übertroffen. Während die flimmernde Hitze kleine Sandteufelchen [..]
Vernunft und Leidenschaft
02.03.2012 07:32
... von einer Begegnung mit einem Mann, die einen in eine völlig fremde Gefühlswelt bringt und das Leben nachhaltig beeinflusst.
Da war er. Am anderen Ende des Raumes. Die Tanzfläche zwischen uns war voll Menschen. Dennoch hatte ich ihn sofort erkannt. Er war sich meiner nicht bewusst. Ich hatte es auch nicht erwartet, schließlich war unser letztes Treffen nun einige Monate her. Uns trennten noch einige Reihen von Menschen und ich zögerte einen Moment.
Wir hatten uns damals auf einem Festival getroffen. Die Band war mittelmäßig, das Publikum angeheizt durch Spirituosen. Er stand 2 Reihen vor mir. Musik machte mich immer scharf, ich war Single und allein in der Menschenmenge. Wie es schien war er mit einem Kumpel da. Dieser hatte ein hübsches Gesicht, war jedoch schmal und schlaksig, ich war selbst groß und eher kräftig [..]
Der alte Große
01.03.2012 18:07
Ein schottisches Grusel- und Mysterie Märchen über den Fluch der ewigen Liebe
Es ist ein sonniger Tag im Jahre 1837 am Hadrianswall, eine über 113km lange und fast 3 Meter breite Grenze zwischen Newcastle und Solway Firth gebaut so zwischen 2ten bis 5ten Jahrhundert vor Chr.Der alte Große mit seinem Hirtenstab schlendert mit seiner Hirtenhündin, ein altes zotteliges Tier, zu seiner Schafsherde. Shona, war ihm eines Tages zugelaufen und ist seit dem sein treuester Begleiter. Ist schon ewig her, für ein Hundeleben fast schon zu lange. Wie jeden Mittag, geht er immer an einem Teil des „Walls" vorbei da diese fast 5 Meter hoch ist und somit einen kühlen Schatten wirft.An einer bestimmten Stelle hält er immer kurz inne und verweilt einen Augenblick. Es ist direkt unter einem sehr alten Apfelbaum. Er bückt sich nach einem heruntergefallen Apfel, mustert ihn kurz und beißt [..]
Treue Katzenliebe
29.02.2012 18:12
Über treue Katzenliebe und einen älteren Menschen, der seine Katze vermisst.
Es ist ein lauer Wintertag. Leise Flocken fallen glitzernd auf die Erde. Die Menschen beginnen zu frösteln. Alles um mich herum strahlt eine ruhige und romantische Atmosphäre aus. Es scheint alles nahezu perfekt.
Doch eines fehlt mir meine geliebte Katze Mimi.
Das letzte Treffen ist nun mittlerweile schon einen ganzen Monat her.
Ich weiß einfach nicht, was ihr zugestoßen ist. Hoffentlich hat sich Mimi gut eingelebt, wo auch immer sie gerade herum streunt.
Ich mache mir große Vorwürfe. Hätte ich sie an diesem Tag nur nicht an die frische Luft gelassen, denn dann würde sie jetzt noch gemütlich mit mir auf der Couch liegen. Nebenbei würde ich sie mit ihren Lieblingsleckerlis erfreuen und mit einer entspannenden Rücken- und [..]
Tipi, Enie und das Iglu
29.02.2012 16:15
Die Kleine Enie baut ein Tipi und ich helfe ihr beim Iglu bauen. Ein kleines witziges Anekdötchen aus der Sicht eines Erwachsenen aus den Augen eines Kindes.
...und es hörte nicht auf zu schneien! Seit Tagen schneit es unaufhörlich. Seit ich 2010 aus meiner geliebte Stadt weggezogen bin und auch ca. 15 Jahre vorher schon, habe ich nicht mehr so viel Schnee gesehen.
Wenn das so weiter geht dann ist die eine Straße die zu uns führt, somit auch die einzige von uns weg, komplett dicht. Nun bin ich nicht mehr in dem Alter wo ich "jaaa" rufe, weil Schulfrei wegen Schneechaos ist, sondern muss mir echt Gedanken machen wie ich als gestandener Mann zur Arbeit komme.
Ein Schneepflug wäre jetzt der Knaller. Jau, da käme doch glatt das Kleinkind in mir durch. Mensch war das Freiheit, als ich das letzte Mal so viel Schnee um mich herum [..]
Wenn die Einsamkeit siegt
28.02.2012 22:49
Es geht um ein Mann, der nachts auf der Bank sitzt und über sein einsames Leben nachdenkt, nachdem er Frau und Tochter verloren hat.
Es war Samstagabend und ich saß auf einer alten Parkbank. Wie man es von einer Novembernacht erwartet war es still, kalt und einsam. Nur wenige Leute liefen zu dieser Uhrzeit noch an mir vorbei. Wie jeder andere, sahen sie einen alten Mann auf der Bank, der einen grauen Mantel trug und einen gelben Wollschal um hatte. Keiner wusste, wie lange ich schon hier saß und wie lange ich hier noch sitzen werde. Außer ich. Zeit vergeht und Zeit kommt. Jeden Tag haben wir neue Zeit. Doch wozu braucht man sie? Um sie mit seiner Familie zu verbringen? Oder mit Freunden?
Dunkle graue Wolken zogen sich über den sternenklaren Himmel und der Vollmond verschwand dahinter. Keiner lief mehr nach Hause. Keine Autos fuhren auf den [..]
Hartmanns Fluch
26.02.2012 20:12
Kurt Harrison findet im Wald Seltsames. Diesmal dabei: Ein Ritter und ein Schwert.
Kurt Harrison war wie immer mit seinem Hund Bergeron unterwegs. Egal ob die Sonne schien, ob der Regen prasselte oder der eiskalte Winterwind pfiff, der riesige Bobtail und sein Herrchen wanderten durch die Wälder, die ihre Heimatstadt umgaben. Mal fanden sie dabei Pilze, mal Beeren, manchmal auch gar nichts zum Mitnehmen. Was sie immer fanden, war himmlische Ruhe und Abstand vom Alltag im Büro für Kurt, und Erleichterung für Bergeron, der an allem, was länger als 5 Sekunden an einem Platz stand, sein Bein hob.
Auch an diesem recht dunklen Novemberabend waren beide noch unterwegs, zu Hause wartete nur eine nörgelnde Frau, und ins Gasthaus "Zur dicken Lotte" ging Kurt nicht mehr so gerne, seit sein Freund Jonathan Schmidt dort verkehrte. Immer wieder [..]
Emmy, die Welsh-Stute
26.02.2012 18:19
Eine Geschichte über zwei Mädchen und ihre Ponys, welche Ihnen den letzten Nerv rauben und welche sie trotzdem abgöttisch lieben.
Alles begann an einem schönen Donnerstagmorgen im Mai als meine Schwester Juni und ich mit den Welsh-Ponys Lenny und Geeny für das Turnier am Wochenende trainierten. Wir waren mitten im Springen, als Dad plötzlich auftauchte und uns aufforderte das Training sofort zu beenden. Wir sollten unsere Ersparnisse mitnehmen und ihn in 10 Minuten am Auto treffen. Wir wussten nicht was es zu bedeuten hatte. Aber wir liebten Überraschungen. Deshalb zögerten wir nicht eine Sekunde, schafften die Welshs in den Stall, zogen uns um und suchten unser Geld zusammen.
Im Auto fragten wir Dad noch einmal, wo wir hinfuhren, doch er antwortete nur mit einem Grinsen. Aber der Pferdeanhänger verriet schon mal, dass es etwas [..]
Teufel 7.284
26.02.2012 18:09
Teufel Henry ist noch neu in der Hölle. Zusammen mit seinem Lehrmeister Archibald soll er einen auf die Erde geschickten Teufel auf den richtigen Weg bringen. Doch erstens kommt es anders...
„Und was treibt er?" Teufel Henry, mit der Kennzahl 7.284, lehnte neben seinem Lehrmeister Archibald auf der Aussichtsplattform im Himalaya. Zusammen blickten sie auf die Erde herab.
„Er scheint so langsam wieder in der Spur zu sein, mein teuflischer Freund" antwortete Archibald in seiner ironischen Art, so wie er das immer tat, wenn Henry 7284, der Neuling in der Hölle, ihn etwas fragte.
Archibald war sehr stolz darauf, keine besondere Kennzahl zu tragen, denn in seiner Funktion als Beobachter hob er sich deutlich von allen anderen Archibalds in der Hölle ab. Schon oft hatte er die Aufgabe übertragen bekommen, Teufel zu leiten, die auf die Erde [..]
Engel 7.283
26.02.2012 17:59
Engel Hubertus ist noch neu im Himmel. Mit seinem Lehrmeister achtet er darauf, das ein kürzlich auf die Erde geschickter Engel alles richtig macht, was nicht immer einfach ist.
"Und was macht sie?" Engel Hubertus, mit der Kennzahl 7.283, lehnte neben seinem Lehrmeister Armin auf der Aussichtswolke. Zusammen blickten sie auf die Erde herab.
"Sie findet so langsam ihren Weg, mein Freund", antwortete ihm Armin in seiner väterlichen Art, so wie er es immer tat, wenn Hubertus 7.283, der Neuling im Himmel, ihn etwas fragte.
Armin war ein wenig stolz darauf, keine besondere Kennziffer tragen zu müssen, denn in seiner Funktion als Beobachter hob er sich von den anderen Armins im Himmel klar ab. Er hatte schon oft die Aufgabe übertragen bekommen, Engel zu leiten, die auf die Erde geschickt wurden. Aber dieser Fall faszinierte ihn so sehr, dass [..]
Takins Hilfe
26.02.2012 02:43
Jantin war der Schmied der Stadt. Seine Geschäfte liefen seit einiger Zeit nicht mehr gut. Damals hatte es einen Krieg gegeben, der wie ein Segen schien. Seine Frau Jiska hatte ihm gerade einen Sohn geboren, und Takin war kräftig und ein guter Esser. Natürlich waren da Aufträge mehr als willkommen, ein gutes Schwert wurde immer gebraucht in Kriegszeiten. Das Schicksal meinte es trotzdem nicht gut mit Jantin, denn in jedem Krieg gibt es Opfer, und wer meint, er sei einer der Gewinner, wird schnell merken, dass es nur Verlierer gibt. Jantin verlor in einer der letzten Nächte des Krieges seine Frau, Takin seine Mutter. Die Stadt war erobert, marodierende Truppen kamen und nahmen sich, was sie brauchten, zunächst Lebensmittel, dann Kleidung und Gold, und als nichts wertvolles mehr in der Stadt war, beschimpften sie die Stadtbewohner und verwüsteten [..]
Der Wanderer im Ewigen Eis
25.02.2012 20:58
Den Weg des Lebens so einfach wie möglich gehen, stur geradeaus, ohne nach links und rechts zu schauen, kann in die Isolation führen. Wie nun dort wieder herauskommen?
Es war einmal ein Wanderer, der setzte einen Fuß vor den anderen.
Nicht eilig oder hastig, aber auch nicht vorsichtig oder unbeholfen, sondern gleichmäßig und konstant. Er tat das, was getan werden muss, um voranzukommen. Um einen Weg zu gehen, der gegangen werden will. Und er tat es mit Freude, es war seine Berufung: „Das Wandern" Und, um nicht abgelenkt zu werden, von dem, was um ihn herum geschah, schaute er nur nach vorne, weder zurück noch zur Seite. So kam er am schnellsten voran.
Er ging immer geradeaus, der Nase entlang.
Er ging seines Weges und war froh dabei. So ging er viele Jahre, denn er war ein eifriger Wanderer. Er sah den Weg, der vor ihm lag und das [..]
Der Frosch und die Rose
24.02.2012 23:01
Zwei unterschiedliche Lebewesen lernen sich kennen und finden Gefallen aneinander. Die Welten, die sie trennen werden durch magische Weise verbunden, Schranken fallen...
Es war einmal ein kleiner Springfrosch, der sprang wild durch die Gegend.
Auf seinem Weg über eine Blumenwiese sah er eines Tages eine Rose.
„Nett so ‚ne Rose!" dachte der Frosch „Aber, viel zu brav, die erlebt ja nichts, wenn sie immer nur so da rumsteht!"
„Der ist aber sprunghaft!" dachte die Rose, als der Frosch an ihr vorbeihüpfte.
So waren die beiden einander aufgefallen, ohne sich vorerst weitere Gedanken darüber zu machen.
Da die Rose im Trocknen stand, und Frösche es ja bekanntlich eher feucht und warm mögen, sahen sie sich auch nicht allzu häufig. Dennoch begab es sich, dass sie aneinander denken mussten, obwohl sie sich kaum [..]
Allein und mitten unter uns
24.02.2012 11:16
Köln, ein alter Mann, ich und der Rest. Augenscheinlich ein Penner. Man sollte genau hinsehen denn nicht alles ist so wie es scheint. Tiefgrund kann man nur selten sehen.
Der alte Mann, war jeden Nachmittag mit seinem Zeichenblock und Kohlestifte auf der Neusser Straße unterwegs. Für viele die ihn zum ersten Mal sehen, ist er nur ein Penner.
Weiße längliche vergilbte Haare und einen ebenso langen weißen vergilbten zotteligen Bart. Schmuddelige Klamotten und nicht gerade gut riechend wenn man auf drei Meter Entfernung ein Näschen nehmen mag. Ein Penner halt.
Er bettelt aber nicht, ich habe ihn noch nie dabei beobachten können wir er nach Geld oder dergleichen fragte. Einige die ihn seit Jahren „kennen", so wie ich, grüßen in recht herzlich und er grüßt jedes Mal zurück. Ich habe noch nie ein Wort [..]
Das Blumenmädchen
19.02.2012 16:57
Das Blumenmädchen Die Beobachtung eines jungen Mädchens, welches dem Betrachter mit ihrer unschuldig-hilflosen Art in Atem hält. Doch ehe er sie retten kann, scheint es zu spät.
Da stand sie.
Wie jeden Tag stellte sie behutsam das kleine Tischchen vor sich auf und setzte sich dahinter auf den wackeligen Stuhl.
Ihre Hände ruhten in ihrem Schoß.
Der Tag war kalt, doch nur ich sah, wie sie zitterte. Kaum wahrnehmbar bebten die langen dünnen Finger ihrer kleinen Hände, welche sie in blinder Hoffnung nach Wärme aneinander rieb. Die Spitzen, mit den bis aufs Fleisch abgekauten Nägeln, hatten sich in den zerschlissenen Halbfingerhandschuhen blau verfärbt.
Vor ihrem Mund bildeten sich kleine Wolken ihres stoßweisen Atems.
Ich beobachtete sie jeden Tag, sah wie sie sich mit ihrer Zunge über die aufgesprungenen [..]
Das Traumlabyrinth
16.02.2012 17:40
Lange Jahre hatte ich Alpträume in denen ich durch die Arbeitersiedlung irrte, in der ich eine schreckliche Kindheit verbrachte. Doch dann kam die Wende.
Der Volksmund sagt „Träume sind Schäume" und allgemein bin ich auch dieser Auffassung.
Meist arbeitet man im Traum bewegendes Tagesgeschehen auf; man beschäftigt sich im Schlaf mit einem Roman, einem Erlebnis oder einer Fernsehsendung weiter.
Manchmal gibt so ein Traum auch Aufschlüsse über den Seelenzustand des Schläfers. Genau so erging es mir über eine lange Zeit.
Ich bin bei einer lieblosen, allein erziehenden Mutter in einer Arbeitersiedlung aufgewachsen.
Man hatte gleich nach dem Krieg dort graue Betonbauten hochgezogen, aber wacker versucht, sie irgendwie aufzuwerten. Zum einen hatte man die einzelnen Mietskasernen in unterschiedlicher Form und Höhe [..]
Die Frist
12.02.2012 16:58
Was wäre, wenn mann wüsste, wann andere sterben? Man könnte über diesem Wissen zerbrechen oder es ausnutzen!
Der Wecker reißt mich mit seinem nerv tötenden Piepen aus dem Schlaf. Sonnenlicht flutet ins Zimmer. Ich habe Kopfschmerzen. Das kommt davon, wenn man sich fast die ganze Nacht um die Ohren schlägt. Heute Morgen um vier Uhr stand ich noch am Fußende von Frau Lehmanns Bett und betrachtete die alte Dame. Ihre Nachttischlampe brannte und mit dem auf die Brust gesunkenen Agatha-Christie-Krimi und der schief sitzenden Brille sah sie aus, als wäre sie beim Lesen eingeschlafen. Aber sie war tot. Ich wusste schon seit Wochen, dass sie heute früh stirbt, denn ich sehe die Lebensuhr anderer Menschen. Ihre natürliche Frist, die ihnen gegeben ist.
Zum ersten Mal passierte es vor ziemlich genau zwanzig Jahren. Ich war [..]
Ewig kalte Hände
08.02.2012 19:18
Die Geschichte, die ich einst für ein Mädchen schrieb, soll dir warme Gedanken bereiten, wenn du mal wieder kalte Hände hast.
Eine Woge donnert, stürmt auf dich zu. Die Flucht ist zwecklos, obgleich du mit dem Armen rudernd durch den Tiefschnee stolperst, in der Hoffnung doch noch Schutz zu finden, eher die kalte Faust des Winters dich erfasst. Und doch spürst du, wie sie bebend sich dir nähert. Nur noch Sekunden oder gar Augenblicke. Wie die Fänge eines Wolfes schnappt sie nach dir und sogleich ist es geschehen. Die Wucht der Lawine reißt dich mit, tief hinab ins Tal und schon merkst du, wie deine Sinne immer schwächer werden und verblassen. Zum Schluss, nur Eiseskälte...
...jedoch, etwas stimmte nicht. Die Luft, zuvor schneidend kalt dir die Lunge zerriss, ist angenehm, leicht rauchig und erfüllt von harziger [..]
Zwischen Traum und Wirklichkeit
08.02.2012 12:25
Vampirgeschichte: Laura hat einen Unfall und begegnet dabei Alexis, der versucht, sie von der Organisation fernzuhalten.
Laura fuhr auf der Autobahn nach Hause. Es stürmte und die Straße glitzerten feucht. Der Regen prasselte hart gegen die Autoscheibe. Sie hatte einen anstrengenden Tag hinter sich und war froh, dass es nur wenige Kilometer waren. Sie würde abfahren, sich einen Weg durch die Innenstadt bahnen und in ihrer Garage parken. Sie sehnte sich nach ihrem warmen Bett. Laura war morgens, um halb sieben, fast allein unterwegs. Nur hier und da fuhren ein paar andere Autos an ihr vorbei. Ab und zu fielen ihr die Lider zu. Sie riss die Augen schnell wieder auf.
Pass auf, es sind nur noch ein paar Kilometer, ermahnte sie sich. Sie versucht sich, auf die gerade Strecke der Autobahn zu konzentrieren, jedoch verschwamm die Straße vor ihren Augen. Es fiel [..]
Alles lebt
06.02.2012 17:42
Alles lebt Was geschieht mit uns, wenn wir gestorben sind? Kommen wir wieder zurück? Gibt es Gott? Auf (fast) alle diese Fragen gibt es hier eine Antwort.
Ben war 42 Jahre alt, als ihn die Erde verschluckte.
Es gab keinen Erdrutsch und keine Spalte tat sich auf. Im einen Moment lag er auf seiner Parkbank und fror sich den Arsch ab und im nächsten fühlte er sich nach unten gezogen und sah, wie sich die Grasnarbe über ihm schloss.
Dieser Vorgang wäre ja schon erstaunlich genug. Noch viel erstaunlicher war es allerdings, dass er die Prozedur keinesfalls als unangenehm empfand. Er fühlte sich sicher, wie in einem unsichtbaren Kokon und sah die Gesteinsschichten in gemächlichem Tempo an sich vorbeiziehen. Er sah! Und das unter der Erde. Toll! An so nebensächliche Dinge wie Atmung dachte er im Moment nicht. Atmung war nicht relevant. [..]
Der verchromte Himmel
04.02.2012 19:38
Christian ist mit dem zwanzig Jahre älteren Timo befreundet, der einen unkonventionellen Lebensstil führt. Die gemeinsame Leidenschaft für amerikanische Traum-Autos bringt sie auf den richtigen Weg.
„Hey, willst Du den ganzen Tag verschlafen?", rief Christians Mutter genervt und ungeduldig vor seiner Zimmertür. Was kann man von einem 18-Jährigen denn schon anderes erwarten? Sich erst abends die Nächte um die Ohren zu schlagen und dann am nächsten Tag wie ein schlecht gelaunter Zombie mit rot geränderten Augen mittags in der Küche zu erscheinen...
Unser Hund Benny
04.02.2012 15:15
Jeder ist ja der Meinung, ihr Hund ist etwas ganz Besonderes, doch dann solltet ihr euch erst mal meine Geschichte anhören.
Wie stellt man sich den perfekten Golden Retriever vor? Er sollte auf jeden Fall ein Familienhund sein, mit einem gerne im Wasser spielen und unkompliziert sein. Tja, was soll ich sagen? Benny ist das genaue Gegenteil. Na gut, das mit der Klugheit stimmt, jedoch zeigt er sie nicht, indem er Stöckchen wiederbringt, oder Dinge im Garten verbuddelt, um später noch etwas davon zu haben.
Nein, er benutzt seine Klugheit, um uns eher etwas auszuwischen, indem er an der Leine um uns herum läuft und sich losreißt, um ins Wasser zu gelangen, dass, mal so nebenbei bemerkt, minus zwei Grad hat.
Benny ist ein Weltmeister im Schwimmen und das sag ich nicht nur so. Er hat wirklich und ich lüge nicht, es einmal geschafft vier Stunden am [..]
Die Reise zu den drei Drachen
03.02.2012 23:17
Die Reise zu den drei Drachen Finn und Luna begeben sich auf eine fantastische Reise zu den drei Drachen, von denen Finns Opa ihnen immer erzählt hat.
Hast du schon mal die Geschichte von den drei Drachen gehört? Mein Opa hat mir immer tolle Geschichten erzählt, aber die von den drei Drachen war bislang die beste; Legenden zu Folge gibt es den schwarzen Drachen, der nur das Schlechte sieht und dir sagt, was du in deinem Leben bisher falsch gemacht hast. Diesen Drachen musst du besiegen, nur dann gelangst du zum roten Drachen, der dir eine Aufgabe stellt, in der du klug handeln musst, um zu dem nächsten Drachen zu gelangen; dem goldenen Drachen. Nur der wird dich für deine Taten, die du bis hierher geschafft hast, reich belohnen.
Finn mochte Luna nicht. Immer musste sie an ihm herumnörgeln. Doch es blieb ihm ja nichts anderes über, als [..]
Störender Gast
01.02.2012 15:41
Was geht vor in Menschen, die sich in sich selbst zurück ziehen? Ohne soziale Kontakte scheint man langsam aber sicher schizophren, verrückt, zu werden.
Was mich beunruhigt ist, was ich sehe, denn die Szenen kreisen in wahnsinnig schneller Abfolge um meinen Kopf und ich habe das Gefühl in meinem eigenen Körper nicht mehr als ein störender Gast zu sein.
Eingesperrt in meinem Verließ, welches sich in den Kellergewölben meines Ichs verbirgt, versuche ich vergebens die Augen zu öffnen, die mit irgend etwas zugeklebt sind.
Ich sehe mich Dinge tun, die ich nicht tun möchte und im letzten Zufluchtsort des intuitiven Zentrums meiner Selbst fühle ich mich gefangen.
Im Resonanzraum meiner Emotionen bin ich verloren mit Menschen, die ich zuvor nie sah und mir doch so vertraut erscheinen. Bereit für das Nichts sitze ich in meinem trostlosen Reservat, bis der exquisite Schmerz des Aufwachens eintritt.
Schöne neue Welt
01.02.2012 15:26
Es ist laut, schnelllebig und das Sozialleben des Einzelnen kommt oft viel zu kurz. Und doch scheint es kaum einen zu stören...
Träume, die manchmal in den Tag verirren, helfen mir die Augen zu verschließen vor der Realität meines abgestumpften Daseins. Laufe ich blindlinks durch die menschenleeren Straßen und ziehe vorbei an den farblosen Gesichtern, die es mir gleich tun, so höre ich das monotone Dröhnen und Hämmern nicht mehr in meinem Kopf, sondern versinke in mir selbst. Der Traum, der mich meiner Nacht bestahl, kehrt wieder und wieder und durchdringt mein Innerstes, bis er mich gänzlich zerfressen hat und sich mein Leben nur noch nach ihm richtet.
In meinem kleinen Appartement stehe ich allein und blicke hinaus, beobachte all die wahr gewordenen Gestalten, welche mich in den vielen Nächten, die manchmal mit, meist [..]
Ein Spaziergang
01.02.2012 12:25
Nach einem anstrengenden Tag, Gedanken bei einem Spaziergang oder ein Traum?
Ich hatte eine anstrengende Woche gehabt. Die Arbeit, die Familie, warum wollte jeder etwas von mir? Die Arbeit nahm immer mehr zu, ich sah einfach kein Licht mehr am Horizont, sondern nur einen langen, steinigen Weg. Sollte es immer und immer so weitergehen?
Müde, erschöpft und mit dem Gefühl, schwere Pakete lasten auf meinen Schultern, machte ich mich am Sonntag zu einem kleinen Spaziergang auf.
Ich befand mich auf einem wunderschönen kleinen Weg. Der Herbst, meine liebste Jahreszeit, begann. Die Bäume an meinem Weg zeigten bereits ihre wunderbare Herbstfärbung.
Schon wieder neigt sich das Jahr dem Ende zu, dachte ich.
Neben mir floss ein kleiner Bach. Leise plätscherte er dahin. Und hinter den Bäumen auf der Wiese standen zwei Rehe. Welch eine [..]
Hiebe der Liebe
31.01.2012 11:47
Das immer wiederkehrende Gefühl der einseitigen Liebe kann schmerzen, wie ein oder gar mehrere Schläge in dein Herz.
Meine Gedanken gelten nur Dir. Schade, dass Deine nicht nur mir gelten.
Eines ist sicher, vergessen werde ich Dich nie.
Obwohl wir nur für einen kurzen Moment eine schöne Zeit hatten. Es heißt, alles würde vergehen, doch immer, wenn ich Dich sehe, höre oder rieche, glaube ich nicht an die Vergänglichkeit. Ich lebe nur noch in einem Traum, einem Wunschtraum, in dem Du Wohl oder Übel, die Hauptrolle spielst.
Es ist schön diesen Traum zu leben, doch wünschte ich, auch Du würdest ihn leben.
Wenn ich Dich sehe, höre und rieche, werde ich durch etwas Schreckliches aus diesem Traum gerissen, die Realität. Sie ist es, die einen unerbittlichen Kampf gegen den Traum zu führen scheint. [..]
Nur ein Tintenklecks?
30.01.2012 14:22
Diese Kurzgeschichte stellt eine interessante Episode zum Thema einseitige Betrachtungsweise oder Voreingenommenheit dar.
Der Lehrer trat ins Klassenzimmer ein, begrüßte die Schüler und ließ sie Platz nehmen. Dann holte er aus der Mappe ein großes weißes Blatt Papier, wo es in der Ecke einen kleinen schwarzen Tintenklecks gab.
Der Lehrer zeigte den Schülern das Blatt und fragte: „Was seht Ihr hier, Kinder?" „Einen Tintenklecks!" riefen die Schüler im Chor.
Der Lehrer runzelte die Brauen und sagte nichts. Dann begannen die Schüler den Klecks zu interpretieren. „Das ist eine Wolke!" rief der Eine.
„Nein, das ist keine Wolke, sondern ein Bär!" rief der Andere.
„Ach was! Das ist ja eine komische Blume!" rief der Dritte.
Der Lehrer schwieg.
Fast eine halbe Stunde [..]
Verkäuferin wider Willen
29.01.2012 19:33
Eine äußerst amüsante Begebenheit, die sich in der Abteilung für Damenoberbekleidung meines Lieblingskaufhauses ereignete, weil ich einen schwarzen Pullover und eine schwarze Hose trug...
Was macht uns Frauen manchmal mehr Spaß als Shoppen? Ich kenne kaum etwas Anderes. Es gehört einfach zu unserem Leben dazu und hebt die Laune merklich. So traf ich mich unlängst an meinem freien Tag in der Stadt mit meiner älteren Schwester. Die Preise purzelten teilweise bis zu 50% nach unten, das ließen wir uns nicht zweimal sagen.
Angekommen in der Abteilung für Damenoberbekleidung unseres Lieblings- Kaufhauses, machten wir sofort von unseren im Laufe der Jahre deutlich geschärften Sinnen Gebrauch. „Hey, große Schwester, schau mal, die Jacken und Mäntel warten auf uns", rief ich ihr voller Begeisterung [..]
Es könnte so sein...
27.01.2012 15:39
Eine junge Dame stieg in ihren eleganten Audi ein, nahm auf dem Fahrersitz Platz, warf den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Das Bild war ganz klar und deutlich...
Im Zug
26.01.2012 08:06
Im Zug fuhr ein Ehepaar... An der nächsten Haltestelle stieg ein alter Mann mit seinem fünfundzwanzig-jährigen Sohn ein. Sobald sich der Zug in Bewegung setzte, blickte der junge Mann ins Fenster und schrie mit Begeisterung: „Guck mal, Papa, die Bäume laufen zurück!" Der Vater sagte nichts, sondern lächelte nur... Das Ehepaar füllte sich ein bisschen verwirrt, weil sich der junge Mann wie ein kleines Kind benahm. Nach ein paar Minuten schrie der junge Mann ebenso begeistert: „Ach, Papa, die Wolken schwimmen zusammen mit unserem Zug...!" Das Ehepaar beobachtete verwirrt das komische Benehmen des jungen Mannes, während sein Vater nichts Komisches zu sehen schien. Bald schrie der junge Mann wieder, erfüllt von Freude: „Papa, Papa, guck mal, da am Teich steht eine Kuh!"
Das Ehepaar sprach den alten Mann teilnahmsvoll an: „Wieso wollen Sie Ihren Sohn nicht in eine Klinik [..]
Vater
25.01.2012 00:39
Vater es ist so still, ich höre den Wind in den Blättern des großen Baums, der Dir im Sommer sicherlich Schatten spenden wird, hörst du ihn auch?
Es ist ein schöner Platz hier und bald ist es nicht mehr Winter und der Frühling wird kommen, er wird Dich wärmen, ja dann werden über Dir Blumen wachsen und Deine Asche wird Ihnen Kraft geben, ja du wirst ihnen Leben schenken, ähnlich wie Du mir mein Leben geschenkt hast.
Dann bist Du hier nicht mehr allein, Du wirst Dich erfreuen an den schönen Blüten und kriegst richtig viel Besuch von allerlei Bienchen.
Der Baum wird bestimmt Dein Freund sein.
Weißt du, ich beneide ihn Er hat so viel Zeit, begleitet Dich durch die Stille, Wacht über Dich bei Nacht, ist immer für Dich da, bis in die Ewigkeit.
Ich wollte nicht, dass Du schon hier bist, Keiner wollte es, [..]
Hurghada - Futter bei die Fische
22.01.2012 13:42
Lustige Geschichte über den Urlaubsaufenthalt in Hurghada. Es zeigt sich, dass im Leben Licht und Schatten eng beieinander liegen. Ein unvergessliches Erlebnis.
Hurghada ist die größte ägyptische Urlaubermetropole am Roten Meer mit ca. 160.000 Einwohnern in der Hauptreisezeit, viele davon kommen aus den Nilstädten und sind reine Saisonarbeiter. Seit den 80er-Jahren avansierte die Stadt zum führenden Badeort dieser Region. Hier werden den Erholungsbedürftigen oder auch Abenteuerlustigen neben Wassersportmöglichkeiten, wie Windsurfen, Segeln und Hochseeangeln, auch Schiffsausflüge zum Tauchen und Schnorcheln angeboten. Die besten Korallenriffe liegen vor der Küste.
8-zylindrig durch den Schlaf
19.01.2012 20:49
Das passiert, wenn man begeistert Zeitschriften für US-Car-Fans liest und solche Filmbeiträge bevorzugt. Ein wunderbarer Traum, der nie enden sollte.
Manchmal nehmen sie uns nachts mit sich, völlig unverhofft.
Der Tauben stummer Ruf
15.01.2012 18:50
Wir befanden uns wieder einmal, entgegen unserer Überzeugung, an einem Samstag Nachmittag in der Stadt. Es war Winter, es war kalt, es war ungemütlich und von allen Seiten wurden wir angerempelt. Nichts wie weg, war unsere Devise. Nur möglichst schnell nach Hause kommen!
In München gibt es schöne historische Gebäude mit interessanten Säulengängen. Gerade eilten wir an einem dieser bemerkenswerten Bauwerke vorbei. Und anstatt, wie ich es eigentlich immer tat, geradeaus zu blicken, neigte ich, wie von einer unsichtbaren Kraft gesteuert, meinen Kopf nach oben. Da sah ich plötzlich das Dilemma. Um die kunstvollen Ornamente vor ätzenden Taubenexkrementen zu schützen, waren an den Säulenvorsprüngen Drahtgeflechte gespannt. Eigentlich handelte es sich um engmaschige Konstruktionen. Aus einem unerfindlichen Grund war [..]
Flucht
08.01.2012 23:51
Flucht Die Suche nach einer neuen Heimat, dorthin, wo die Zerstörung hergekommen ist...
Bulu schritt gleichmäßig voran. Der kleine Kompass zeigte nach Norden. Die Richtung stimmte. Bulu hatte auch eine Karte. Sie war aus einem Magazin ausgeschnitten. Mit jeder Stadt, die er erreicht hatte, hatte er mit einem Kugelschreiber seinen Weg mit kleinen Kreuzchen auf der Karte markiert. Andere hatten richtige Karten dabei, einige hatten sogar festes Schuhwerk und Geld. Doch alle marschierten nach Norden. Durch die Reihen ging es leise: „Bald kommt der Bahnhof. Dort sind die Züge. Am besten bei Nacht... bei Nacht. Die Wächter sind vielleicht fort..."
Bulu versuchte sich zu freuen, doch es gelang ihm nicht. Er war auf dem Weg in ein unbekanntes Land, um dort zuhause zu sein.
Auch der Klimafonds sank in das Reich der abgelehnten Konzepte. Nach [..]
Im Sumpf der Gefühle
08.01.2012 21:02
Alicias Leben steht Kopf. Ihre Lehrer stehen vor Rätseln die gelöst werden müssen um Alicias Welt wieder auf die rechte Bahn zu bringen...
Frau Hasse...
„Ich habe die Hausaufgabe nicht."
„Warum nicht ?"
„Keine Lust gehabt."
„Und wenn ich das jetzt eingesammelt hätte ?"
„Dann hätte ich jetzt eine 6."
„Was erlaubst du dir eigentlich?"
Ich war ziemlich wütend, ich hatte mich über sie gewundert, so kannte ich sie nicht. Sie war ja sonst eher freundlich zu mir. Aber ich glaube, sie verstand sich selbst auch nicht. Ich mochte Alicia. Vielleicht hatte sie einen Grund für ihr Benehmen. Sie hatte sich mit Marika gestritten. Als sie die Hausaufgaben nicht hatte, schaltete sie auf stur, weil sie keine Schwäche zeigen wollte. So war sie schnippisch, und schien [..]
Die verpflanzten Träume
07.01.2012 16:36
Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen. Diese Aussage hatte sich bei meinen Eltern leider viel zu schnell bestätigt. War ihre Entscheidung richtig? Wer weiß das schon...
Sie hatten es sich eigentlich ganz anders vorgestellt all die Jahre, die sie in München lebten und arbeiteten. Meine Eltern verließen nach 20 Jahren die Stadt, die ihnen so viel gegeben hatte und bedeutete, was Beiden zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht wirklich bewusst war. Zurück blieben wir zwei von ihren drei Töchtern sowie Freunde und Arbeitskollegen, welche ihnen in der langen Zeit sehr nahe standen und viele schöne Erinnerungen.
In der Einliegerwohnung im Hause meiner Schwester, 200 Kilometer entfernt, wartete eine gemütliche große Terrassenwohnung auf sie, die sie bereits während ihrer kurzen Urlaubsaufenthalte mit liebevoller Hand eingerichtet hatten. „Was werden die Freunde, ehemaligen [..]
Die Händler
06.01.2012 21:50
Eine kleine Geschichte die von 2 Händlern im Mittelalter...
Wir sprechen das Jahr 1351 und König Karl IV. herrscht über das Land. Paulus und Marthes sind Händler die durchs Land ziehen. Sie haben sich auf Schwerter und Rüstungen spezialisiert. Sie kommen gerade aus Höxter und sind auf den Weg nach Kleve. Wenn die beiden Rast machen fechten sie oft aus Lust und Laune mit ihren Schwertern. Das Leben als Händler ist ein reiches Leben, aber sie werden oft überfallen und müssen sich verteidigen. Es geht immer um Leben und Tod! Paulus sagte zu Marthes „In Höxter hat mir der Wirt erzählt, dass unseren König Karl IV das Schwert gestohlen wurde." Marthes schaute ihn verblüfft an und sagte mit zitternder Stimme: „Wie ist das denn passiert? Hat er es etwa im Krieg verloren?!" „Nein, ein [..]
Una Dea - Nachtschwärmer
05.01.2012 23:05
Das Porträt einer jungen Frau, welche sich in der Welt allein gelassen fühlt. Im Hafen von Waderkant bei schlechtestem Wetter versinkt sie in Trauer und Angst.
Eine junge Frau läuft die Hafenpromenade entlang. Ihr roter Mantel ist durchnässt vom strömenden Regen. Der Kopf ist gesenkt, sie schaut starr auf den Boden. Das lange schwarze Haar haftet an ihrem Rücken wie ein Blatt auf nassem Asphalt. Wasser tropft von den Dächern, Bäumen, von ihrer Nasenspitze und ihrem Kinn. Das Makeup läuft ihre Wangen herunter. Es scheint, als ob sie schwarze Tränen weinen würde. Aber es ist ihr egal. Sie schaut auf, sieht das Hafenrestaurant. Es funkelt erhaben im Licht der Straßenlaternen, strahlt Wärme und Behaglichkeit aus. Sie könnte hineingehen und sich aufwärmen bei einer warmen Suppe und einem Glas Rotwein. Aber sie [..]
Grün war die Hoffnung
05.01.2012 12:28
Der rätselhafte Fund eines weiblichen Skelett in einem alten Sickerschacht lässt nur für einen die Vergangenheit kurz wieder auferstehen. Aber auch er weiß nicht alles...
Sie hätte schreien können. Diese Baustelle raubte ihr noch die letzten Nerven. Sobald man hier einen Spaten in die Erde steckte, traf man mit Sicherheit auf Reste von Mauern, Pflaster, alten Rohren, Zement, von was auch immer verbrannte Erde...
Weiter, immer weiter
05.01.2012 11:58
Und sie lief los. Sie lief einfach los und verließ das Haus, von dem sie nur hinaus schaute. Hinaus auf eine Welt, die nur darauf wartete vom Untergang erlöst zu werden.
Sie lief vorbei an den längst vergangenen Zeiten, die einst an Friede und Glück erinnerten. Niemand hielt sie zurück. Niemand bemerkte es, wie ihre Schritte schneller wurden. Niemand hörte die zitternde Stimme, die leise nach Hilfe rief. Niemand spürte ihre Angst, woran sie zu ersticken drohte. Niemand vernahm das Pochen ihres Herzens, das ihre Ohren betäubte. Niemand schien sie wahrzunehmen.
Sie lief weiter, immer weiter und versuchte gegen den kalten Wind anzukämpfen, der ihr schmerzhaft den Regen ins Gesicht klatschte.
Sie wollte der Einsamkeit den Rücken kehren, doch nun fühlte sie sich verlassener als je zuvor. Sie lief weiter, immer weiter und [..]
Sheska Mc Kensey
27.12.2011 14:28
Ein Mädchen trifft einen Jungen, der sich an nichts mehr erinnern kann und will ihm helfen seine Erinnerungen wieder zu finden.
Sheska und Justus
Kinsale wie sich das schon anhörte. Wieso mussten wir auch unbedingt diesen Bekannten meiner Mutter besuchen. Ich hatte sie zwar schon mehrmals danach gefragt, aber sie hatte mich immer wieder mit einem später, wenn die Zeit gekommen ist wirst du es schon erfahren abgespeist.
Nun saßen wir mit meinem Kindermädchen im Zug nach Kinsale und ich fragte mich immer mehr was wohl der Grund dafür sein könnte. Sonst verheimlichte sie doch auch nichts vor mir. Wir saßen in einem Abteil der ersten Klasse, eines Schnellzuges und meine Mutter unterhielt sich auf Französisch mit meinem Kindermädchen. Dabei wusste sie ganz genau, dass französisch die einzige Sprache war, die ich nie [..]
Weihnachtseinkäufe
23.12.2011 13:11
Weihnachtseinkäufe können kompliziert sein. Vor allem, wenn Sie sich so gar nicht entscheiden kann und er keine Lust zum Einkaufen hat. Eine wahre Geschichte.
Handlungsort: Ein Geschäft in einer Kleinstadt
Handelnde: Eine Kundin mittleren Alters, ihr Mann, Verkäuferin
Es ist kurz vor Feierabend, das Pärchen betritt den Laden.
Verkäuferin: Guten Abend
Er: N' Abend
Sie: Ach ist es schon so spät?
Verkäuferin: Es ist fünf vor halb, wir schließen um halb sieben, sie können sich gerne noch umschauen.
Sie mit einem leichten Kiekser: Ach sie haben ja noch die schönen Armbänder und Ketten und die passenden Anhänger! Das ist doch echtes Silber?
Verkäuferin: Ja sicher.
Sie an ihrem Mann gewandt: Jetzt schau doch mal, du musst mithelfen auszusuchen.
Er uninteressiert: Such du das [..]
Friedenssicherung
21.12.2011 18:21
Friedenssicherung
Ein kurzer Abschnitt im Leben eines Soldaten in besonderer Mission für besondere Auftraggebber, alles im Dienste des Friedens...
Der Soldat betrat die hohe und in Düsternis auslaufende Halle. Eine große vertäfelte Tür fiel hinter ihm ins Schloss. Das dumpfe Krachen hallte zwischen den Säulen als Echo, bis es in der Dunkelheit der Ecken schließlich ausklang.
Durch hoch liegende, uneinsehbare Oberlichter drangen feine Lichtstrahlen, die sich im schwebenden Staub zeigten und Teile des polierten Parkettbodens aufhellten. Die einzige Lichtquelle am Boden kam von einer Tischlampe, die auf einem Pult stand. Zwei Männer saßen daneben an einem Tisch. Der eine war breit, ein breiter Bauch, breite Schultern und ein breites Gesicht. Eine spiegelnde Sonnenbrille klemmte über den aufgeblähten, [..]
Meine neue Nachbarin
18.12.2011 21:29
Als absolut irre wird mein Verhalten diesbezüglich verzeichnet, wenn ich zweimal wöchentlich im Supermarkt gegenüber jeweils eine ganze Palette Milch in Tetra-Packs kaufe. Was habe ich nur damit vor? Habe ich mir in meiner 24 Quadratmeter großen Wohnung ein kleines Chemielabor eingerichtet? Suche ich nach einem Unsichtbarkeits-Serum? Will ich damit Kartenspiele zum Schweben bringen; wer hat nicht von der neuen modernen Milchschwebe gehört... gehört!? Oder Suche ich nach der Formel für einen neuen Superkleber? Nichts von alledem! Heute möchte ich das Geheimnis endlich lüften.
Dahinter steckt nichts weiter als der Suff-Wahn meiner Nachbarin zwei Türen weiter. Jede Woche karre ich ihr die Kisten drei Stockwerke rauf. Alles für ihren Milchkonsum. Und nachdem ich das geschafft hatte, rief mein Vater an. Wo ich denn vorhin [..]
(Un)heilige Lucia
18.12.2011 16:23
Der Name Lucia bedeutet eigentlich "die Lichtvolle". Und so wird sie überall in der christlichen Welt mit Lichterumzügen an ihrem Gedenktag geehrt.
Weihnachten oder was?
16.12.2011 10:50
„Hast du schon gemerkt? Weihnachten steht vor der Tür."
-„ Komm mir nicht schon wieder mit Weihnachten! Lass es stehen, soll sich ruhig eine fette Angina holen."
„Wieso denn nicht, es ist doch bald wieder Weihnachten?"
-„Was geht mich das an, ich weiß sowieso noch nicht ob ich überhaupt hin gehe."
„So geht das nicht!"
-„Das sage ich doch, aber du glaubst mir ja nicht."
„Was hast du eigentlich gegen Weihnachten?"
-„Was soll ich haben? Nichts habe ich dagegen, aber ich bekomme jedes Jahr regelmäßig meinen Weihnachtskoller, so wie andere ihre Herbstdepression bekommen. Sie können nämlich ohne sie nicht leben."
„Aha, du brauchst deinen Koller?"
-„Nein, brauche ich nicht, genau so wenig, wie ich Weihnachten brauche. Der ganze [..]
Kapitulation
13.12.2011 19:39
Kann nicht weinen
oder trinken,
all das leiden
neu begreifen.
Stund' zu Tag,
nur noch Stille.
Tag zu Tagen
nie mehr Du.
Was sind Wir,
Ich allein.
All der Glaube,
diese Zukunft.
Steh' vor Rätseln,
schmerzt die Brust.
Heuchelst Liebe,
nichts mehr da.
Bis ich begreife
was dich schmerzt,
bin ich ertaubt
du befreit.
Der Geist von Weihnachten
12.12.2011 19:25
„Ruhe bitte, Ruhe!"
Santa Claus schlug mit einem Holzhammer auf den Tisch, und die Konferenzteilnehmer verstummten mit einigem Murmeln dann doch noch.
„Geht doch!" brummte er und setzte sich wieder hin. Er blickte in die Runde, wo die Elfen jetzt jedem einen neue Tasse Punsch brachten.
Schliesslich hob er wieder an: „ Also, nochmal, es geht hier nicht darum dass einer von uns der Chef wäre, oder sonst was... wir wollen die Gebiete neu verteilen, die alte Einteilung basiert auf völlig veralteten Daten, also..."
Weiter kam er nicht, denn Père Noël fauchte dazwischen: „Also wer nun schon zum 8. Mal in Folge die konferenz der Weihnachtsmänner leitet scheint mir schon sowas wie den Chef spielen zu wollen, Herr Claus!"
Santa erwiderte mit Zorn: „Wenn der Herr Noël mal einen Saal bereitstellen [..]
Meine Schatzkiste
11.12.2011 16:11
Ich habe eine Schatzkiste! Und obwohl sie randvoll ist, so passt immer noch etwas hinein.
Das ist gut so, denn immer wieder finde ich etwas kostbares, das unbedingt aufbewahrt werden muss. Wenn ich traurig, niedergeschlagen oder einfach melancholisch bin, öffne ich mein Kästchen und schaue mir das bunte Chaos an.
Das sind sie, meine Schätze: Hier ein glücklicher Augenblick, dort ein Moment der Ruhe.
Eine rosarote Schäfchenwolke mit himmelblauen Punkten will sich selbstständig machen. Ich fange sie schnell wieder ein, packe einfach einen ganz besonderen Brief mit nur einem Satz darauf. „Ich liebe dich", steht ganz klein in einer Ecke.
Das erste zahnlose Lächeln meiner Kinder. Ein gemaltes Bild zum Muttertag. An einem bonbonklebrigen Küsschen pappt ein Zettel: „Ich hab' dich lieb, Mama", steht darauf.
Hier [..]
Eine weihnachtliche Geschichte
10.12.2011 19:50
Es war einmal...Petrus hatte erfahren, dass die Kinder auf Erden immer unartiger wurden und so beauftragte er Ruprecht, dort einmal nach dem Rechten zu sehen.Ruprecht ist, wie alle Himmelswesen, ein Engel, er konnte Wünsche erfüllen, aber auch Krankheiten heilen, er musste aber stets Petrus Bericht erstatten.Ruprecht ging zu seinem Rentier, dass auf den Namen 'Troll' hörte und sagte zu ihm: „ Hör gut zu mein Freund, wir haben eine lange Reise vor uns, ich leg dir jetzt das Geschirr an, packe ein paar warme Decken auf den Schlitten und dann kann die Reise losgehen".Troll nickte nur mit dem Kopf und murmelte: „Du kannst dich wie immer auf mich verlassen".Ruprecht setzte sich auf den Schlitten und lenkte ihn zu einer großen Sternschnuppe, die sich gerade auf den Weg zur Erde machen wollte.Huiii ging es wie der Blitz direkt zum eisigen Nordpol.Es war sehr dunkel. Ruprecht war gut [..]
Morgenstund ohne Gold im Mund
09.12.2011 18:55
Wer kennt das nicht? Es geht morgens schon damit los, dass man lieblos und unbarmherzig vom Radio-Wecker aus dem süßen Traum gerissen wird. Nein, das alleine reicht noch nicht, dessen Sender wurde (pure Absicht) verstellt, jetzt statt heißen Rock-Rhythmen die lautstarken Oberkrainer. Und das auch noch auf nüchternen Magen! Ich höre meinen Mann herzhaft lachen. „Das hab ich doch nur gut gemeint, ich weiß ja, das Aufstehen fällt Dir dann leichter". Und wie! Fühle mich gerade 50cm waagrecht über meinem Bett schweben.
Was für ein Schock in der Morgenstunde!
In der Küche angekommen, die pinkfarbene Kuckucksuhr steht gerade auf 05.30 Uhr, schlurfe ich zur Kaffeemaschine, um endlich den notwendigen Koffein-Kick zu bekommen. Hallo, wo ist der Kaffee?
Lautes Zischen ist zu hören! Im Eiltempo läuft auch noch [..]
So schlimm kann die Welt nicht sein
07.12.2011 21:43
Die Tränen die er vergoss waren nicht jene, welche Pflanzen zum Wachsen bringen. Sie brachten weder Freude, noch Leben, viel eher Trauer, Bitterkeit und Schmerz.
Und so saß er dort, auf einer innerstädtischen Bank mitten im Winter. Der Zettel in seiner Hand war mittlerweile vollends aufgeweicht, die Tinte nicht mehr lesbar, und seine ehemalige DIN A5 Struktur noch nicht einmal zu erahnen.
Das Eintreten dieses Augenblickes kam zu plötzlich, obwohl er sich seit Wochen darauf vorbereitete. Nun saß er weinend auf dem kalten Stück Holz, das vom morgigen Tau noch nass war. Die Stadt, sonst durch ihre große Masse an Menschen ein nahezu perfekter Zufluchtsort, ließ ein Untertauchen, sowie ein Versinken nicht zu. Jeder Fußgänger sah ihn dort alleine sitzen, zusammen mit ihrem Stück Papier, das seine Hand zerknüllte und [..]
Alle Jahre wieder
02.12.2011 16:24
Alle Jahre wieder ...
Ich schlenderte über den Weihnachtsmarkt hinter, neben und vor mir schubsten die Menschen, um schneller voran zu kommen.
Es wird mir immer unbegreiflich bleiben, warum sogar auf so einem Markt diese Hektik notwendig sein sollte. Es gab ja hier nichts, was man später nicht auch noch kaufen konnte. Außerdem müsste meiner Meinung nach diese schönste Zeit im Jahr besinnlicher, vielleicht auch kindlich freudiger, angegangen werden. So ein weihnachtliches Treiben hat das gewisse Etwas, das einstimmen könnte, auf die kommenden Festtage.
Wenn ich mir jedoch die Menschen um mich herum betrachte, sieht es so aus, als ob niemand diesen besonderen Zauber überhaupt bemerkt.
Ich nahm mir jedoch Zeit, denn ich hatte keine Lust, mir durch solch ein Gerenne die schöne Atmosphäre zerstören zu lassen.
Hoppla! Das [..]
Die Suche nach dem Lichterbaum
24.11.2011 17:19
Der Winter stand vor der Tür, die warmen Herbsttage waren vorbei.
Das kleine Reh Ziep sprang lustig durch den Wald. Es erlebte den ersten Winter und war schon sehr gespannt darauf. Seine Mutter erzählte ihm von der kalten Jahreszeit, in der man manchmal kaum etwas zu fressen fand. Aber an der Futterstelle gab es immer für alle Tiere etwas, denn Förster Peters pflegte und hütete seinen Wald und die Tiere.
Ziep sprang übermütig über einen Graben und hätte fast die Maus Amanda getroffen. „Mann, pass doch auf", schimpfte sie.
„Oh, Entschuldigung" rief Ziep, „ ich war ganz in Gedanken, ich dachte gerade über den Winter nach."
„ Winter, puh", schüttelte sich Amanda, „ da wäre ich lieber in einem warmen Haus und
Weihnachten unter einem Tannenbaum mit Lichtern". [..]
Die strahlende Vogelscheuche
19.11.2011 17:30
Eine Geschichte über die Zukunft, wie sie sein kann und wie eine besondere Vogelscheuche ihr Schicksal mit anderen teilen muss, wie sie ignoriert wird und am Ende überlebt...
In einem Land. Irgendwann in der Zukunft. Die Menschen leben schon lange in ihren Häusern, tief unter dem Meer.
Nur die Armen müssen sich mit der drückenden Hitze an Land zurechtfinden. Es gibt nur einen Grund, warum sie das aushalten. Hoffnung.
Ja, okay, auch ein wenig wegen den unglaublich tollen Villen, die ja immer noch stehen. Aber größtenteils wegen sich selbst. Denn diese Menschen, von denen man meint, sie seien arm und hoffnungslos verloren. Dem beißen der Sonne ausgeliefert.
Genau diese Menschen sind stark. Sie leben, hoffen, versuchen. Sie kümmern sich um einander, pflanzen Samen in die trockene Erde, trennen das Salz aus dem Wasser. Denn die [..]
Sterben...
19.11.2011 17:22
Weißt du, was du bist? Du bist ein schrecklich grauenhafter Mensch. Ich hasse dich dafür, dass ich dich lieben muss. Du machst mich traurig, bist an meiner Seite, wenn ich weinen muss. Du machst mich verrückt und hörst dir meine Sorgen an.
Du lässt mich verzweifeln und machst mir Hoffnung. Du bist einfach nur da und lässt mich sterben. Ignorierst mich und bringst mich dann zum Lachen. Du bist... einzigartig. Wundervoll. Und pures Gift für meine Seele.
Bin ich in deiner Nähe, dann zittre ich, kann nicht stehen und kippe fast um. Dann lächelst du und ich sterbe wieder.
Wieder und wieder passiert das...
Ich sterbe jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, wenn ich doch nur in deiner Nähe bin und dann... bist du weg. Lässt kein Sterbenswörtchen von dir da. Ich bin allein.
Und sterbe wieder. Ich denk an dich, aber du bist [..]
Unter den Straßen
18.11.2011 22:55
Ein kurzer Abschnitt aus dem Leben von Menschen, die am Rand stehen, an denen man vorbei geht ohne die Abgründe zu kennen, die in ihnen hausen.
Florian stand unter den drei Bäumen, die auf einem gepflasterten Platz wuchsen. Viele andere verkauften ihr Dope im Park, oder in den schattigen Bereichen an den vielen Brücken im Kiez.
Florian hatte sich diese Ecke ausgesucht. Jenseits des halbrunden Platzes lief die S- Bahn auf einer Hochstrecke in der Mitte der Hauptstraße entlang, die nahe Kreuzung bildete einen Stern aus fünf abgehenden Straßen.
Die Höfe der Gebäude um ihn waren weitläufig und oft miteinander verbunden. Es gab eine Menge Fluchtwege und eine hohe Zahl von Laufkundschaft. Polizeistreifen waren schon von der Ferne erkennbar und Florian kannte alle Kneipen an der Kreuzung. So lief es im Kiez. Umso mehr Leute man kannte, [..]
Mein Psychiatrietagebuch
17.11.2011 01:04
Ein Mädchen, dass sich in die Psychiatrie einweist und gar nicht so recht weiß, wie/warum sie dort gelandet ist. Mit Verzweiflung, Unsicherheit und Galgenhumor geschrieben.
Mein Leben fand ich oft ziemlich langweilig, bis die Erinnerungen wieder kamen.
An die ersten Tage hier kann ich mich kaum erinnern. Ich würde sagen ich war hoch dosiert und gut gelaunt – zumindest für den Umstand.
Wo hier ist? Hier ist die Psychiatrie, genauer gesagt die geschlossene Station der Psychiatrie.
Glückwunsch Nina, du hast es geschafft! Aber immerhin bin ich freiwillig hier. Gezwungen hat mich niemand, aber alleine wäre ich auch niemals hierher, denn es gibt ja immerhin Leute, die einen solchen Platz wesentlich dringender benötigen als ich und sowieso viel gefährdeter sind als ich und auch viel mehr durchgemacht haben als ich...
Ich war [..]
Des Söldners letzter Auftrag
06.11.2011 15:17
Die Beine des alten Mannes waren gebrechlich und schwer. So schwer, dass er mehr kroch als lief, zumindest wirkte es so, er kroch den Aasling-Berg hinauf, und er würde vor dem Gipfel nicht stoppen. In seinem Gesicht spiegelte sich viele Jahre Leben und Leiden, Lieben und Hoffen, Falten und Furchen wieder. Dennoch blieb er nicht stehen.
Sein Vorhaben war zu wichtig, zu wichtig um aufzugeben. Er war schon lange unterwegs gewesen, hatte vieles gesehen, schöne Dinge genauso wie schreckliche. Er hatte sich durch die Truppen des Königs hindurch geschlagen, unter vielen Hauptmännern und Generälen gedient und so manches Land, dass er einst verteidigt hatte, später erobert. Er war ein Söldner, solange er denken konnte. Er war als Kind von Bauern aufgewachsen, und als sein Dorf von Söldnern gebrandschatzt wurde, hatten sie Mitleid mit dem kleinen [..]
Hand in Hand
01.11.2011 18:42
Urlaub in Ägypten, früher Abend, ein Pärchen, nach Jahren immer noch verliebt, bummelt durch ein kleines Einkaufszentrum. An einem Café halten sie an.
„Sollen wir hier etwas trinken?", fragt er. Ehe sie antworten kann, ertönen leise Klänge aus der Musikanlage.
„Hör bloss mal, sie spielen unser Lied!", strahlt sie ihn an.
Auch er lächelt, nimmt sie in den Arm.
„Du willst wirklich?"
Ehe sie es sich versieht tanzt sie mit ihm nach den Klängen des langsamen Liebesliedes.
Als der letzte Ton verklungen ist lässt er sie zögernd los und sie schaut, ein wenig verschämt um sich. „So etwas macht man doch nicht und gerade hier..."
An einem der runden Tische sieht sie ein Paar sitzen, beide sind schon weißhaarig und das Leben lässt sich an ihren Gesichtszügen [..]
Der beste Zauberer
25.10.2011 23:05
Eine Geschichte dreier Zauberer die herausfinden wollten, wer denn der Beste unter ihnen sei.
Vor langer Zeit trafen sich auf dem Berg des Donners, welcher weit im Norden liegt, die drei größten Zauberer ihrer Zeit. Jeder von ihnen war der Meinung, dass er allein der größte Zauberer aller Zeiten wäre. Als einer der Zauberer ihnen erzählte was er denn alles konnte, lachten die anderen nur leise. Das wäre doch keine Kunst, das könnten sie doch alle. Und so brach ein Streit unter ihnen aus. Sie bekämpften sich viele Jahre mit ihrer Zauberei. Es gab gewaltige Explosionen und es bildeten sich unheimliche Lichteffekte. Lange Zeit mieden die Menschen den Ort, sie hatten Angst die Götter zu erzürnen. Als die Zauberer jedoch des Kämpfens müde geworden waren, hielt einer der Zauberer inne und schlug vor, dass sie einen Wettstreit abhalten sollten. Jeder von ihnen würde sich in [..]
Run - Der Nebel (Songtext)
24.10.2011 21:42
Die Nacht kommt schweigend.
legt sich zu dir
deine Augen fragen nach mir
Mein Herz schlägt endlos, sucht bei dir Licht
ich find es nicht.
Unsichtbar hüllt der Nebel dich ein
du schweigst, und wehrlos möchte ich schreien
bist soweit weit weg und bist mir doch nah-
so wunderbar nah.
Refrain:
Geh nicht, bleib hier
es gibt immer ein zurück
immer wenn du tief unten bist
meine Hände wollen zu dir
lauter, lauter
ich möchte es schreien heut Nacht
kein verdammter Nebel hüllt uns ein
meine Hände halten dich fest.
Ein letztes mal spricht dein Herz zu mir
die Stimme bebt und lebt tief in dir
die Worte finden nicht ihren Weg
durch den Nebel.
Refrain:
Geh nicht, bleib hier
es gibt immer ein zurück
immer wenn du tief unten bist
meine [..]
Facebook
21.10.2011 22:44
Es gibt viele wie Dich. Aber jeder kennt Dich. Du kannst verbinden und verhindern, verweisen und verwaisen.
Du schlägst mir meine Freunde vor, hälst mich auf dem Laufenden.
Du zeigst mir, was anderen gefällt und teilst Informationen und Nichtigkeiten.
Guten Morgen, alle zusammen, heute ist aber tolles Wetter, ich brauch einen Kaffee, alles ist Scheiße, kluge Sprüche.
Das alles kannst Du mir zeigen. Was ich nicht wissen will, das verbirgst Du nicht.
Erst wenn ich Dir sage, Danke! Es reicht! quälst Du mich nicht weiter.
Du bist nur Nerdkram. Nicht mehr und nicht weniger.
Und trotzdem kannst Du einen dazu bringen, verletzt, nachdenklich oder traurig zu sein.
Erst wenn ich Dir sage: Freundschaft beendet! Hast Du es kapiert.
Weisst Du, es ist doch eigentlich bescheuert, dass man sich überhaupt über Dich Gedanken [..]
Der Letzte seiner Art
17.10.2011 23:43
In nicht so ferner Zukunft gibt es keine Menschen mehr. Nur Einen, der noch nach andere Menschen sucht. Als er fündig wird, entwickelt sich alles anders als erwartet...
Eines Morgens, als Harry Zerbe alleine durch Europa wanderte, fand er eine Hütte. Man kann nicht sagen, dass er überrascht war, er war eher erschrocken. Immerhin erschien ihm das, was er sah höchst ungewöhnlich, denn der Schornstein rauchte und ein Lichtschein fiel durch eines der Fenster. So etwas hatte er schon mindestens vier Jahre, seit dem Beginn seiner Wanderung, nicht mehr gesehen. Leere Hütten gab es mehr als genug, aber eine bewohnte... Vorsichtig und zaghaft näherte Harry sich. Nur noch wenige Zentimeter trennten ihn von der Eingangstür. Harry schluckte und nahm seinen ganzen Mut zusammen. Schließlich klopfte er an. Nichts geschah, und er klopfte ein zweites [..]
Dialekt und Integration
15.10.2011 17:56
Es handelt sich um ein Thema, über das sich bestimmt viele Eltern schon einmal Gedanken gemacht haben. Sollte verständliches Hochdeutsch dem Dialekt vorgezogen werden?
Denke ich in diesem Zusammenhang an meine eigene Kindheit, so muss ich diese Frage eindeutig mit „Ja" beantworten.
Die Geister-Kugel
12.10.2011 20:10
Wie sieht die Geister-Kugel aus? Sie ist etwa 40 Jahre alt, 35 Zentimeter im Durchmesser groß und quietsch-orangerot.
Abtauen
07.10.2011 23:14
Man bekam die Schubladen kaum noch auf- der Gefrierschrank musste dringend abgetaut werden.
Mein Schatz hatte seine gute, neue Kühl-Gefrierkombination mit in unsere gemeinsame Wohnung gebracht. Ich hatte in den letzten achtzehn Monaten als brave Hausfrau den Kühlschrank schon häufiger abgetaut und gereinigt, aber an so einem Gefrierschrank hängt ja etwas mehr. Zunächst einmal mussten wir gemeinsam die gefrorenen Lebensmittel verbrauchen, was der einfachste Teil der Aktion war. Nachdem wir eines Morgens das letzte Toastbrot verfrühstückt hatten, konnte es losgehen. Auf meine Frage hin hatte mein Freund sich bereit gefunden, mir selbstverständlich zu helfen.
„Wo ist eigentlich der Knopf zum Ausstellen?" fragte ich aus der Küche, während ich alte Laken auf den Boden vor dem Gerät ausbreitete.
„Man muss den [..]
Mein starker Freund
06.10.2011 20:26
Ich hatte ihn vor drei Jahren im Internet entdeckt, mich gleich in ihn verliebt.
Seelenfang
05.10.2011 00:14
An einem kalten, verschneiten Februartag lief ein müde aussehender Mann über den Parkplatz zum Rasthof hin. Müde hieß in diesem Fall gleichzeitig auch schmutzig, alt und verbraucht. Er trug einen blassroten, abgewetzten Anzug, der wohl irgendwann einmal feurig rot gewesen sein musste. Mit seiner ausgebeulten Aktentasche unter dem Arm schleppte sich der Weißhaarige langsam und mühevoll zur Gaststätte hin, die er dann auch behäbig und keuchend betrat.
An der Theke saß ein Kerl, großgewachsen und mit einem ungehobelten Gesicht. Solche Leute findet man jederzeit in allen Raststätten der Welt. Seine Weste verriet, dass er „Born to be trucking" war. Einige Barhocker von ihm entfernt saß eine dürre Frau, die mit zitternden Händen ihren Kaffee festhielt und die Füße auf ihrem Koffer platziert [..]
Keine Hexerei?
04.10.2011 01:26
Es war einmal...
„Du musst sofort kommen! Etwas Schreckliches ist passiert, schnell komm mit!" Das war alles, was die alte Hexe verstanden hatte, als Karl, der Klempner mit einem panischen Glanz in den Augen vor ihrer Haustüre gestanden hatte. Nun konnte sie selbst sehen, was geschehen war. Manfred, der Metzger lag vor ihr auf dem Boden. Da sein Kopf einige Meter weit weg lag und einer seiner Arme im Laden von Horst, dem Holzfäller gefunden werden konnte nahm man allgemein an, dass Manfred wohl tot sei.
Dies schien einer von Winifreds schwereren Fällen zu werden. Sie hatte erwartet, dass es sich nur um eine der üblichen Streitigkeiten zwischen den Männern von Masel handele und war hierauf eigentlich nicht vorbereitet. Sie schrie: „Cassandra, würdest du bitte jetzt einmal hier her kommen?" Cassandra, eine junge Hexe im ersten [..]
Der Baby-Guard
02.10.2011 10:22
Meine damals 29-jährige Mutter war gerade mit mir schwanger und befand sich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause; der Herbst zog wieder ins Land, und es war relativ früh dunkel geworden am Abend.
Der Badeanzug
29.09.2011 22:36
Lang, lang ist es her und zu ändern geht es auch nicht, aber ich war auch einmal jung. In der Jugend wagt man es schneller, Ungewöhnliches zu tun. Wobei ich auch jetzt oft noch zu allem fähig und zu nichts gebrauchen bin.
Von meinem Urgroßvater hatte ich einen Badeanzug geerbt, der mir viel zu groß war. Eigentlich hätte ich zweimal rein gepasst, denn mein Urgroßvater war um einiges größer und auch kräftiger als ich damals. Aber egal, trotz aller Bescheidenheit wollte ich mit dem Badeanzug Eindruck schinden, in der Gewissheit, dass außer mir kaum noch jemand so ein Kleidungstück besaß. Das Teil war vor 40 Jahren mindestens 60 Jahre alt, so dass es jetzt um die 100 ist und das ist ein beträchtliches Alter.
Die Konsumenten eines Freibades und einer Talsperre staunten nicht schlecht, als ich ganz in [..]
Unsere Hände
29.09.2011 10:19
Unsere Hände , wie mächtig sie doch sind, zu wenig sind wir uns dessen Bewusst. Aber erschaffen wir nicht seit tausenden von Jahren Werkzeuge, Unterkünfte und andere mächtige Bauwerke? Auch können wir mit ihnen reden, sie geben den Menschen ohne Stimme wieder eine. Auch sind sie ein starkes Instrument um Emotionen auszudrücken, eine kämpferische Faust oder bettend zusammen gehaltenen Hände drücken mehr aus als so manche Worte. Dies sollten wir uns öfter vor Augen halten wen uns einmal wieder die Worte fehlen. Bevor wir die falschen Worte aussprechen und jemanden verletzen, so zeigen wir lieber mit einer Geste was wir denken oder fühlen.
Hoher Besuch
26.09.2011 01:00
Karl und Anna waren eigentlich ein ganz normales Ehepaar, natürlich mit Ansprüchen.
Karl arbeitete seit fast zehn Jahren als Kassierer im Bankhaus 'Crösius' und Anna hatte sich auf 'Tupperware' spezialisiert, sie fuhr wöchentlich dreimal übers Land um bei interessierten Hausfrauen ihre Ware an den Mann zu bringen.
Da sie beide gut verdienten, hatten sie sich ein kleines Häuschen vor der Stadt gebaut, natürlich mit Doppelgarage, die Ansprüche wurden ja auch immer größer. Ein Mercedes für Karl und einen etwas größeren Kombi für Annas Tupperware. Das waren ihre Standards.
Einen Urlaub hatten sie sich noch nie gegönnt, sie waren sparsam und auch am Essen liebten sie die Zurückhaltung!
Eines Tages wurde Karl in das Büro von Otto Crösius gerufen, dem Senior- Chef der Bank. [..]
Was wohl geschrieben steht
25.09.2011 12:39
Was wohl geschrieben steht - Im Buch des Lebens?
Sätze, als Summe unzähliger Buchstaben, ergebend viele Worte und den Sinn.
Manchmal selbst die Zukunft träumerisch unsichtbar hinzugefügt, hoffend es so, einst fest geschrieben zu sehen.
Man weiß: nur das bereits Geschehene wird sichtbar, schwarz auf weiß. Unwiderruflich, nicht zu verleugnen und schonungslos wahr.
Niemals besser, als tatsächlich geschehen und niemals schlechter, als wirklich passiert.
Ein Protokoll der nacheinander folgenden Ereignisse, unter Verwendung vollkommenster Poesie.
Schreibblockade
23.09.2011 09:57
Kaline: „Irgendwie gefallen mir die rosa Schafe nicht. Sie sind so rosa. So schrecklich rosa."
Rudolf: „Wo siehst du rosa Schafe? Da draußen sind keine rosa Schafe. Da sind gar keine Schafe."
Kaline: „Siehst du! Das kommt daher, weil sie gerade grün geworden sind. Das sind Tarnschafe."
Rudolf: „Tarnschafe gibt es nicht. Rosa Schafe gibt es auch nicht. Also trink' in Ruhe deinen Kaffee."
Kaline: „Ich kann aber keinen lila Kaffee trinken. Der schmeckt mir nicht. Außerdem wackeln die gelben Schafe gerade mit ihrem Hinterteil."
Rudolf: „Also wirklich, Kaline. Mir wachsen bald Hörner, wenn du so weiter machst. Iss deinen Kuchen und halt die Klappe."
Kaline: „Aber deine Hörner drehen sich im Kreis, da muss ich jetzt immer hingucken. Außerdem haben die blauen Schafe [..]
Still!
22.09.2011 20:35
Herz so schweig… still sei meine Sehnsucht
Schmerz so schweig… still sei meine Qual
Träume vergehen,
durch die Winde die wehen
Wünsche verschwinden,
durch die Hoffnungen die verrinnen
Bis der Schleier von deinen Augen fällt
und dir zeigt was für ein Leben du hast gewählt
Bis deine Stärke wieder kehrt und du erkennst,
dass es noch nicht ist… zu spät.
Der Clothesnapper
17.09.2011 18:59
Meine große Schwester hatte mich wieder über's Wochenende zu sich nach Hause eingeladen, da ihr Mann ein dreitägiges Seminar in Norddeutschland besuchte. Ihr damals 10jähriger Sohn und ihre beiden Katzen freuten sich auch über Gesellschaft. Wir saßen schon immer gerne zum Quatschen, Spielen und Blödsinn machen zusammen.
Die Hunde-Mieze
10.09.2011 17:32
Wir nahmen ihn liebevoll bei uns auf, nachdem wir ihn aus dem Tierheim zu uns geholt hatten. Sechs Jahre alt, quadratische Mopsfigur, Seidenteppich-weiches kurzes schwarzes Fell, runde Knopfaugen und riesige Ohren, die wie Fledermausflügel anmuteten, wenn er diese aufstellte. Sein rundes Köpfchen zierte eine Stupsnase und wenn er es ein wenig zur Seite drehte, vermittelte er uns auch noch den Eindruck, alles verstanden zu haben, was wir ihm sagten.Ein Herzensbrecher oder je nach Bedarf, Schauspieler par excellance!Eines Tages wollten wir ihm eine ganz besondere Freude machen. In Schwabing fanden wir einen Laden mit originellem Tierzubehör. Mit einem Mini-Bettvorleger, einer kleinen schwarz-weißen Plüsch-Mieze (etwa 70 x 40cm), wollten wir ihn überraschen. Zu Hause angekommen, legten wir sie auf mein schwarzes Ledersofa. Danach öffneten wir die Wohnzimmertüre. Wie ein Blitz [..]
Aristoteles
09.09.2011 21:18
Nachdem "Diogenes" in einem anderen Forum abgelehnt wurde, weil man 'so etwas' nicht veröffentlichen könne, habe ich hier eine geänderte Geschichte: "Aristoteles". Ich bin einmal in Berlin kurze Zeit mit einem sogenannten Penner mitgegangen, habe viel gelernt.
Ich schaue ihn mir genauer an:
Sein Kopf über dem unrasierten Gesicht ist kahl, nur hinten fallen einige fettige Strähnen grau gesprenkelten Haars bis fast auf den Kragen seines speckig glänzenden schwarzen Sakkos, das überhaupt nicht zu der hellen, fadenscheinigen Tweedhose passt. Seine Manschetten sind ausgefranst und am Rande so schwarz wie seine Fingernägel. Sein Alter kann ich nur schwer einschätzen, etwa 50 bis 60 Jahre vermute ich.
Da sitzt er auf dem Boden vor einem Kaufhaus am Eingang, neben ihm ein kleiner Hund, eine Promenadenmischung, [..]
Untermieter im Katzenkorb
09.09.2011 08:21
Natürlich braucht unser Samtpfötchen einen Katzenkorb. Als pflichtbewusster Tierhalter ist man da auf dem laufenden und schafft sich für das neu zum Haushalt gehörende Kätzchen Lisa ein Superluxusmodell an: Katzenhöhle, Kratzbaum, Kletteranlage mit Podest für die Futterablage. „Ihre Katze wird es ihnen danken!" Verspricht die Werbung vollmundig.
Das scheint Lisa nicht gehört zu haben, denn sie verschmäht die Katzenhöhle und legt sich lieber auf ein paar alte Decken, die eigentlich für die Dackel gedacht sind. Das Luxusteil findet lediglich zu den Futterzeiten Gnade vor ihren Augen. Wenn sie Lust auf ein Häppchen hat, so springt sie auf das Podest und miaut kläglich.
So steht die plüschige Anlage eine ganze Weile unbeachtet in der Zimmerecke, bis...
Die Katze ist von ihrem Mittagsschläfchen [..]
40 Wochen
07.09.2011 22:37
Vierzig Wochen habe ich auf dich gewartet! Dich sehnlichst erwartet! Dir ein Zuhause geschaffen und mich auf dich eingestellt! Jetzt endlich meldest du dich an. Du hast dich etwas verspätet, ich hätte eigentlich früher mit dir gerechnet. Doch du hast dir Zeit gelassen, konntest dich nicht trennen. Wolltest in der warmen Höhle bleiben, die dir vertraut war und Sicherheit versprach. Doch letztendlich wirst du das Wagnis eingehen, willst nun mit aller Macht das Licht der Welt erblicken.
„Atmen", die Hebamme streicht mir über den Bauch und ich atme gehorsam tief ein. Konzentriere mich darauf, damit ich die Schmerzen irgendwie ertragen kann. Nicht überrollt werde, denn alle Geburtsvorbereitungen haben mich nicht gegen dieses Urgefühlt wappnen können, das ich vergleichbar noch nie erlebt habe. Panik steigt in mir auf; werde ich das [..]
Überraschung
06.09.2011 22:40
Eine Kindergeschichte über die 6-jährige Merle, die an ihrem Geburtstag aufwacht und alleine ist. Haben etwa alle ihren Geburtstag vergessen?
"Heute ist mein Geburtstag!", denkt Merle beim Aufwachen.
Hoffentlich bekomme ich den Puppenwagen mit den Zwillingen: Ein Mädchen als Prinzessin und ein Junge als Prinz. Das wünsche ich mir so sehr!
Mittlerweile ist Merle ganz wach und steht auf. "Was ziehe ich heute nur an? Das rosa Kleid mit den tollen Streifen oder das rote Samtkleid?"
Als sie sich nach langem Überlegen für das rote Samtkleid entschieden hat stürmt sie ins Wohnzimmer wo immer die Geschenke liegen, aber heute liegt da gar nichts, noch nicht einmal eine Karte oder ein Kuchen. "Haben die etwa meinen Geburtstag vergessen?"
Merle beschließt in das Schlafzimmer ihrer Eltern zu gehen und sie zu [..]
Emmas Tagebuch
06.09.2011 22:37
Eine Geschichte über ein junges Mädchen, welches in den Drogensumpf gerät und dadurch mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen hat.
In diesem Tagebuch habe ich, Emma, mein Leben in einer der ärmsten Gegenden Deutschlands aufgeschrieben. Drogen und Alkohol gehören hier zur Tagesordnung und auch Gewalt ist überall.
Donnerstag, 05.06.2008 Heute war der Tag des Abschieds gekommen. Wir sind in eine der ärmsten Gegenden in Berlin gezogen. Seit mein Vater arbeitslos ist haben wir nicht mehr genug Geld um inmitten der Hauptstadt zu wohnen. Ich verfluche diesen Tag! Heute Morgen wurden Chloe und ich schon sehr früh geweckt um die restlichen Sachen zusammen zu suchen. Dann ging die Fahrt in die neue Wohnung los.
Freitag, 06.06.2008 Erste Nacht überstanden und schon will ich weg! Die Wohnung ist das allerletzte, ich muss [..]
Gefühle in mir drinn
06.09.2011 22:30
Die Gefühle literarisch aufgearbeitet und niedergeschrieben. Insgesamt soll der Text zum nachdenken anregen und ist im großen und ganzen eine Wahre Geschichte.
Aileen war ein immer fröhliches Mädchen. Für die Außenwelt. Innerlich fühlte sie sich einsam, verlassen, zerbrochen. Klar, ihre Eltern waren für sie da. Wenn sie nicht gerade beschäftigt waren oder mal Ruhe brauchten.
Ihr Vater war zu seiner neuen Freundin abgehauen, aber das störte sie nicht sonderlich. Klar, als sie von der Trennung ihrer Eltern erfahren hat brach eine Welt zusammen, trotzdem ist sie heute glücklich darüber.
Ihr Vater war nie eine sonderlich große Bezugsperson gewesen und als er anfing sie zu beschimpfen und mit Sprüchen zu verletzen war auch das letzte bisschen Liebe verschwunden.
Jetzt hatte sie noch ihre Mutter, die [..]
Das stumme Mädchen
06.09.2011 20:24
Ein anfangs kleines Mädchen, Herkunft unbekannt, spricht nicht. Trotzdem verständigt sie sich per Zeichen und versteht offenbar alles. Was ist ihr Geheimnis?
Kapitel 1 Susanne
„Das wird also meine Tochter", murmle ich als ich im Büro des Jugendamtes sitze und das Bild meiner zukünftigen Adoptivtochter in den Händen halte. „Was ist denn genau über sie bekannt?" „Im Grunde gar nichts, nur dass sie von Afrika nach Deutschland geflogen ist, aber hier von keinem wieder abgeholt wurde. Ihre Mutter, oder wer sie zum Flughafen gebracht hat, ist unauffindbar. Über ihre Vergangenheit oder Familie ist demnach nichts bekannt. Ihr Name, den wir ihr gegeben haben, lautet Zara, und sie ist vier Jahre alt. Ihren genauen Geburtstag wissen wir aber nicht." „Wann könnte ich sie denn sehen? Und warum ist sie nicht [..]
Alles Gute von oben
04.09.2011 11:33
Immer wieder muss ich feststellen, dass das Leben selbst die besten (oder auch lustigsten) Geschichten schreibt.
Das geschah vor ca. zwei Jahren. Wir waren nach Freiburg unterwegs, dem Heimatort meines Mannes. Unsere Lieblingsroute führt von München aus auf die Lindauer Autobahn; danach geht's weiter über Friedrichshafen. Vorbei an dem wunderschönen Langenargen mit dem Schloss Montfort und dem außergewöhnlich schönen Meersburg, wo wir auch gelegentlich ausgiebige Pausen am Bodensee genießen.
Es ist eine ganze Ecke mit dem Auto zu fahren, so dass wir ca. vier bis fünf Stunden Fahrzeit einplanen.
Wir befanden uns bereits im Hochschwarzwald, etwa dreißig Kilometer vor Freiburg, als uns auf der Landstraße ein etwa zwanzig Jahre altes silbernes 3er-BMW-Cabriolet äußerst waghalsig überholte. Nur wenige [..]
Schicksalsstunde
04.09.2011 01:00
Steve Congstone und seine Frau Betty lebten in einer teuren Villa am Stadtrand von London. Das Grundstück war von einer hohen Mauer umgeben. Ein parkähnlicher Garten umgab das Haus welches, wie auf einen Insel, die von vielem Grün umgeben war, in einem Meer aus Büschen und Bäumen schwamm.
Von der Einfahrt her wand sich eine schmale Fahrstraße in seichten Kurven zum Haus, so dass von ihm selbst kaum etwas zu sehen war.
Bewegungsmelder in Haus und Garten, sowie eine Alarmanlage die mit der City-Police verbunden war, gaben den Bewohnern etwas Sicherheit.
Steve war ein angesehener Anwalt, seine Frau lebte vom geerbten Vermögen ihrer verstorbenen Eltern.
Die Ehe der Beiden hatte schon viele Höhen und Tiefen erlebt, eigentlich mehr Tiefen als Höhen, Steve war hinter jeden Rock her und Betty war es leid, immer die [..]
Wundermittel?
03.09.2011 01:00
Ben ging die Straße hinter, wobei er den Kopf hängen lies. Seit Wochen hatte er diese Depressionen. Er wusste davon und doch konnte er nichts dagegen unternehmen. Vorsichtig öffnete er die Tür zur Praxis. Ob sein Psychologe schon da war? Freundlich forderte ihn die Sprechstundenhilfe auf noch ein paar Minuten Platz zu nehmen. Ben zog seine Jacke aus und legte sich auf die Couch. Er wusste schon was gleich kam.
Nach ein paar quälend langen Minuten, öffnete sich die Tür. Den Mann hatte er noch nie gesehen.
,,Hallo Herr Müller wie geht es uns denn Heute? Und entschuldigen Sie, mein Kollege hat heute leider keine Zeit."
,,Ich will gar nicht lang um den heißen Brei herumreden. Da ich mit ihrer Akte bestens vertraut bin, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und genau das Richtige für sie gefunden."
Kurzerhand [..]
Was von der Seele bleibt
03.09.2011 01:00
Nach einer traumatischen Kindheit ohne Liebe und Glück versucht er, seinen Platz im Leben zu finden, der ihm das geben kann, was er sein Leben lang vermisste. Hoffnung! Unfähig, wirklich zu lieben begibt er sich auf ein Abenteuer, das ihn als Menschen völlig verändern wird.
Außer dem tausendfachen Zirpen der Grillen, einem leichten Wind, der Verwesungsgeruch aus der Ferne herantrug und dem beinahe unwirklichen Sternenhimmel der sich über Ihm ausbreitete, gab es in dieser Dunkelheit nichts, das wirklich wahrnehmbar gewesen wäre. Aber er wusste es. Sie waren da. Irgendwo hinter dem Marulabaum, dessen gewaltige Silhouette sich in einiger Entfernung im schwachen Mondlicht gegen den Nachthimmel abzeichnete, waren sie und trachteten ihm genauso nach dem Leben, wie er ihnen. Die Fahrzeuge seiner kleinen Einheit hatten sie, gut getarnt, weit [..]
Faster - Die neue Generation
29.08.2011 01:00
Diese Geschichte handelt von einer Transformation. Der Protagonist findet sich erst in einer tristen Situation wieder, ein Leben in Monotonie, Sucht und Depression. Doch langsam entdeckt er gemeinsam mit seinen Mitbewohnern eine neue Welt, eine neue Art, Erlösung zu finden.
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Wir waren die Generation der verlorenen Seelen.
Das klingt so richtig romantisch oder pseudo-jugendlich-Vampirstory-gruselig. Das ist nicht unbedingt was ich beabsichtige, aber der Begriff trifft einfach verdammt gut zu. Diese Gedanken kommen mir während ich Carry ansehe und ihr zerfetztes T-Shirt. Sie sieht auf den Boden, ihre Augen heftig geschminkt und ihr Gesicht emotionslos bis gequält. Sie bittet Joe um eine Zigarette, der sich erstmal seine endslangen Haare aus dem Gesicht wischen muss, und dann langsam in seiner Tasche zu wühlen beginnt. Carry wirkt ungeduldig, aber [..]
Haarsträubend?
21.08.2011 19:47
Sehen uns Eltern, Bekannte und Freunde häufig als „Gutmenschen", so ist unser Selbstbildnis ein völlig anderes.
Bertrams Höhenflug
21.08.2011 18:35
„Diese Frau will nur dein Geld und außerdem ist sie dick und hässlich. Du hast etwas Besseres verdient." Mutti fixierte ihren Sohn mit strengem Blick. Der duckte sich, blieb aber eisern.
Mord in Sydney
17.08.2011 19:31
Mein Name ist Philip (Phil) Benson Interpol-Agent.
Ich wurde auf einen Fall angesetzt, der sich vor etwa einem Jahr in Australien abgespielt hat und den die örtlichen Beamten „für unerklärlich“ zu den Akten legten. Auch eine speziell für diesen Fall zusammen gestellte Gruppe von Beamten aus Sydney, kam in dieser Sache nicht voran.
Wir Interpol-Agenten haben zwar keine Ausbildung für unerklärliche Fälle, aber unsere internationalen Erfahrungen sind überall gefragt, so auch hier.
Es regnete wieder einmal in London, Nebel und Nässe waren überall, in meinem Büro war es auch nicht besser, meine Kaffeemaschine hatte ihren Geist aufgegeben und der Kaffee aus dem Getränkeautomaten schmeckte furchtbar, mit ihm haben wir schon „schwere Jungs" zum Reden gebracht.
Während ich trübsinnig [..]
Träume aus Hollywood
16.08.2011 15:52
Ich liege auf dem Sofa und sehe im Fernsehen eine Liebesschnulze: "Stadt der Engel". Ich will den Film eigentlich nicht sehen, kann aber meinen Blick nicht abwenden. Ich spüre die Erotik die von diesem Film ausgestrahlt wird, die Romantik die es im normalen Leben bestimmt nicht gibt, bzw. ich hatte so was noch nie erlebt.
Verbrüderung
15.08.2011 20:17
Er wachte erneut schweißgebadet und übermüdet auf, da ihm der nötige Schlaf fehlte. Schon seit einigen Wochen quälten den kurz vor der Volljährigkeit stehenden jungen Mann seltsame Träume.
365 Tage oder Eine andere Art...
12.08.2011 12:13
365 Tage oder eine andere Art von Schmerz
Vorwort
Nun, sie werden bestimmt denken, was soll ich denn mit solch einem Buch nur anfangen. Ich glaube, das kann ich ihnen mit wenigen Worten, leicht erklären.
Es gibt Momente im Leben eines Menschen, die jeder nicht wirklich gerne erleben möchte. Weil sie schmerzhaft sind, und zwar auf eine Art und Weise, wie man sie nur schwer beschreiben kann. Ich möchte es in diesem Buch versuchen, in dem ich ihnen meine Art damit zu leben beschreibe. Ob es ihnen hilft, mit derlei Momenten besser umzugehen, werden nur sie allein sagen können. Ich für meinen Teil werde mit diesem Buch meinen Schmerz verarbeiten und auch lernen, mit zukünftigen Geschehnissen besser umgehen zu können. Denn ich denke, auch wenn allein dieser Gedanke an die Zukunft schon schmerzlich ist, es wird nicht der letzte Zwischenfall in [..]
Spatzen-Schwatzen
11.08.2011 21:23
Was für ein schönes Gefühl.
Bei unserem Lieblings-Italiener ließen wir uns wie schon so oft rundum verwöhnen.
Der Himmel strahlte in azurblau mit ein paar kleinen weißen Wattewölkchen und die Sonne lachte uns ins Gesicht. Ideal zum kulinarischen Genießen im Freien auf der Terrasse unter der Markise des Ristorantes.
Mein Mann hatte sich leckere selbst gemachte Pasta mit Basilikum-Zitronensoße bestellt, während ich gerade genussvoll das erste Stück meiner Lieblings-Pizza mit Käse, Salami, Pepperoni und Sardellen kaute.
Ein zarter Windhauch berührte uns, entlockte gleichzeitig dem dichten Blätterdach der benachbarten riesigen Kastanienbäume ein leises Rauschen.
„Sag mal, hörst Du auch ein Spatzenzwitschern?" fragte plötzlich mein Mann. „Ich glaube, hier unter der Markise [..]
Hoorig, hoorig isch die Katz
09.08.2011 21:01
Hoorig, hoorig isch die Katz Ziemlich aufregende, selbst erlebte Geschichte darüber, wie man mich in die Sitten und Gebräuchen der alemannischen Fasnet einführte.
Das erste Mal befand ich mich im Badener Ländle, fühlte mich auf Anhieb dort richtig wohl. Die Menschen zeigten sich aufgeschlossen, fröhlich und liebten das Feiern. Den alemannischen Dialekt verstand ich zwar nicht gleich auf Anhieb, aber ich hörte ihn trotzdem sehr gerne. Anfangs musste mich mein Mann, ein gebürtiger Freiburger, noch als Dolmetscher unterstützen.
Der Speicherkristall
09.08.2011 12:58
Niedergeschlagen schlenderte Frederik den Schulweg entlang, er hatte keinen Grund zur Freude.
Er hatte soeben das schlechteste Ergebnis der gesamten Klasse eingefahren und das in Deutsch. Einem Fach das er schon immer sehr mochte. Er dachte sich gern Geschichten aus, so wie auch dieses Mal. Doch dem Lehrer hatte seine Geschichte ganz und gar nicht gefallen. Frederik war sich sicher, Herr Nagel hatte etwas gegen ihn. Erst seit zwei Monaten war er, der neue Deutschlehrer, seiner Klasse. Wenn er mit seinen kleinen Augen über seine Brille hinwegsah, hatte Frederik jedes Mal das Gefühl er würde mehr als ihn nur anschauen.
,,Hey bis nachher", rief ihm einer der Jungen im Vorbeigehen zu. Es war Jonas sein bester Freund, der wie sollte es auch anders sein, eines der besten Ergebnisse der Klasse bekommen hatte. Ein Streber war er deswegen wahrlich noch nicht, aber in [..]
Der wandernde Grashalm
06.08.2011 11:18
Es war einmal ein kleiner Grashalm namens Tom Mini. Tom lebte neben einem Baum auf dem Bürgersteig. Der Baum und er waren gute Freunde und redeten, wie jetzt, oft miteinander.
"Tom findest du nicht, dass die Erde hier kaum Wasser und Nährstoffe hat?"
"Ja, das stimmt", antwortete Tom." Ich hätte gerne mehr Nährstoffe aus dieser Erde aber dann würdest du verhungern."
"Das stimmt. Warum ziehst du nicht weg? Dort drüben wächst ganz viel Gras. Dort ist es sicher schön", sagte der Baum."
„Fühlst du dich dann nicht allein?", fragte Tom.
"Nein, ich habe noch andere Freunde wie die Eichhörnchen", antwortete der Baum. Also machte sich Tom auf den Weg.
Alle Leute blieben erstaunt stehen, denn wie ein Grashalm läuft hat noch niemand gesehen. Da kam ein Kind, [..]
Gelsenkirchener Barock
29.07.2011 08:37
Wie so oft sitze ich an meinem Platz und wie so oft überkommt mich das vertraute Gefühl: Bloss weg hier! Raus aus dem Mief und der Bürgerlichkeit, die das monströse Möbel repräsentiert.
„Gelsenkirchener Barock", das trifft es am ehesten. Ein gewaltiger Küchentisch, natürlich massiv, wie du immer betont hast. Kurz nach der Währungsreform gekauft, „als es uns allen schon wieder besser ging". Für 50 Mark, das war damals eine gewaltige Summe, jedenfalls für dich.
„Und, Kind, ich bin jeden Monat pünktlich zum Ersten ins Möbelgeschäft gegangen und habe die Rate auf den Tisch des Hauses gelegt, immer zehn Mark, denn auf einen Jollenbeck kann man sich verlassen!"
Vorsichtig streiche ich über die Kante. Ja, hier ist die Kerbe, die ich mit meinem nagelneuen Taschenmesser in [..]
Laute Stille
27.07.2011 23:10
Nichts... nur das Geräusch meiner gehenden Füße ist wahr zu nehmen. Ich bleibe stehen und lausche der absoluten Stille.
Plötzlich verwandelt sich die Stille in eine wunderbare Lebendigkeit.
Eine Biene summt. Nach einer kleinen Pause, kurz vor meinem Gesicht, fliegt sie fröhlich weiter.
Es schließt sich ein lautes Vogelgezwitscher an. In der vermeintlichen Stille hört sich dieses Vogelgezwitscher sehr laut an. Das Geschrei eines Bussard
vermischt sich mit dem Gezwitscher der Vögel und verstärkt den Sound.
Plötzlich Nichts mehr, wieder absolute Stille.
Vereinzelte Kornblumen zieren den Weg, dazwischen einige Mohnblumen, die voll in ihrer Blüte stehen, mit einem wunderschönen Rot.
Das tiefe Brummen eines Flugzeugs füllt die Stille aus. Es stört nicht,
sondern wirkt eher [..]
Darius die Termite
27.07.2011 10:14
Es war einmal ein kleiner Termitenjunge Darius, er hatte das Holz essen satt.
Stattdessen bevorzugte er frisches Obst, Früchte und andere schmackhafte Dinge. Den Eltern gefiel das überhaupt nicht. Sein Vater war ein hohes Mitglied der Garde der Königin.
Doch weil er seinen Sohn sehr liebte, erlaubte er ihm in einem abgelegenen Teil der Höhle ein paar Blumen zu pflanzen.
Darius pflanzte überglücklich jeden Tag neue Blumen und Früchte. Viele Tage vergingen, die Pflanzen wuchsen und die Früchte gediehen prächtig. Jeden Tag brachte er sie nach Hause und machte sich statt der üblichen Mahlzeit, sein eigenes Essen.
Mit mürrischen Gesichtern betrachteten seine Eltern ihn jedes Mal, ließen ihn aber gewähren. „Er wird sich das schon eines Tages abgewöhnen“, sagte sein Vater
immer.
Viele Winter vergingen seitdem und Darius hatte inzwischen einen kleinen stattlichen Garten. Ein [..]
Gute Gefühle!
26.07.2011 01:00
Es war schon fast drei Uhr, als sie für einen Augenblick aus ihrem Schlaf zu erwachen schien, und einen Moment hatte sie geglaubt, die Hand, die sanft auf ihrem Körper ruhte, wäre seine. Aber wie jedes mal, mit Ausnahme von den wenigen Wochenenden an denen sie sich trafen, war es ihre eigene Hand gewesen, die locker in ihrer Taille lag. Sie drückte sie, fast schon reflexartig, stärker an ihren Körper um sich bewusst zu werden, das es nicht seine war. Sogar mitten in der Nacht, dachte sie. Mit seinen strahlenden, liebevoll blickenden Augen und seinem Lächeln, das sich auf ihrer geistigen Leinwand abzeichnete, versuchte sie in den Schlaf zurückzufinden, aus dem sie gar nicht ganz erwacht war. Während sie langsam immer tiefer hinüber glitt, erfreute sie sich an seinem, ganz eigenem Duft, der ihr illusionär in die Nase stieg und den [..]
Die spinnen, die Briten
25.07.2011 08:55
„...und die Einkaufsmeile in Manchester ist so toll! Ich freue mich total darauf. Alan führt Verhandlungen und ich werde shoppen gehen, bis ich ins Koma falle!" Aufgeregt strahlte Alice ihre Freundin an. „Am Abend sind wir dann zu einer Verabschiedungsfeier für den Geschäftsführer einer Firma, mit der Alan zusammenarbeitet, eingeladen. Ich werde ein richtig tolles Wochenende haben." Hier musste Alice Luft holen, was ihrer Freundin Gelegenheit zu einem Kommentar gab. „Ich hoffe, dass alles so toll abläuft, wie du dir das vorstellst..."
„Du olle Unke, na klar, ich werde es dir berichten!"
„Guten Morgen, kleine Hexe", Alan stupste seine Frau sacht an. „Zeit um aufzustehen, ich habe heute früh einen Termin. Barry, der neue Mann bei Omega Vision, holt uns in der Lobby ab und fährt [..]
Aber bitte mit Sahne!
24.07.2011 19:05
Ich war zwanzig Jahre alt und noch voller Elan. Und es gab nichts Schöneres für mich, als meiner älteren Schwester, die gemeinsam mit ihrem Mann ein Restaurant betrieb, mit Rat und Tat, na ja, eher Tat (oder vielleicht sogar Untat?), zur Seite zu stehen.
Extra Urlaub nahm ich hierfür, zog mir ein schönes rotes Dirndl an (über Schönheit kann man streiten... heute sehe ich das ein wenig anders), um mein Outfit dem rustikalen Charme des Lokals anzupassen.
Das passierte in der Sommer-Hauptsaison.
Nach einer kurzen Einweisung war ich voller Tatendrang. Die Ersten meiner Opfer waren Bustouristen. Ich hatte tatsächlich von den mir zugewiesenen Tischen die Essens- und Getränkebestellungen entgegen genommen und diese boniert.
Zuerst kamen die Hauptgänge, danach folgten die Suppen.
Da mein Schwager ein begnadeter Koch war, das Essen [..]
Thommy und Penelope
23.07.2011 18:07
Vor zwei Wochen verließ mich meine Freundin Ruth und dass ohne jegliche Vorwarnung. Mit dem Einleitungssatz „Wir müssen mal reden...", machte sie Alles kaputt. Es gibt Menschen, die müssen wirklich Alles bis in's kleinste Detail ausdiskutieren. Ich sehe das anders. Es ist viel wichtiger, seine Gefühle zu zeigen, quasi ein Verstehen ohne Worte. Ich stand auf einmal alleine da, fühlte mich wie ein begossener Pudel, wusste nicht, wie mir geschah.
Chevelle und Camaro
19.07.2011 01:00
Endlich war es soweit. Chevelle konnte sich ihren Jugendtraum erfüllen. Vor lauter Aufregung konnte sie kaum schlafen. Nach dem Tode ihrer Mutter vor zwei Jahren, was ihr sehr zusetzte, stand sie plötzlich ganz alleine da. Sie war jetzt gerade 30 Jahre alt und ein Kind der 80er-Jahre. Ihre Eltern hatten sich bei einem Amerika-Urlaub unsterblich ineinander verliebt.
Das Geschenk aus dem Jenseits
15.07.2011 20:29
Jeder kennt das, wenn man einen lieben Menschen für immer verliert, stürzt das einen häufig in depressive Phasen. Diese Stimmungsschwankungen verstärken sich besonders an Festtagen, Geburtstagen oder auch Todestagen der Verstorbenen. So erging es uns drei Kindern nach dem Tode unseres Vaters, der leider mit 62 Jahren für immer einschlief. Meine älteste Schwester litt ganz besonders darunter, da sie eher introvertiert und sehr sensibel ist. Einige Eigenschaften hat sie von unserem Papa übernommen, wie bestimmte Gestiken und nicht zu vergessen, seinen speziellen „englischen" Humor. Es war wieder einmal so weit, eine Welle der Niedergeschlagenheit hatte sie erfasst, als sich der fünfte Todestag jährte. Das geschah, als sie sich gerade an ihrem Arbeitsplatz in einem Großraumbüro einer großen [..]
Jetzt mal ehrlich
09.07.2011 18:01
Aus Mädchen werden Frauen. Diese Frauen haben Brüste, sie haben kein Gehänge, das ständig im Weg ist, sie haben meistens einen super tollen Hintern, welchen sie einzusetzen wissen.
Doch davor solltet ihr Männer keinen Respekt haben. Ihr dürft es toll finden und bewundern – natürlich, denn dafür brauchen wir euch! Aber wovor ihr wirklich Respekt und ich behaupte sogar Angst haben solltet, ist das, was die Frau im Kopf hat!
Seit Jahrtausenden, ich glaube sogar seit Beginn der Menschheit, unterschätzt ihr uns! Ihr ward uns immer überlegen. Wir haben sehr lange gebraucht, um zu erkennen, dass wir gleichwertige Individuen sind doch habt Acht: wir haben es erkannt! Und wir haben zudem erkannt, dass wir einfach besser sind, als ihr es jemals gewesen seid und als ihr jemals sein werdet. Denn wir haben euch innerhalb eines halben [..]
Nur Wir
09.07.2011 17:48
Nur wir beide ganz allein und die Welt drum rum.
Du gehst raus, ich bleib' drin. Lass' mich nicht allein,
nimm' mich mit, zu dem drum rum.
Ich alleine: ich gehe, ich laufe, nach links,
nach rechts, nach vorn, noch öfter nach hinten.
Doch: der Ausgang ist nicht zu finden.
Glaube ich, ich bin da, dann ist es doch nur eine Tür zur Zweisamkeit.
Das ist schön, doch nicht alles. Wo soll ich lang? Zeig' mir den Weg!
Ein Unfall kommt selten allein
06.07.2011 19:32
Das war ungefähr vor 20 Jahren in einer kleinen chirurgischen Kreisklinik, Arbeitsunfälle waren hier an der Tagesordnung. Die witzigste Begebenheit war der Unfall einer etwa 75 Jahre alten Bäuerin, die noch alleine ihr Anwesen bewirtschaftete. Neben Rotländer-Hühnern, Truthähnen sowie Hasen besaß sie noch zwei Milchkühe. Außerdem bestellte sie einen kleinen Acker. Ihr treuer Diener, ein 50 Jahre alter roter Fendt-Traktor, der zuvor ihrem verstorbenen Mann gehörte, unterstützte sie bei diversen Besorgungsfahrten. Naturgemäß war dieser knatternde unverwüstliche Bulldog ziemlich langsam unterwegs. Zu langsam für einen jungen Führerschein-Neuling, der ihr morgens ziemlich dicht auffuhr. Er hatte dabei das abrupte Bremsen nicht rechtzeitig bemerkt und ehe er sich versah, fuhr er auf den Traktor der [..]
Eine besondere Verbindung
04.07.2011 20:14
Ich kann mich nicht erinnern, jemals so traurig gewesen zu sein, außer vor 22 Jahren als mein eigener Vater mit 62 Jahren verstarb. Das jetzige Ereignis passierte vor zwei Jahren, ausgerechnet zwischen Weihnachten und Neujahr. Es gab immer eine Tradition an Heiligabend, Feuerzangenbowle, Gesang, mit mehr oder weniger richtigen Tönen, und viel Spaß. Man umarmte sich, jeder bekam kleine Geschenke. Und – was das Schönste daran war – niemand hat geheuchelt. Ich spürte, diese Gefühle waren echt. Wie wohl ich mich fühlte. Um jedoch meine eigene Mutter nicht zu vernachlässigen, verbrachte ich ausnahmsweise den Heilig Abend und den ersten Weihnachtsfeiertag bei ihr zu Hause. Danach, nachdem ich geschlagene zwölf Stunden mit der Bahn unterwegs war, kam ich am zweiten Weihnachtsfeiertag spät in der Nacht bei meinem Mann an. Der [..]
Das Leben ist wertvoll
03.07.2011 21:59
„Dave", sagte sie leise. Er sah von seiner Zeitung auf und schaute sie fragend an.
„Ja?"
Sie spielte nervös mit ihren Händen herum, unsicher, wie er reagieren würde.
„Dave, ich muss dir was sagen."
Jetzt legte er die Zeitung weg und stand auf. Er hatte ihre Unentschlossenheit bemerkt.
„Dann sag es, Schatz. Du weißt doch, du kannst mir alles erzählen." Er lächelte sie liebevoll an und wieder einmal wurde ihr klar, was für ein Glück sie mit Dave hatte. Groß, schlank, extrem gutaussehend und ein wunderbarer Ehemann. Einer von der Sorte, der seiner Frau auch mal das Essen ans Bett brachte, ohne etwas zurückzuverlangen.
Sie lächelte zurück. „Dave...ich bin schwanger."
Sein Lächeln verschwand schlagartig. Stattdessen weiteten sich seine Augen [..]
Der Flötenspieler
03.07.2011 19:47
Sanft kam der Wagen zum Stehen. Luc stellte den Motor ab und lehnte sich aufatmend zurück. Nadine stieg aus. Sie streckte ihren langen Körper, strich sich übers kurze Haar. Das machtvolle Rauschen des Meeres erfüllte die Luft, untermalt vom Kreischen der Möwen. Und hier stand das Haus, hoch oben auf den Klippen, zwei Kilometer vom Dorf Kerhoazoc entfernt. Seine graue, gedrungene Gestalt hob sich vom klaren Blau des Himmels ab. Kein Baum versperrte die Aussicht. Hier wollten Luc und Nadine ihre Flitterwochen verbringen.
Als erstes fuhren sie zum Dorf, dessen niedrige, graue Häuser sich eng um den Hafen drängten.
Die dickliche Frau in der Bäckerei-Molkerei begrüsste sie fröhlich.
"Guten Tag, was wünschen Sie?"
"Eine Baguette, Milch, Butter, etwas von diesem Käse da, bitte", sagte Nadine.
Die Frau [..]
Hochzeits-Verkleidung
01.07.2011 23:41
Was für ein Thema. Es bereitet vielen Heiratswilligen (hoffentlich aus Überzeugung willig!) tage- oder gar wochenlang schlaflose Nächte, wobei das wohl eher die Frauen betrifft. Die meisten der Männer sehen es eher ziemlich nüchtern. Ob Teepüppchen-Optik, ob Godet-Schnitt, ob enger Super-Mini, ob lang, ob aus Seide oder aus Chiffon, weiß oder eher cremefarben gehalten oder gar in rot? Meine Schwägerin in spe wollte mich davon überzeugen (ich bin diesbezüglich allerdings ein hoffnungsloser Fall), dass es auch mir Spaß machen würde, sich inspirieren zu lassen. Um sie nicht zu enttäuschen, besuchten wir an einem Samstagnachmittag einige Brautmodenläden. Ich konnte in einem der Geschäfte beobachten, dass eine mollige junge Frau, in einem Miederkleid eingezwängt auf einem Stuhl saß, das Kleidungsstück fast bis zum Platzen an den Säumen gespannt. Oben aus dem Mieder quollen [..]
Traumplanet Tikkitucki
29.06.2011 17:47
Es gibt Traumfrauen, Traummänner und Traumküchen. Aber leider gibt es sie nur in unseren Träumen, weil die Realität immer ein wenig anders aussieht.Wie gemein. Das heißt, Traumküchen können wir überall günstig erstehen.
Eva, Angelika, Karin und Rosi waren die wahrhaftigen Träumerinnen. Unschlagbar in ihrer überbordenden Fantasie. Sie träumten beim gemeinsamen Shoppen, am Telefon, in der Badewanne, beim Kochen, beim Saugen, wenn sie bügelten, beim Fenster putzen, auf der Toilette, bei Liebesfilmen und beim Sex. So nach und nach hatten sie sich ihren eigenen Planeten erschaffen. Ihre Traumhäuser gebaut, Traumgärten angelegt und Traumkinder bekommen. Sie trugen die schönsten Traumkleider und hatten die perfekten Männer an ihrer Seite. Traummänner eben. Im realen Leben waren sie wahre [..]
Der Gaudi-Express
28.06.2011 23:22
Jeden Morgen freue ich mich darauf, kann es kaum erwarten wieder einzusteigen, Mitreisende zu sein, und das für etwa 20 Minuten, was mir manches Mal wie eine kleine Ewigkeit vorkommt.
Bereits das Betreten ist abenteuerlich. Dicht gedrängt vor der Tür baut sich eine Mauer auf. Dahinter ist noch Luft. Aber jeder ist nur auf sich bedacht. Wie? Die will noch rein? Ist doch schon überfüllt! Das kleine Schulkind voller Angst zwischen den dicht gedrängten Leibern, die es um ein Vielfaches überragen und bedrängen. Es kann sich nicht wehren, befürchtet, nicht rechtzeitig aus der U-Bahn wieder herauszukommen.
Der MP3-Zombie nebenan beschallt seine Ohren, die bestimmt schlapp machen werden, wenn er in die Jahre kommt. Eigentlich gute Musik, aber einen Touch zu laut. Einmal stand ich im Mittelgang, rechts neben mir ein eifriger [..]
Der Eis-Hund
26.06.2011 18:45
Mit meinen viereinhalb Jahren besuchte ich voller Stolz den Kindergarten meines Heimatortes, kam mir dabei schon so richtig groß vor. Morgens holte ich meinen um ein Jahr jüngeren Freund Andreas ab, so dass wir gemeinsam den Weg meisterten. Seine Oma besaß einen Lebensmittel-Laden, und ich freute mich schon auf die Zuckerbrezel, die sie mir immer als kleines Dankeschön zusteckte, welche ich dann hastig in meiner hellbraunen Ledertasche, auf deren Verschluss eine große Blüte eingeprägt war, verstaute. Ich liebte schon immer schöne Dinge und meine Mutter machte mir damit eine große Freude. Ein weiterer Schatz war ein in Kunstharz eingegossenes Seepferdchen. Der Modeschmuck-Anhänger aus den 60er-Jahren war rautenförmig und hing an einer langen goldenen Kette, die ich täglich umlegte.
Arac-Attack im Alpenhotel
26.06.2011 12:50
Unsere Probezeit war vorbei, nach beinahe zwanzig gemeinsamen Jahren hatten wir aus heiterem Himmel beschlossen, noch vor Ablauf unseres Haltbarkeitsdatums zu heiraten. Mein Mann hatte Tränen in den Augen, als wir unsere besten Freunde besuchten, die uns mit einem ganz besonderen Hochzeitsgeschenk überraschten.
Es war an einem Freitag Abend. Wir wurden lediglich davon in Kenntnis gesetzt, dass wir unsere Koffer packen und uns zur Abreise bereit halten sollten. Mehr wussten wir nicht.
Nach einem gemeinsamen Kaffee-Geplauder drückte John meinem Mann plötzlich den Autoschlüssel in die Hand und sagte: „Ein wunderschönes Wochenende, mein Freund. Habt viel Spaß und eine gute Fahrt!" Wir stellten fest, dass es sich um einen Ford-Autoschlüssel handelte.
Der dazu gehörige Kandidat stand vor dem Haus und wartete [..]
Der süße Kuss der Ameisenfrau
25.06.2011 16:38
Ich erinnere mich gerne an Sabine. Wir beide verbrachten eine schöne Zeit miteinander. Diese Geschichte ist nichts für zarte Gemüter!
Die Zahnfee
21.06.2011 11:33
Ein kleines Stückchen Wiese hinter den Plattenbauten ist das Ziel einer alten Frau. Sie hat ihre Wohnung in einer dieser Betonburgen. Ihr Weg führt zu dem wenigen Grün dahinter, mit ein paar Bäumen sowie der alten, verwitterten Holzbank.
Wie jeden Tag geht sie auch heute dort hin, setzt sich auf diese Bank, an der sonst niemand interessiert ist.
Die feinen Alterslinien ihres Gesichtes umspielt ein Lächeln, in diesem Moment ist sie glücklich. Zum Himmel aufschauend, blickt sie einem Flugzeug nach. Noch immer ist das für sie ein Wunder.
In diese Gedanken hinein hört sie plötzlich Kinderlärm. Etwas entfernt scheint ein Spielplatz zu sein. Glück für die Kleinen, hier eine Spielplatz-Oase zu haben!
Auf einmal steht wie von Zauberhand ein kleiner Junge vor ihr.
"Na sowas, wo kommst du denn so plötzlich her! [..]
Ob'n auf der Höh, das bin ich
19.06.2011 17:51
Wir kennen Sie jetzt schon 15 Jahre lang, unsere Freundin Franziska.
Tunesischer Seeräuberkapitän
19.06.2011 12:10
Endlich war es soweit, ich konnte mit meinen zwei Schwestern gemeinsam verreisen. Das war nach dem Tod unserer Mutter für uns sehr wichtig. Wir sahen uns nicht oft und mussten Vieles erst einmal gemeinsam verarbeiten. Unser Urlaub dauerte zehn Tage. Ein außergewöhnlich schönes Hotel, Hauptgebäude (Empfangsbereich und Speisesaal) durch ein großes Sonnensegel mit den Wohngebäuden verbunden, war plötzlich unser Feriendomizil.
Schneck, Schreck, Hurra
18.06.2011 17:54
Es war der fünfzigste Geburtstag meines Schwagers. Das ist natürlich für jeden ein besonderer Tag. Wir nahmen daher gerne seine Einladung an, machten uns auf den Weg, zwischen unseren Wohnorten liegen etwa 600 Kilometer. Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel. Und wenn man nicht in Eile ist, gibt es keine Probleme. Nein, es kann sogar Spaß machen, besonders die Pausen.
Worum geht es?
18.06.2011 12:47
Worum geht es im Kosmos?
Um Energie, Materie, Raum, um absolutistische Naturgesetze, die aus blanken Zufällen entspringen...
Worum geht es auf der Erde?
Um Sonnenstrahlung und ihre Turbulenzen und Anstöße, um brodelnde Eruptionen aus dem inneren Feuerofen, um wandernde, sich bedrängende
Krustenplatten...
Worum geht es im Lebendigen?
Um Fressen, Wachsen, sich fortpflanzen, die Gattung ausbreiten...
Worum geht es den Menschen?
Um Essen, um Sex um Macht und Recht haben...
Worum geht es letztendlich?
Um nichts!
Wenn die Katze zweimal klopft
17.06.2011 15:16
Meine zwei Schwestern und ich wuchsen in sehr schlichten Verhältnissen auf dem Lande auf. Diese Welt war ein einziger Abenteuer-Spielplatz für uns. Die Maschinen des familieneigenen Sägewerks wurden bis in die 60er-Jahre durch ein Holz-Wasserrad betrieben. Im nahe gelegenen Bach spielten und tobten wir, ernteten große süße Himbeeren von den Stauden, die zwischen den Felsen wuchsen, auch manchmal mit Inhalt, denn die Früchte wurden viel zu hastig in den Kindermund geschoben. Wir sprangen munter auf den Hemmstufen herum, außerdem gab es noch eine Schleuse, in deren Stauwasser wir uns auf einem als Floß umfunktionierten LKW-Reifen stundenlang treiben ließen.
Die Eiche
16.06.2011 12:32
Einst klein und unscheinbar, verletzlich und zart in der Erde verborgen. Von altem Laub verdeckt und geschützt, tritt sie einstmals ins Licht der Sonne.
Wind und Regen streicheln ihre jungen Blätter und versüßen ihr noch zartes Alter.
Die Jahre vergehen und so mancher Stiefel trat nur knapp vorbei, denn die Mutter kann hier nicht schützend die Hand über das Haupt halten. Schon immer auf sich gestellt in ihrer Zerbrechlichkeit.
Die Monate vergehen und mit der Zeit ist sie zu einem schon beachtlichen kleinen Jährling geworden. Der Stamm nun dick wie ein Finger, steht sie nun schon stolz da, die Wanderer sehen auf sie hinab.
Der Förster, der Robin Hood des Waldes, ihr Beschützer, nimmt sie auf in seinen Bestand. Nur er allein wird sie gelegentlich bewusst besuchen und nach ihr Ausschau halten. Wie ein besorgter Vater wird er [..]
Ist Killer Canino oder Canone
15.06.2011 20:11
Unser neues vierbeiniges Familienmitglied, der Mops Killer, eroberte die Herzen unserer italienischen Gastgeber, und das ganz ohne Gewalt...
Endlich konnten wir unseren lange ersehnten Toskana-Urlaub antreten.
Es war in der Nähe von Cecina Mare auf einem nahe gelegenen Weinberg, dort befand sich unser Feriendomizil, ein angemietetes Ferienhäuschen. Frühmorgens umfingen dichte Nebelschwaden die umliegenden Weinberge, dann sah es so aus, als seien ganz viele kleine Inseln von einem Meer aus Watte umspült worden. Frühmorgens machte sich mein Mann auf den Weg in das nahe gelegenen kleine Dorf und holte frisches Brot und un etto formaggio – da wir beide dieser Sprache nicht mächtig waren, versuchte es mein Mann auch immer sehr erfolgreich mit Gestikulieren. Darin sind auch die italienischen Nachbarn wahre Weltmeister, so dass man sich sofort [..]
Der Unfall
14.06.2011 22:19
Sie lag teils auf dem Randstein der Traminsel, teils auf der Strasse und ein abgerissenes Stück ihres grünen Kleides war in die Rinne geschleudert worden. Ihr Kopf blickte zum Himmel, so als klage sie ihn an und nicht den rücksichtslosen Fahrer, welcher ohne anzuhalten weiter gefahren und in das Gewirr der Strassen entkommen war.
Es gab Zeugen, und sie standen auf der Traminsel um sie versammelt und diskutierten angeregt.
„Sie war sehr unvorsichtig!" erhob Frau Fischer, eine Bewohnerin des gegenüberliegenden Altersheimes, die dünne Stimme, über ihr Gehwägelchen gebückt. „Diese Strasse ist gefährlicher als sie aussieht. Ich gebe immer ein Handzeichen!"
„Ja, aber seit ich hier arbeite, und das ist auch schon eine Zeit her, da hat es hier noch nie einen Unfall gehabt", entgegnete die hagere Kioskfrau, [..]
Habibi, eine echte Männerliebe
13.06.2011 20:54
Es war vor etwa drei Jahren, als ich mit meinem Mann einen schönen Urlaub in Hurghada/Ägypten verbrachte, ein erholsamer Urlaub, an den ich gerne zurück denke.
Frühmorgens gingen wir immer an den hoteleigenen Strand zum Schwimmen. Kleine Fische knabberten an unseren Beinen. Kitzelige Angelegenheit.
Dabei erinnere ich mich an eine unvergessliche Begebenheit:
Die einheimischen Hotelangestellten waren freundliche und niveauvolle Menschen, immer zu Späßchen aufgelegt.
Mein Mann beobachtete eines morgens, dass sich zwei Hotelangestellte ganz nah gegenüber standen, wohl ein Angestellter der Strandbar und dessen Vorgesetzter. Dieser musste ihn kurz anhauchen, wir vermuteten, wohl deshalb, um sicherzugehen, dass sein Angestellter keinen Alkohol zu sich genommen hatte.
Gerade in diesem Moment guckte mein Mann zu den beiden; diese wiederum guckten [..]
Welsine oder frische Fische
13.06.2011 13:35
In unserem Wohnzimmer „residiert" ein seltsames kleines Lebewesen.
Es wird von meinem Mann und mir liebevoll „Welsine" oder auch „Welsinchen" genannt.
„Residieren" trifft in diesem Falle wirklich zu, da das Antennenwels-Weibchen eigentlich ein Einzelgänger ist und den anderen „Mitbewohnern" zeigt, wo's lang geht. Die Fischmänner ihrer Art tragen ein Geweih-ähnliches Gebilde auf dem Kopf, daher der Name.
Welsinchen wurde uns vor etwa 18 Jahren von unseren besten Freunden geschenkt und lebt seither in unserem Süßwasser-Aquarium.
Vor ca. ½ Jahr hatten mein Mann und ich beschlossen, ihr wieder einmal Fisch-Gesellschaft zukommen zu lassen, da sie auf Grund ihres ungewöhnlich hohen Alters bisher immer alle anderen Mitbewohner überlebt hat. Viele kleine Zierfischchen werden oft [..]
So easy
11.06.2011 21:10
Ich habe einen Englischkurs begonnen, mein Deutsch wurde dadurch noch schlechter, mein Englisch verbesserte sich aber merklich.
Meine Englischlehrerin ist nett. Sie schafft es wirklich mich Montagabends zu motivieren, mit ihr eine Stunde pures Englisch im Einzelunterricht durchzuziehen. Die Dame hat immer was zu lachen, besonders wenn ich loslege, Englisch zu sprechen.
Da hat das Ganze doch was Gutes. Zumindest kann dabei jemand lachen, wenn ich im Schweiße meines Angesichts eine Fremdsprache lerne oder besser die Grammatiklücken, die ich habe, fülle.
Wisst Ihr eigentlich, wie bescheiden das ist, wenn es im Winter sonntags schon um 16 Uhr dunkel wird, das Wochenende sich dem Ende neigt, der Montagmorgen vor der Tür steht und es wieder heißt, hart arbeiten zu gehen? Ich denke ein Großteil von Euch kann dieses Gefühl nachvollziehen, [..]
Unheimliche Schlafgeschichte
11.06.2011 19:49
Am Ostersonntag, genau vor zwei Jahren im April 2009, wurde meine 78-jährige Mutter mit dem Notarzt in die Klinik gebracht. Die Notärztin war ziemlich hilflos, da – so wie es bei älteren Menschen manchmal der Fall ist – bei ihr die Einsicht fehlte, sich sofort in die Klinik zu begeben.
So verging wertvolle Zeit; außerdem geschah das auch noch während der Feiertage. Am Ostersonntag in der Klinik angekommen, musste sie wohl die schrecklichsten Stunden ihres Lebens durchgemacht haben und was noch viel schlimmer war neben den unerträglichen Schmerzen – eine unbändige Angst vor dem, was weiter mit ihr geschehen würde.
Nach einigen diagnostischen Maßnahmen, wie CT und anderen Prozeduren, erfuhren wir von ärztlicher Seite, sie hätte eine „akute Pankreatitis".
Meine mittlere Schwester vor Ort war [..]
Irgendwann am Hafen
09.06.2011 17:35
Auf einem alten Stuhl, an einem kleinen Tisch am Hafen, sitzt eine Frau und trinkt ein Glas Wasser. Es ist nicht klar wo ihr Weg sie und uns hinführen wird...
Auf einem alten Holzstuhl, an einem kleinen Tisch am Hafen, saß eine Frau und trank ein Glas Wasser.
Gerade hatte sie den ersten großen Schluck genommen, da verteilte sie das Wasser prustend über dem ganzen Tisch, da sie plötzlich über einen Witz lachen musste, den ein dunkelhaariger junger Mann am Nebentisch gerade seinen zwei Freunden erzählte, und den sie zufällig mitgehört hatte.
Die Freunde des jungen Mannes verzogen keine Miene. Der Dunkelhaarige selbst grinste breit, aber aufgesetzt, kontrolliert.
"Das ist eine gute Geschichte", sagte einer der Freunde mit russischem Akzent. "Alleine ich bezweifle, dass sie deinem Bekannten wirklich passiert ist. [..]
Gedankenreise
08.06.2011 17:49
Überstunden beendet, ach was soll´s, musste heute eben mal sein.
Kommt ja nicht so oft vor. Schon 18 Uhr wer kommt denn da noch hinter mir ins Haus? Aha, Arzttasche, nur der Doktor, nichts Außergewöhnliches für mich, eher Alltag, man registriert es irgendwo im Hinterkopf, fertig.
Frau S. ist krank, also kommt unser Hausarzt. Kaum jemand, außer der Betroffenen vielleicht, schaut da auf die Uhr. Höchstens noch der Ehemann, der erleichtert feststellt: "Na endlich sind sie da!".
Ich stehe auf dem Treppenabsatz und schaue noch einmal hinunter, wo nun der Doktor mit völlig ruhiger Stimme sagt: "Guten Abend, na da wollen wir uns die Kranke mal anschauen.", dann schließt sich die Tür.
Ich steige etwas nachdenklich die letzten Treppenstufen zu meiner Wohnung hinauf. Erstaunlicherweise übergehe ich heute [..]
Moskau im Winter
08.06.2011 16:45
Mein Name ist Philip Benson, Interpol-Agent, z.Zt. mache ich Urlaub in Moskau, auf Einladung eines russischen Freundes.
Die Spitzmaus
06.06.2011 23:14
Kommissar Qualle, das war natürlich nicht sein richtiger Name, aber alle riefen ihn so, lehnte am Balkongeländer seines Hauses und rauchte eine Zigarre. Bei allem blauen Dunst, den er sich vormachte, versuchte er auch noch zu denken. Eigentlich tat er den ganzen Tag kaum etwas anderes als denken, denn das konnte er und zwar sehr scharf. Sonst wäre er sicher auch kein Kommissar geworden.
Doch irgendwie klappte es dieses Mal nicht so richtige mit dem Denken. Das Meeresrauschen lenkte ihn ständig ab. Jedenfalls klang es so, als würde irgendwo ein Meer rauschen. Komisch war das schon, denn er wohnte mitten im Wald. Über Vogelgezwitscher hätte er sich nicht gewundert und sein Blick wanderte zum Vogelhäuschen welches ihn anklagend ansah, es war leer. Und irgendwie kam es ihm eigenartig vor, denn was hat das Meer mit einem leeren Vogelhäuschen [..]
Die Höhle
06.06.2011 22:47
Es war Wahnsinn gewesen, das wusste er nun, aber zu spät!
Dabei hätte es ein Riesenspaß werden sollen. Eine geführte Höhlenwanderung durch die beeindruckendsten Höhlengänge des Landes, tief in die Berge hinein, wo kein Sonnenstrahl je eingedrungen war, ja wo sich noch zahlreiche, nicht erkundete Höhlengänge, Hohlräume befinden sollten.
Ha! Genau! Und was, wenn er sich ausgerechnet in einem dieser unerforschten Seitenarme verirrt hätte? Wo keine Menschenseele je auf die Idee kommen würde, nach ihm zu suchen?
Autsch! Was war das? Weshalb zum Teufel hatte er nur seine Taschenlampe Ulrike ausgeliehen und weshalb hatte er den fein ziselierten Stalaktit nur so lange bewundert? Weg waren sie alle! Keiner hatte auf ihn gewartet! Und plötzlich waren sie wie vom Erdboden verschluckt gewesen und er war in pechschwarzer [..]
Mord in seinem Revier
04.06.2011 11:16
Krimi: Hafenstädte sind immer Anziehungspunkte krimineller Energie. Überfälle, Raub und Mord, lassen hier öfter die Polizei zum Ensatz kommen...
Wachtmeister "Pedersen" ist mit Leib und Seele Polizist.Seit mehr als zehn Jahren geht er in Hamburg auf Streife.Seinen "Kiez" kennt er wie seine Westentasche und er ist überall beliebt, na ja, nicht überall!Die Ganoven mögen ihn nicht so sehr, weil er stets seine Nase in Dinge steckt, die ihn eigentlich "gar nichts angehen ...meinen sie!Seine Frau, er nennt sie liebevoll "Hummel", weil sie stets vor sich hin summt, hat schon öfter mal Angst um ihren "Wachtmeister" und immer Nachts, wenn er auf Streife ist, macht sie sich stets große Sorgen!Pedersen ist gern nachts auf Streife, dann sind die Geräusche der Großstadt gedämpft, nachts hört sich Hamburg ganz anders an.Er lenkt seine Schritte zu den alten Speichern, jetzt sehen sie aus [..]
Manche Tage sind...
31.05.2011 21:21
Manche Tage sind...
zum vergessen da,
zum Träumen...
um den Regen zu beobachten,
zum los lassen...
zum nachdenken da...
Aber jeder Tag war da und wir haben gelebt, egal wie und jeder Tag den wir gelebt haben, sollte uns etwas gebracht haben. So sei es nur die Erkenntnis den nächsten Tag besser werden zu lassen als der vergangene.
Wach auf, oder stirb
30.05.2011 01:00
Ein schreiendes Mädchen rennt durch die Finsternis, hinter ihr eine Person. Ihre Stimme schallt in meinem Ohr. Die Person packt sie und zerrt sie ins Dickicht....
Mein Skateboard schwebt an den Sträuchern und Bäumen im Park vorbei. Die Musik von Simon and Garfunkel erklingt in meinen Ohren und meine langen Haare wehen gleichmäßig im milden Herbstwind. Meine Füße berühren abwechselnd den Boden. Schneller, immer schneller fahre ich und genieße meine Freiheit. Die Erinnerungen an diesen Moment kehren zurück.
Ein schreiendes Mädchen rennt durch die Finsternis, hinter ihr eine Person ganz in schwarz. Ihre Stimme schallt in meinem Ohr. Die Person packt sie und zerrt sie ins Dickicht. Mehr sieht man nicht. Ich neige meinen Kopf, die Sonnenbrille verdeckt meinen glasigen Blick.
Ein anderer Gedanke schleicht sich vor meine [..]
Joop!
26.05.2011 03:33
Joop! Als Einzelkind, selbst keine Liebe und Zuneigung erfahren, ist er nicht in der Lage der Frau, die er liebt selbiges zu geben. Trennung ohne Abschied...
Baltus genoss die Zeit mit ihr. Nach außen hin und für Anna schien das Glück perfekt. Ihre Temperamente harmonierten, sie waren zärtlich miteinander, Meinungsverschiedenheiten wurden fair ausgetragen, sie witzelten an seinen freien Wochenenden von morgens bis abends. Baltus war scheinbar unbeschwert. Es gab auch keinen vernünftigen Grund sich über sie zu beschweren. Und dennoch umarmte er sie wie eine neurotische Mutter ihre Tochter. Er schlang seine Arme um sie und drückte sie doch gleichzeitig etwas zurück. Anna schien es nicht zu merken und kuschelte leidenschaftlich gerne mit ihm. So wies er sie nicht ab, selbst wenn er im Augenblick keine Lust dazu verspürte.
Wenn er [..]
Licht der Finsternis
25.05.2011 16:56
Worüber sollten wir Schriftsteller wohl berichten, gäbe es keine Kriminalität? Dieser Fall ist besonders interessant, klärt sich hier doch alles auf.
Mein Name ist Phil Benson, Interpol-Agent. Ich bearbeite zur Zeit den Fall "Licht der Finsternis". Wenn es Sie interessiert, dürfen Sie gern weiterlesen.
London im Nebel, haben Sie das auch schon einmal erlebt?
Nein? Na da haben Sie auch nichts versäumt!
Es ist Anfang November, da können Sie sich vielleicht vorstellen wie es hier aussieht! Seit einer Woche nur dicker Nebel und dazu diese feuchte Kälte.
Vom Schreibtisch aus sehe ich plötzlich Nebelschwaden durch mein Büro ziehen.... nanu, kommt der jetzt auch schon in die Häuser? Ach so, meine Kaffeemaschine brüht mir gerade meinen geliebten Kaffee auf, daher der Dampf!
Morgens brauche ich [..]
Urlaub adé
24.05.2011 19:28
Endlich Urlaub darüber freut sich doch ein Jeder, wenn er das ganze Jahr über gearbeitet hat. Aber wenn man nicht aufpasst, kann der Urlaub auch in die Hose gehen.
Mein Name ist Philip Benson, Interpol-Agent.
Heute in eigener Sache.
Endlich Urlaub, nach einem Jahr harter Arbeit... Hat man sich doch auch verdient, oder?
Diesmal gönne ich mir etwas Gutes, 5Sterne Hotel, "The Golden -Nugget-Ressort" in Miami Beach. Strand, soweit das Auge reicht!
Ein paar neue Klamotten habe ich mir auch zugelegt, na ja man kann ja nie wissen!
London-Airport einchecken, dann Körper Scanner (hoffentlich waren sie beeindruckt), der Flug war ruhig, ohne Zwischenfälle. Miami, Taxi-Service vom Hotel, ich wurde abgeholt!
Wir fuhren über den 'Miami Drive',ich war beeindruckt, rechts stehen große Hotelanlagen, aber links ist nur [..]
Im Drogensumpf
23.05.2011 22:28
Der Rauschgifthandel nimmt überall zu, zum Unheil derjenigen, die sich darauf einlassen. Es wäre sehr schön, für alle, wenn der Drogenhandel unterbunden werden kann.
Mein Name ist Philip Benson, Interpol-Agent.
Ich bearbeite zur Zeit einen Fall in Süd- Spanien zusammen mit den dortigen Behörden. Es wurden in den letzten 12 Monaten große Mengen an Rauschgift aus Süd-Amerika hierher gebracht.
Sollte es Sie interessieren, dann lesen Sie bitte weiter!
Ich kannte nur ihren Namen, Isabella, wer sie in Wirklichkeit war, habe ich erst später erfahren.
Wir sahen uns zum ersten Mal, auf einer spanischen Fiesta.
Es war ein Sonntag und alle Menschen waren festlich gekleidet, zu Ehren von 'Don Antonio de Montoya', einem edelmütigen Vorfahren der hier ansässigen Montoya Familie.
Viele der edlen [..]
Verlorene Seelen
20.05.2011 17:53
Ich war das Opfer!
War ich das Opfer? Ist es nicht eher so, dass ich mich nur zu bereitwillig dazu habe machen lassen? Leiden mit Lust? War es das, was mich antrieb? Das wäre leicht, leicht zu verstehen und nachzuvollziehen, doch so einfach war es niemals.
Hass statt Lust, das bringt es schon eher auf den Punkt. Ich hasste mich, wollte mir, seltsam distanziert, beim Leiden zusehen. Hatte es nicht anders verdient, hatte kein Recht auf Glück. Ließ es geschehen, suhlte mich in meinem Leid und war mir wichtig damit, fand so die nötige Beachtung. In mir selbst und außerhalb.
Stellte die Verhältnisse auf den Kopf. Du fügtest mir ohne Zweifel Schmerz zu, doch du verletztest auch dich dabei. Warst Täter, auch das ohne Zweifel. Doch warst du nicht auch ein Stück weit Opfer, so wie ich ein Täter war?
Ist es nicht so, dass man [..]
Aus meinem Tagebuch: Kolumbien
20.05.2011 14:40
Wahre Geschichte: Eine Reise in Kolumbien ins heiße Land unter besonderen Umständen.
Kolumbien II
Der Zug stand jetzt schon eine ganze Weile in der Mittagshitze zwischen verdorrten Büschen. Hier war kein Ort, nur ein kleines Häuschen stand da. Wir waren unterwegs zu einem See im „Heißen Land". Dort wurde nach Öl gebohrt, jemand aus unserem Lehrerkollegium kannte den Chef, er hatte uns das Gästehaus angeboten. Wir wollten uns etwas von unserer Schularbeit erholen.
Ich schaute sehnsüchtig auf den Fluss. Baden müsste man jetzt, dachte ich, sich abkühlen.
„ Warum hält der Zug, wie lange werden wir noch hier bleiben?", fragte ich meine Kollegen.
Sie schauten mich verständnislos an. Jorge meinte dann, dass solche Fragen hier nicht üblich seien, es würde schon [..]
Das Ende des Schweigens
17.05.2011 14:48
Sie rannte, ohne sich umzuschauen. Weiter, weiter, immer weiter!
Atmen. Rennen. Atmen. Rennen. Ihr Herz schlug bis zum Hals. Nicht schlapp machen, Kiara!, mahnte sie sich selbst. Wenn du jetzt schlapp machst, bist du erledigt, du dumme Kuh. Doch bei dem Klang seiner Stimme erschrak sie so sehr, dass sie kurz strauchelte. Er war zu nah hinter ihr!
„Bleib stehen, oder ich bring dich um, du Schlampe!"
Sie rannte schneller. Die Gasse, die jetzt in der Nacht noch düsterer wirkte als sonst, empfing sie mit einladender Dunkelheit. Komm, schien sie ihr zuzurufen. Versteck dich bei mir, wo er dich nicht findet.
Niemand war hier um ihr zu helfen. Natürlich nicht. Es war mitten in der Nacht und hier lebte sowieso keiner.
Kiara schaute sich gehetzt um. Dort! Sie lief in eine winzige und enge Nebengasse. Verwirrung, das war jetzt das Beste. Er war vielleicht ein guter [..]
Blutinferno Akt II
12.05.2011 01:00
Akt II Kapitel 1 Zum Akt I
Es sind schon einige Stunden vergangen, seitdem Kyrus und seine Schwester Kyra vom Dunkelelf Rinathil durch den Geheimausgang geschickt wurden. Der enge Tunnel war länger als gedacht und als sie endlich wieder an die frische Luft kamen befanden sie sich tief im Wald östlich der hohen Mauern der Orkhauptstadt Orconova. Kyra saß erschöpft an einem dicken Baum, der Saum ihrer dunkelroten Robe war durch Staub und Matsch verdreckt. Sie starrte ausgelaugt auf die roten Blumen vor sich. Der etwas jüngere Kyrus schaute schon die ganze Zeit in den Himmel, angespannt erwartete er die Rückkehr seiner beiden Meister oder den Angriff der Mystor. Er zweifelte langsam mehr und mehr daran, dass Nísera und Eglís den Kampf überlebt haben. Denn wenn so wäre, dann würden sie doch telepathisch eine Nachricht senden, aber nichts. Wenn es wirklich so gekommen ist, wo [..]
Vergeben
11.05.2011 13:25
Warum vergeben? Macht man es sich so nicht nur noch viel leichter? Zu schnell schließt man so nur mit Sachen ab die einem zu erdrücken drohen und wohl eher zum nachdenken bewegen sollten. Ist es nicht nur die Flucht vor Dingen die einem bei Tag und Nacht verfolgen? Sachen die uns den Schlaf nehmen wann immer wir daran denken. Lieber wieder in Ruhe schlafen, lieber einmal schnell vergeben ohne groß einen Gedanken daran zu verschwenden, ob es das ist was man selber möchte. So heuchelt man sich lieber selbst was vor und kann wieder schlafen. Den Kopf nun wieder frei von all den plagenden Sachen. Nur hat man nichts gelernt und rennt wohl wieder ins Verderben.
Weihnachtsgedanken
10.05.2011 19:51
Draußen ist es weiß und kalt. Weiß sind die Straßen und Dächer, die aussehen als wären sie mit Puderzucker bestreut worden und die dichten Flocken die durch die Luft wirbeln. Kalt ist der Rest. ER sieht die Menschen, die mit von der Kälte ganz blau gefrorenen Fingern, durch die Winterlandschaft spazieren, die Kinder die durch den Schnee tollen und mit glänzenden Augen auf Weihnachten warten. Alle lächeln.Er hat mit ihnen nichts gemeinsam. Seine Finger sind in seiner Wohnung rosig warm. Aber der viel gravierendere Unterschied, Ihm fehlt das Lächeln. Er fühlt sich wie ein Außenseiter. Wie der einzige, der von der Vorfreude auf Weihnachten, die alle anderen Menschen teilen, ausgeschlossen ist.Doch das freudige Warten auf das Fest der Feste ist gemeinsam mit dem Lächeln und seiner Freundin, mittlerweile Ex-Freundin, und dem ungeborenen Kind in ihrem Bauch, das anscheinend [..]
Ein besonderer Finderlohn
07.05.2011 16:27
Wieder einmal hatte mich mein Wecker im Stich gelassen.
Er klingelte doch einfach nicht, wann ich das wollte; das heißt, für mich einfach immer zu früh. Und das Wetter erst grau, trübe, ungemütlich. Hoffentlich war wenigstens der Bus heute auch mal unpünktlich.
Er war es nicht, ich musste einen Endspurt einlegen, um ihn noch zu erreichen.
An diesem Morgen ging aber auch alles schief, na, das konnte ja ein schöner Arbeitstag werden.
An der Endhaltestelle angekommen stieg ich lustlos aus, den Weg zur Arbeitsstelle ging ich automatisch, den fand ich im Schlaf, da ich ihn ja jeden Tag zu bewältigen hatte. Es lohnte sich also nicht, den Kopf zu heben, denn die Häuser und Straßen waren auch bloß immer die gleichen.
Ich fand heute mal wieder alles mehr als mies, mich selbst eingenommen.
Hoppla! Das konnte ins Auge gehen, [..]
Das Schreckgespenst
05.05.2011 21:24
Liebes Tagebuch, den heutigen Tag möchte ich eigentlich ganz schnell vergessen. Es fing schon beim Aufstehen an. Am besten erzähle ich Dir alles der Reihe nach.Um halb acht wurde ich wach, das dachte ich zumindest. Wusste ja nicht, dass der Wecker eine Stunde vorgestellt war. Wollte weiter schlafen, aber ich musste dringend zur Toilette. Also schlug ich meine Bettdecke zurück und tapste zur Tür. Warf einen Blick auf die Standuhr im Flur und stellte fest, dass es erst halb sieben war. Meinen Mann sah ich Kaffee schlürfend draußen sitzen. Ganz leise öffnete ich die Badezimmertür, erledigte mein kleines Geschäft und ging genau so leise zurück. Nur keinen Lärm machen dachte ich, sonst fragt er mich noch, ob ich ihm die Arbeitsbrote schmiere. Ich legte mich wieder ins Bett und lauschte, ob er auch mit den Hunden Gassi ging. Tat er. Dann schlief ich ein. Eine Stunde später wurde [..]
Das Paradies
05.05.2011 11:55
Ein Waldweg, einsam, verlassen... Sonnenstrahlen finden ab und zu den Weg durch die dichten Bäume. Die Vögel singen und wenn man für einen Moment die Augen schließt, scheint es als könnte man den Einklang der Natur förmlich spühren.
Warum ich hier bin? Um auszuatmen, um frei zu werden, von der Hektik der Stadt, den vielen Alltagsproblemen und scheinbar unüberwindbaren Hürden. Hier draußen ist man nichts! Die Natur ist alles, man ist nur Gast und darf ihre Schönheit bewundern.
Ich mag diese Stille, die ja eigentlich gar keine Stille ist. Aber was sind schon Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und Wasserplätschern im Gegensatz zu lauten Autos, schimpfenden Menschen und Geräuschen der Stadt?
Hier lernt man mit sich alleine zu sein, sich wahr zu nehmen, nachzudenken. Ein paar Stunden nur und hab wieder neue [..]
Als der Krieg kam
05.05.2011 01:27
Wir saßen am Esstisch, als die Sirenen anfingen zu heulen. Ich nahm gerade den letzten Bissen von meinem Käsebrot. Ich wusste sofort was ich machen sollte.Überall bekam man eingetrichtert: „Wenn die Sirene erklingt, alle Lichter löschen und sofort in den Keller rennen." Meine Mutter wurde ganz hektisch. „Schnell Karl", rief sie zu meinem älteren Bruder: „Lösch die Lichter, schnapp dir deinen Bruder und deine Schwester und geh in den Keller, ich lösch die Lichter oben."Schnell löschte er alle Lichter und wir rannten zur Treppe hin. Mutter kam gerade von oben. Sie drängte uns zur Eile. Doch sie kamen. Es mussten hunderte gewesen sein. Die Motorengeräusche waren unerträglich laut. Jetzt bekam ich es mit der Angst zu tun. Mein Bruder drängte mich nach unten. „Oh verdammt", dachte ich,„ich habe Papa vergessen." Ich riss mich von meinem Bruder los, er wusste nicht wie [..]
Matchball
03.05.2011 11:59
Kurzkrimi: Da der korrupte und brutale 'Francesco Tulli' sich nie für seine Taten verantworten muss, beschließt Luigi, den Mörder seines Vaters selbst zur Strecke zu bringen.
Er lenkte den Wagen in Richtung Westen. Das enge Häusermeer der Innenstadt wurde abgelöst von sanften Hügeln mit großzügigerer Bebauung. Auffallend waren das viele Grün und die parkähnlichen Gärten. Wer hier wohnte, hatte keine finanziellen Sorgen.
Das Grün ging über in ein ausgedehntes Waldgebiet, das an seinem Rand von stattlichen Villen gesäumt wurde, deren Grundstücke allesamt mit Videokameras gesichert waren. Wachhunde lagen hinter den Toren auf der Lauer. Würde er vorhaben, in eines dieser Häuser einzubrechen, müsste er sich einiges einfallen lassen. Allerdings gehörte das nicht zu seinem Plan. [..]
Ausgesprochene Liebe
02.05.2011 16:14
"Liebst du mich denn überhaupt?" Was für eine doofe Frage denke ich mir und doch bringt sie mich zum Nachdenken.
Wir sind grade mitten in einem Streit, wie so oft in letzter Zeit. Der heutige Grund war "warum sagst du nie, dass du mich liebst?" worauf ich keine Antwort hatte, was schlussendlich dann dazu geführt hat, dass er mir diese doofe Frage gestellt hat.
Natürlich liebe ich ihn und ich verstehe nicht warum er daran zweifelt! ich sage es nie, warum weiß ich auch nicht. Vielleicht weil ich mal einen weisen Satz gesagt bekommen habe: Sage nie "ich liebe dich", fühle es!
Ich weiß dass ich ihn liebe und er weiß das eigentlich auch, aber warum will er es hören?
Ist es wirklich so wichtig? Muss dieser Satz irgendwann gesagt werden um es Wirklichkeit werden zu lassen? Ich hab die Liebe ja noch nie [..]
Nur ein Satz
02.05.2011 15:33
"Irgendwie fehlst du mir".
Der Satz schimmert auf meinem Bildschirm. Eine Nachricht von dir, so überraschend und darin steht nur dieser Satz. Warum jetzt? Warum schreibst du mir nach so langer Zeit und warum sowas? Keine Erklärung, kein gar nix, nur dieser Satz, der mich schockt, der mich verwirrt, der mich nachdenken lässt.
Der letzte Tag, ich meine der letzte Tag als "wir", war so schrecklich und ich habe so lange gebraucht dich zu vergessen, dich aus meinem Leben zu streichen und neu anzufangen. Kein Kontakt bis heute. Und dann ein Satz, der meine Welt wieder anhält und der die Erinnerungen und vor allem die Tränen zurückbringt.
Ich schließe die Nachricht, verbiete mir den Gedanken an dich und vor allem den Drang, dir auf diesen Satz etwas zu antworten. Du denkst, du kommst nach all den Monaten und ich springe so wie [..]
Himmelfahrtskommando - Steine
02.05.2011 13:02
Wahre Geschichte: Wie 1994 in Görlitz ein Jugendklub gebaut wurde und welche Kräfte dem entgegen wirkten, die aber nicht verhinderten, dass er eingeweiht wurde.
Eigentlich gehörten Conny, Frank, Susi und Albrecht zu denen, die noch Monate vorher Häuser in Görlitz besetzten und sich mit den Neo-Nazis Straßenschlachten lieferten. Doch am Himmelfahrtstag, im Jahr 1994 sehen wir sie aus einer Bruchbude auf der Hotherstraße Müll heraus tragen. Im Hof steht ein großer Container, ihm wollten sie den Unrat anvertrauen. Das Haus wurde ihnen und ihren Freunden, von der Stadt zur Verfügung gestellt. Sie hatten durch die Besetzung des „Scharfrichterhauses" auf sich aufmerksam gemacht. Anders waren die Stadträte und Bürgermeister nicht dazu zu bewegen gewesen ihre Bitte um ein Haus zu erhören. Ein Jugendklub [..]
Gestern traf ich Luzifer
30.04.2011 16:00
Paul trifft seinen frommen Freund Adalbert und erzählt ihm, dass er den Teufel getroffen hat. Adalbert wundert sich, dass sein Freund diese Begegnung so leicht nimmt...
Gestern traf ich Luzifer auf dem Klo...
Nachmittag, Bullenhitze. Ich will zu einer Apotheke gehen. Mein Kopf droht zu zerspringen. Ich brauche ein paar Tabletten. Da sehe ich Adalbert, er studiert Theologie und will Priester werden. Er wäre ein ganz angenehmer Typ, wenn er nicht jedes Gespräch auf Gott umlenken würde. Manchmal denke ich, dass er nicht ganz normal ist. Wahrscheinlich bezweifelt er auch meinen Geisteszustand. Ich versuche unerkannt zu entkommen, aber er kommt schon auf mich zu.
„Grüß Gott, lieber Paul, wie geht es dir? Du siehst nicht so gut aus."
„Kein Wunder nach gestern."
„Was ist denn geschehen?"
„Bin in der Nacht [..]
Jackman
28.04.2011 14:06
Wie heiß ist ein einzelner Tropfen der Sonne? Ist er heißer als das Feuer, welches ich kenne? Wie schwer ist eine kleine Sternschnuppe? Wie fühlt sich Schwerelosigkeit an? Und wenn ich in ihr wäre, herrschte dann Stille um mich? Gedankenverloren folgte ich Jack. „Hey, Jack", flüsterte ich. „Wirst du mir diese Fragen beantworten können? Wenn du wieder zurück bist, erzählst du mir dann alle Geheimnisse?" Aber Jack antwortete mir nicht. Diese Fragen hatte er mir gestellt. Immer und immerzu. Jeden Tag und jeden Abend. Aber ich wusste nie eine Antwort. Heute quälten mich diese Fragen, auf die ich nie eine Antwort gewusst hatte. Ich ging zu Jack und streichelte seine blonden Haare. Sein bleiches Gesicht, welches auf blütenweißen Kissen ruhte, ließ mich verzweifeln. Ich streichelte seine schmalen Hände und küsste seine Wangen. „Wir werden die Antworten finden, das [..]
Überlebt
28.04.2011 01:00
Sie legte eine Hand auf die Türablage, um den Bass zu spüren. Die starke Vibration in kurzen rhythmischen Stößen. Das Lied nahm sie gar nicht wahr, nur dieses kontinuierliche Bumm Bumm Bumm. Ob der Bass dem Baby schadete?
Sie fuhren schnell. Die Bäume und die Landschaft rasten an ihnen vorbei und der Staub wirbelte um das ganze Auto. Der Staub von der Landstraße. Vor ihnen, hinter ihnen, neben ihnen. Bumm Bumm Bumm.
Das alles versetzte sie in Trance. Sie spürte den Wind, der durch ihr langes Haar wehte, der ihr in den Ohren pfiff, der so warm und angenehm war an diesem wolkenlosen, sonnigen Tag. Sie leckte sich über die trockenen Lippen und schaute nach links. Da saß er, am Steuer und wippte rhythmisch mit dem Kopf. Er sah sie an. Er grinste. Sie konnte seine Augen wegen der Sonnenbrille nicht sehen, aber sie wusste bereits, dass [..]
Opa
27.04.2011 17:12
Ich wusste gar nicht, dass man um einen Menschen mit dem man nie richtig viel zu tun hatte, so sehr trauern kann. Doch wie so oft täuscht man sich. Doch lass uns von Anfang an beginnen.
Sei stark
26.04.2011 16:27
Wieder hier, an diesem Punkt. So wie so oft in letzter Zeit. Es wird zu viel zurzeit. Wie dumm sie sind. Als würde ich nicht merken, dass sie mich von der Seite angucken, sich sorgen machen! Die Blicke fressen sich in mein Genick, ich spüre sie, egal wo ich bin. „Die arme Selina, das Schicksal meinte es nicht gut mir ihr, sie ist krank so krank, ach sie tut uns so leid."
Wie lächerlich, einfach lächerlich! Ich bin krank, ja, aber wie lebe ich? Ich bin glücklich, meine Schwester, sie steht zu mir, meine Eltern sie stehen zu mir, meine Freunde, alle stehen sie zu mir und helfen mir wo sie können. Doch ist es das wirklich was ich haben möchte? Ich will niemand besonderes sein, nicht anders behandelt werden. Ich will so sein wie jeder andere. Denn anders als die anderen bin ich nicht! Ich versinke wieder in meinen Gedanken! So behandelt [..]
Nie wieder (2)
25.04.2011 20:52
Seinen Traum zu erfüllen, ist nicht immer leicht, doch man muss alles dafür tun! Jahrelang spiele ich Hockey und es ist meine Seele. Es ist nicht nur ein Sport, sondern auch Fluchtpunkt, denn alles was einem wichtig ist, kann dich verletzten, außer dein Sport. Er hält zu dir und du hast alles in der Hand. Ich will weiter, immer weiter, immer besser werden! Dort wo ich spiele kann ich nichts mehr lernen, ich muss wechseln, weg hier, raus aus diesem Verein, raus aus der Stadt. Weg zu einem Verein, der mich weiter bringt, der mich besser macht.
Ich hab es geschafft. Es ist wunderschön, ich merke Tag für Tag wie ich besser werde. Es macht mich stolz, nichts anderes brauche ich. Was bringt mir die Familie und die Freunde, die nie zu dir stehen, dich nicht verstehen? Hier werde ich verstanden, nur hier kann ich abschalten.
Das entscheidende Spiel, [..]
Das Lächeln des Engels
25.04.2011 10:44
Es war einer dieser wunderschönen, warmen Maientage, die Menschen auf den Straßen sahen glücklich aus, das helle, frische Grün an den Bäumen, die großen, duftenden Fliederbüsche und die hübschen, leicht blumigen Kleider der Mädchen und Frauen, schienen die ganze Stadt zu verzaubern.
Selbst die Spatzen, die Frechen, hüpften aufgeregt umher, um schnell die herunter gefallenen Krümel von den Tellern der Gäste aufzupicken.
Im nahen Park, mit kleinen Winkeln, saßen Besucher auf den Bänken und ließen sich von den warmen Strahlen der Vormittagssonne verwöhnen.
Die Zeit schien still zu stehen.
Ich selbst saß mit geschlossenen Augen auf einer dieser Bänke, als mir plötzlich ein kleiner Ball gegen die Füße rollte. Ich öffnete die Augen und sah ein kleines Mädchen, [..]
Scherben bringen Glück
24.04.2011 17:53
Siebzehn Jahre ist Nela und lebt seit einem Jahr bei Ms Roberts in einem kleinen Landhaus. Noch in derselben Straße befindet sich das Geschirrgeschäft von Ms Roberts, wo Nela täglich beim Verkauf hilft. An diesem Tag war aber nicht allzu viel los und Nela saß gelangweilt hinter dem Verkaufstresen. Auch die Zeitschrift, die sie durchblätterte erweckte in ihr keine Begeisterung. Und so beschloss sie, sich ein wenig auf die Holzbank vor der Ladentür zu setzen, um die Sonne genießen zu können.
„Entschuldigen Sie..." Nela öffnete die Augen. Sie war eingeschlafen und hatte die Ladentür offen gelassen. „ich möchte gerne diese Kaffeekanne kaufen. Sind Sie dafür zuständig?" „Was...oh, tut mir leid...ich..." „Schon gut, junges Fräulein. Wenn ich dann bitte zahlen [..]
Oma
22.04.2011 14:14
Ich weiß noch, dass ich dachte: ,Das muss ein Traum sein.' Aber dann nahmen die Ereignisse ihren eigenen schnellen Fortgang, so dass ich mich nur zum Teil als Akteur fühlte. Im Wesentlichen schien es mir eher, dass ich nur ein Zuschauer war.
Es war an einem Samstag und es war herrliches Wetter. Die Sonne schien, der Sommer wartete nur darauf, sich endlich vollkommen auszubreiten und uns zu umschließen. Ich war zu Besuch bei meinen Eltern, mein Bruder war auch da. Ich hatte meinen Hund mitgebracht und auch meine alte Hündin Lea, die eigentlich bei meinem Ex-Schwiegervater lebte war merkwürdigerweise da.
Und Oma hatte ihren Besuch angemeldet.
Ich freute mich sehr, als sie endlich kam, denn ich hatte sie eine lange Zeit nicht gesehen. Sie sah jünger aus und sie ging aufrechter, aber das kam mir nicht seltsam vor.
Wir genossen den [..]
Unvergessen wirst du bleiben
13.04.2011 20:20
Ich saß auf dem Balkon meines Hauses. Man könnte eher Häuschen dazu sagen, denn viele Räume hatte es nicht. In der unteren Etage befand sich das Wohnzimmer, was Küche du Esszimmer zugleich war. Über die Treppe mit den vierzehn Stufen gelangte man in den zweiten Stock. Geradeaus kam mein Schlafzimmer und daneben war das Badezimmer. Am Ende des Flures befand sich ein weiteres Schlafzimmer, das ich aber nur ein einziges Mal betreten hatte, und das war, als ich dieses Haus vor vier Monaten gekauft habe. Das Zimmer war sehr hell. Es standen auch noch die Möbel des Vorbesitzers darin. Unter anderem Ein Regal, in dem unzählige Pokale aus dem sportlichen Bereich standen. Ich weiß nicht, was es für eine Sportart war, aber dieser Jemand muss sehr erfolgreich gewesen sein. Ich persönlich interessiere mich aber eher weniger für Sport. In meiner Freizeit gehe ich lieber der Malerei nach. [..]
Falscher Schutz
13.04.2011 11:01
Ist es der falsche Weg jemandem vor der Wahrheit schützen zu wollen? Will man nicht in dem Moment nur das Beste für ihn? Der Gedanke jemanden nicht mehr zu verletzen, als man es so schon tut, ist dieser Gedanke nicht verletztend genug? Für ein selbst, da man genau weiß wie der Andere empfinden wird wenn er die Wahrheit erfährt. Die Last mit einer Lüge oder einer unausgesprochenen Wahrheit zu leben ist ängstigend genug. So nimmt man es billigend in Kauf und die Frage wen schutzt man so mehr gerät in den Hintergrund. Man denkt zu oft dann nur an sich und hofft das die Zeit die entstandenen Wunden heilen wird. Sein Gesicht nicht zu verlieren oder Schwäche zu zeigen drängen Fragen wie "Wie kann man sich je wieder unter die Augen treten?" oder "Hoffentlich kann er so besser damit umgehen" den Vordergrund.
Verletzt sind beide Seiten, doch Geschütz ist keiner.
Abenteuer in der Elmstreet
11.04.2011 23:30
Laut klangen seine Schritte auf dem ausgetretenen Kopfsteinpflaster. Das klacken der Absätze seiner Schuhe wurde von den Hauswänden als bizarres Echo zu ihm zurück geworfen. Was mache ich nur hier um diese Uhrzeit, dachte er gerade, als ihn der Schlag der Kirchturmuhr zusammenfahren lies. Er warf einen Blick auf seine Taschenuhr. Noch vierzehn Minuten bis Mitternacht. Die Laterne in seiner Hand warf wirre Schatten von den Bäumen der Allee an die Häuserwände. Gelegentlich hatte er das Gefühl, als ob ihn jemand aus den Fenstern der alten Häuser heraus beobachten würde, oder waren es doch die Häuser selbst.
Schnell verwarf er diesen Gedanken wieder, denn die ganze Situation an sich war ja schon verrückt genug. Einen zerschlissenen Zettel aus der Jackentasche ziehend, gewahrte er einen Schatten an einer der Häuserwände, [..]
Als meine Mutter Kind war
10.04.2011 22:24
Familiengeschichte(n) 2. Als meine Mutter Kind war
Eine Fortsetzung von 'Aalt Kirnfraa'
Erinnert Ihr Euch noch an meine Geschichte von der „aalt Kirnfraaa", meiner Altwiedermuser Urgroßmutter? Und daran, welche tragikomischen, romanheftchenartigen Hindernisse meine Großeltern Peter und Emma Lehr zu überwinden hatten, bis sie endlich dank anderthalb unehelicher Kinder heiraten durften? Heute möchte ich, wenn Ihr Lust habt zuzuhören, ein bisschen weiter erzählen. Wie es der Familie Lehr in der Folge erging, und wie die Kinder, nämlich meine Tante und meine Mutter, aufwuchsen und erwachsen wurden in einer weit entfernten, lang vergangenen Zeit, die nun schon an die hundert Jahre zurück liegt.
Es waren zwei wirklich hübsche Kinder, die beiden Töchter von Peter und Emma Lehr! Lina Luise und Emma Maria [..]
Der Multicache
06.04.2011 13:19
Die Illustratorin Sabrina lernt einen geheimnisvollen Fremden kennen. Eines Tages überrascht er sie mit einem Rätsel, das ungeahnte Folgen für Sabrina hat.
Während der Motor des alten Golfs gleichmäßig vor sich hin brummte, sang Sabrina völlig falsch, aber bestens gelaunt die Melodie aus dem Autoradio mit:
„Ich geh´ in Flammen auf", war von Rosenstolz und der fröhlichen Fahrerin zu hören. Die junge Frau freute sich auf die Geburtstagsfeier ihres Lieblingsbruders; es war eine Gelegenheit, endlich wieder einmal einige Familienmitglieder zu treffen, die über das gesamte Bundesgebiet verstreut lebten. Ein kleiner Wermutstropfen war, dass Mama und die ältere Schwester Marianne sich gerade an der Riviera befanden. Die beiden unternahmen häufig gemeinsame Busreisen, welche die dreiundvierzigjährige [..]
Urgroßmuttter, die aalt Kirnfraa
06.04.2011 11:47
Die „aalt Kirnfraa"... aus dem Leben meiner Alwiedermuser Urgroßmutter
Ich habe sie noch gut gekannt, meine Urgroßmutter Lehr, die Mutter meines Opas Peter Lehr. Sie wohnte hier in Altwiedermus, zusammen mit dem Bruder meines Opas und dessen Familie in einem kleinen Häuschen in der Diebacher Straße. Es war schon sehr alt und windschief, die Zimmer niedrig und eng, fast stieß man mit dem Kopf an die Decke. Das Häuschen stand auf einer kleinen Anhöhe, eine hohe, steile Treppe führte hinauf. Jetzt ist es längst verschwunden, ein neues großes Haus steht an seiner Stelle, das von den Nachkommen bewohnt wird.
Die "Wiedermuser Großmutter", wie wir sie nannten, hieß Anna Maria Lehr, geborene Völker. Geboren wurde sie am 29. Februar 1856, also in einem Schaltjahr, und sie hat immer im [..]
Neue deutsche Welle
04.04.2011 11:48
Der zwanzigjährige Jüppi erzählt in seinem eigenen Sprachstil, wie er die Beerdigung seiner Tante Änne erlebt hat.Meine Tante Änne war immer ein richtiges Urkeksi gewesen. Nett, toll und zu allen Schandtaten bereit. Nun war sie tot. Gestorben vor dem Fernseher. Als Schimanski seine Knarre zog und einen Mörder, der auf der Flucht war, abknallte, sackte sie in sich zusammen. Die hat da glatt was verwechselt, die Arme. Trotzdem guckte mein Vater nach, ob nicht doch ein Einschussloch zu sehen war.Da Tante Änne nur eine kleine Rente bezogen hatte, bastelten wir ihren Ratzeputz selber. Viel Arbeit hatten wir damit nicht, denn sie war in ihrer Jugend eine Wachstumsverweigerin gewesen. Wir hobelten, sägten und hämmerten, was das Zeug hielt, legten Tante Änne hinein, und trugen sie in den Murmelschuppen. Mein Vater hatte ihr zu Ehren sogar seinen Achseldackel gestutzt und eine [..]
Die Fabel von Katze und Maus
02.04.2011 09:35
Fabel: Die Geschichte ist Teil eines größeren Werkes. Die Fabel alleine versucht den Sinn des Lebens zu erkunden. Ein sehr schweres und philosophisches Thema.
"Von was handelt deine Geschichte?"
Wieder lächelte sie. "Von einer Maus und einer Katze."
"Was geschieht mit den beiden?"
"Die Maus lebte ihr gesamtes Leben in einem Häuschen in einer kleinen Stadt. Sie nahm sich von Zeit zu Zeit ein Stückchen Käse, um zu überleben. Die Familie die in diesem Haus lebte war sehr arm. Als sie bemerkte, dass die Maus Teile ihres Vorrates klaute, beschloss sie eine Katze in ihr Häuschen zu hohlen. Sie sollte die kleine Maus fangen."
"Hat die Katze sie gefangen? Aber sie hat doch nur versucht sich am Leben zu erhalten!"
"Sie hat die Maus gefangen."
"Dann ist es eine ungerechte [..]
Die Gaben der Menschen
01.04.2011 22:22
Wie stark doch der Wille ist,
Man kann damit Berge versetzen!
Wie stark doch die Fantasie ist,
Man kann damit die Wirklichkeit bewegen!
Wie stark doch der Geist ist,
Man kann Schmerz in Körperteilen fühlen, die nicht mehr existieren.
Wie stark doch die Einbildung ist,
Wir erkennen durch sie Liebe, wo nichts als Hass ist!
Lebhafter Chat
01.04.2011 15:23
Zwei Freundinnen im Chat. Eine nenne ich A und eine B. Und so ganz nebenbei lasse ich eine Begebenheit einfließen, die mir vor zwei Tagen passiert ist.
A: „Na, wie geht es dir?"
B: „Ach, geht so. Immer dieses frühe Aufstehen."
A: „Da sagst du was...gähn, schnarch."
B: „Was liegt heute bei dir an?"
A: Kicher, kicher..."Liegt denn was an?"
B: Gröl..."Weiß ich doch nicht."
A: „Ich muss dir was erzählen, halte dich feste."
B: „Da bin ich aber gespannt."...zitter, zitter. „Leg los."
A: „Gestern bin ich mit Paul einkaufen. Halte dich feste."
B: Krall..."Habe ich. Weiter."
A: „Ok, stehen an der Kasse, da tritt was hinter mich."
B: „Boah, was Paranormales?"...Gänsehaut.
A: [..]
Synchron
31.03.2011 21:52
Als ich wieder ins Freie trat, blickte ich auf eine Einöde die früher meine Heimat war. Es stieg Rauch auf und roch verbrannt, vereinzelt züngelten noch Flammen aus den Ruinen des Dorfes. Man konnte keine Menschenseele erblicken, es war vollkommen leer. Die einzigen hörbaren Geräusche waren das Knistern der Flammen und das Einstürzen der wenigen Gebäudeteile, die noch als solche zu erkennen waren.Ich wusste nicht wohin, es war kein sicheres Refugium in Sicht und das Ausmaß der Katastrophe schien derart riesig zu sein, das es auch zwanzig Kilometer weiter nicht besser aussehen würde. Trotz dieser Umstände hatte ich kaum eine andere Wahl als mich auf den Weg nach Nirgendwo zu machen.Die Welt wie ich sie auf meinem Weg erblicken konnte hatte nichts mehr mit der Realität zu tun wie ich sie kannte. Es war kein Lebewesen zu erblicken, die Straßen waren zerstört und ich war einem [..]
Abkürzung
31.03.2011 21:25
Ja, so ist es, wenn man älter wird, Erinnerungen kommen hoch.
Als Spätzünder heiratete ich mit 35 – eine junge Frau mit zwei lieben Kindern. Dachte, wenn die Kinder schon fertig sind, muss ich mich nicht so anstrengen. Hab es trotzdem getan, es sind noch vier dazu gekommen.
Wieso erzähle ich das eigentlich? – Ach ja, jetzt weiß ich es wieder. Es war gleich am Anfang unserer Ehe, meine Frau hatte die Idee. Sie meinte, wir sollten mit den Kindern einmal eine Woche Urlaub in einem Hotel machen. Gesagt getan, im Zittauer Gebirge wurde eine Woche Hotelaufenthalt gebucht.
An viele Einzelheiten kann ich mich nicht erinnern. Es war einfach schön, das Hotel und die Gegend, die wir erkundeten. Immer mit der Angst, dass die Kinder irgendwo runter fallen könnten, denn da gibt es Felsen zum klettern.
An einem Abend blieb ich noch an der [..]
Säuremord
31.03.2011 21:11
In den frühen Stunden des 13. eines Monates torkelte Franz Sauerbier aus seiner Stammkneipe. Er wollte vor dem Morgengrauen, so nannte er seine Frau, in der Küche sitzen. Mit einem Sirup Bonbon, hoffte er den Biergeruch zu neutralisieren. Als er zum Hintereingang in sein Haus schwankte übersah er den kleinen Zettel, auf dem „frisch gebohnert" stand.
Franz bemerkte auch nicht, dass das Brett vor dem Keller nicht zugeklappt war. Ohne etwas dagegen tun zu können, rutschte er auf dem glatten Wachsboden aus und stürzte die Kellertreppe hinunter. Unten stand ein großes Fass, halbvoll mit Sauerkraut. In dieses stürzte er kopfüber. Als man ihn Stunden später fand, kam jede Hilfe zu spät.
Dem „Morgengrauen" wurde wegen Mordverdachtes gesiebte Luft verordnet.
Bei der vom Staatsanwalt angeordneten Autopsie fand der [..]
Nachts
29.03.2011 16:20
Es ist spät, die Zeiger der Uhr haben längst angefangen die Stunden des neuen Tages zu zählen, als ich das ohne hin schon gedimmte Licht lösche. Nun ist es dunkel. Vorsichtig taste ich mich in Richtung meines Bettes. Durch das offene Fenster höre ich den Krach der vorbeifahrenden Straßenbahn und einiger Jugendlicher die noch feierten. Als ich dann vorsichtig in mein Bett krabbele spüre ich eine kühle Brise die über mein Rücken huscht. Für einen Moment bekomme ich Gänsehaut, diese ist dann aber schnell vergessen als ich mich nur kurz darauf unter meine Bettdecke verkrieche. Es wird langsam wärmer, auch der Lärm flaut ab, je länger ich nun daliege und meine Augen immer schwerer werden.Ich schließe die Augen und hoffe schnell einzuschlafen. Zu viele Sachen gehen mir in letzter Zeit durch den Kopf und halten mich davon ab einzuschlafen ohne mir noch minutenlang, teils [..]
Jaime und Susana
29.03.2011 11:42
Ein Blinder, der in einem Elendsviertel in Südamerika lebt, wird operiert, kann wieder sehen. Er hat Schwierigkeiten, sich an die neue Sachlage zu gewöhnen.
In jenen Zeiten, das ist schon länger her, war es nicht schwierig, Geld aus dem Ausland zu erhalten.
Besonders leicht war es, wenn Einzelnen geholfen werden sollte. Europäer, besonders Deutsche, waren bereit und willig zu helfen, wenn man nur an ihr Mitleid appellierte. Für großartige Ideen, es gab kaum welche, war es schwierig, Hilfe zu bekommen.
Für die Operation des Blinden kam
Jaime war als Kind erblindet. Einige sagten, er sei krank gewesen, andere, er habe zu viel onaniert.
Es hieß immer, man könne ihn operieren, wenn nur ausreichend Geld da wäre.
Er fand sich gut zurecht, seine Hütte war klein, alles musste immer am gleichen Ort [..]
Vampirus Dentista
26.03.2011 17:53
„Ob der auch eine solche Angst vorm Zahnarzt hat?", nachdenklich musterte ich den blassen Mann, der sich mir gegenüber niedergelassen hatte. Nichts gegen eine vornehme Blässe, wo doch jeder Hautarzt davon abrät, sich der ungeschützten Sonnenbestrahlung auszusetzen, aber dieser Typ sah geradezu anämisch aus. Jetzt, mitten im Winter, wo es schon am Nachmittag ziemlich duster war, wirkte der Mann natürlich noch blasser, was sicherlich am kalten Neonlicht lag. Hinzu kam, dass er von Kopf bis Fuß in schwarzer Kleidung steckte. Unwillkürlich musste ich grinsen. „Junge, du hast wohl zu viel Romane gelesen, in denen gebissen wird!"Das sprach ich natürlich nicht aus, denn Graf Dracula musterte mich sowieso schon mit einem unangenehm stechenden Blick, so als könne er meine Gedanken lesen. Ich rutschte unbehaglich auf [..]
Paula
26.03.2011 07:25
I
Herbst wie mit Wasserfarben gemalt, dachte er.
Gestern hatte es geregnet, jetzt fielen Sonnenstrahlen durch die Bäume, bunte Blätter schwebten herab, Wasserdampf stieg vom Boden auf.
Im Hintergrund hörte man Verkehrslärm, leise, wie ein Rauschen.
Der Pfarrer stand vor dem Loch, der Sarg war schon herunter gelassen, vier Männer in abgetragenen dunklen Anzügen hielten noch die Seile in ihren Händen. Es roch nach feuchter Erde.
Ihre Eltern und einige wenige Freunde standen nahe beieinander vor dem Grab, als ob sie sich gegenseitig vor etwas schützen wollten. Versteinerte Gesichter. Paulas Mutter, eine schmale, schlanke, blasse Figur, weinte.
Ihr Mann stützte sie, blickte hilflos zu Boden.
Etwas abseits zwei Männer in langen Mänteln, Hüte ins Gesicht gezogen. Einer hielt einen Fotoapparat in der Hand, [..]
Wohin die Reise geht
24.03.2011 19:48
Johannes verdrehte die Augen. „Du willst mich nicht verstehen, das ist für mich eine einmalige Gelegenheit, um hier raus zu kommen, um etwas von der Welt zu sehen: Glasgow", genießerisch ließ er das Wort über die Zunge rollen.
Ich versuchte es noch einmal mit Vernunft und gesundem Menschenverstand. „Junge, die ganze Aktion verzögert dein Studium um mindestens ein Jahr, wenn nicht noch länger. Außerdem ist doch überhaupt nicht klar, wie du das alles finanzieren willst. Von uns kannst du nichts mehr erwarten, wir sind sowas von blank!" Diese und ähnliche Diskussionen hatten wir in letzter Zeit viel zu oft geführt. Genauer gesagt, seit Johannes es sich in den Kopf gesetzt hatte, mithilfe des „Erasmus Programms" sein Studium in Schottland fortzusetzen.
„Mach dir mal keine Gedanken, das [..]
Gedankenkarussell
21.03.2011 16:57
Sie steht am Fenster ihrer kleinen Wohnung und starrt gedankenverloren hinunter in den Garten. Es ist März, die Sonne scheint mittags schon warm, das Gras wird langsam grün. Hin und wieder lässt ein Vogel ein zaghaftes Zwitschern hören
Die Frau am Fenster sieht das alles nicht. Sie ist in sich versunken. Die Gedanken, die in ihrem Kopf Karussell fahren, sind nicht froh und voller Frühlingszuversicht, wie man angesichts des schönen Wetters annehmen könnte. Sie sind hoffnungslos und schwarz und kreisen beständig um das, was sie vor einigen Tagen erfahren hat.
Langsam streicht sie mit der Hand über ihre Augen. Die Angst steigt wieder in ihr hoch, beklemmend, quälend. Wie lange Zeit wird sie noch haben? Wird es schlimm werden? Wird jemand bei ihr sein wenn es soweit ist, und ihre Hand halten? Oder muss sie es alleine [..]
Der letzte Ausweg?
18.03.2011 20:26
Sie war durstig. Die Zunge klebte am Gaumen. Der Hals tat weh, in den Armen steckten irgendwelche Nadeln und Schläuche. „Papa", schrie sie, aber kein Ton kam aus ihrer Kehle. Sie wollte sich bewegen, aufstehen, aber das ging nicht und so dämmerte sie wieder ein.
Viel später und viel klarer:
100.000 Dollar geteilt durch drei
15.03.2011 13:19
Drei Männer, eine Bank und die Kunst des Rechnens!
Jack Foster, Ben Loyen und Charly Sunday waren seit langem befreundet und ebenso lange knapp bei Kasse, das sollte sich jetzt ändern.
Jack hatte einen Plan! "Jungs, rief er, das Ding dreht sich doch von selbst. Die Bank in Huntersville bietet sich doch geradezu an.
Am Stadtrand gelegen, ein altes Haus und am Freitag befinden sich mindestens... na ja, so 100.000 Dollar, die holen wir uns"!
Ben und Charly überlegten nicht lange... "klar, da machen wir mit"
Huntersville, ein kleines Nest, aber die Rancher der Umgebung brachten jeden Mona, durch Viehverkäufe, viel Geld in die Bank!
"Also, sagte Jack, Charly bleibt draußen vor der Tür und lässt keinen rein, Ben, du bewachst die Tür von innen und ich springe über den Tresen und greife mir den Sack mit [..]
Fußballübertragung
15.03.2011 08:12
Mein Sohn ist vollkommen in die virtuelle Welt abgetaucht. Es ist einfach schrecklich zu erleben, wie er mit seinen 9 Jahren nur noch von einem Level zum nächsten lebt und es nichts Größeres zu geben scheint, als den Gegner mit doppelten Attacken zu vernichten, Leben aus versteckten, blinkenden Powerballs zu saugen oder nach vierwöchigen Versuchen durch eine ganz besonders ausgeklügelte Strategie den Erdteil des feindlichen Königs Erg Rimur zu erobern.
Hier ist also der handelnde Vater gefragt und ein einfallsreicher noch dazu. Leider muss ich gestehen, dass es mit meinem Einfallsreichtum nicht so weit her ist. Ich bleibe lieber beim Traditionellen und will es zunächst einmal mit herkömmlichen Angeboten versuchen, die mich als Junge auch begeistert haben, also Fußball. Natürlich nicht zu frontal und in kleinen Dosen zum [..]
Am Ende siegte die Liebe
10.03.2011 11:29
Spontaner Entschluss
Er stand am Eingang der alten Post und wartete auf sie. Es war ihre erste Begegnung, und bei ihrem Anblick sagte ihm eine innere Stimme: „Die ist es." Dieter Gerling hatte längst die dreißig überschritten. Bisher hatte er sich selten getraut, eine Frau anzusprechen. Jetzt aber musste er seiner inneren Eingebung folgen, jetzt, und nicht irgendwann. Schon etliche Male hatte er eine Beziehung abgebrochen, bevor sie richtig begonnen hatte. „Nein, dieses Mädchen passt nicht zu uns." Wie oft musste er diese Worte hören. Mutter hatte ihre bestimmten Vorstellungen von einer Schwiegertochter. So hatte er sich immer wieder den Bedingungen seiner Eltern gebeugt. Oft hatte sein Vater ihn gefragt: „Warum findest du nicht die Richtige?" Diese Fessel musste er abstreifen, musste sich über Maßgaben seiner [..]
Kartoffelpuffer
09.03.2011 22:21
Vorwort
Seit langem versuche ich Erlebnisse aus meinen Leben auf Papier zu bringen, komme aber beim schreiben immer wieder vom eigentlichen Thema ab, weil mir dann wieder was anderes einfällt was ich dann für wichtig halte und bringe dadurch alles durcheinander. Deshalb habe ich mich entschlossen aus den einzelnen Erlebnissen kleine Kurzgeschichten zu machen, welche ich dann später zu einen Buch zusammen stelle.
Bratkartoffeln und Kartoffelpuffer
Meine Mutter war eigentlich eine Frau wie viele Andere in der Nachkriegszeit. Kittelschürze und Kopftuch waren Trend. Hüte trugen nur die Feinen Damen, so war die Ansicht vieler und wer wollte schon als feine Dame gelten, nein sowas!
Kochen konnte meine Mutter auch so gut wie es mit damaligen Mitteln möglich war. Jedenfalls ihr Rübenauflauf der noch mit Kleie gebacken wurde, denn richtiges [..]
Der verlorene Regentropfen
05.03.2011 15:28
Es war einmal, als die Regentropfen sogar noch reden konnten, also vor vielen, vielen Jahren, an einen schönen, heißen Sommertag. Die Sonne schien den ganzen Tag vom blauen Himmel und die Menschen waren glücklich. Die Kinder spielten im Sand oder auf den Wiesen und auch die Tiere fühlten sich wohl, nur die Blumen hatten großen Durst.
Die Sonne schien heute so heiß, dass sie sogar ihre Köpfchen von ihr wegdrehten um nicht alle Feuchtigkeit zu verlieren.
Das bemerkte auch der Wind, der es heute gar nicht eilig hatte.
Träge war er durch die Straßen geweht, auch ihn machte die Hitze so richtig müde. Als er nun aus der Stadt heraus war und die würzige Landluft schnupperte, wurde er wieder etwas munterer und er wehte fröhlich über die Felder und Wiesen.
Aber hey, was ist das? Er wunderte sich sehr, als er [..]
Station 3
03.03.2011 15:13
Drei Stationen bestimmen unser Leben, Station 1 ist unsere Geburt, Station 2 ist das Leben und Station 3 ist der Tod.
So hatte ich es gelernt, von meiner Großmutter übernommen und so behandelte ich mein Leben.
An die erste Station, meine Geburt, konnte ich mich natürlich nicht erinnern, diese Station ist schon vorbei. Jetzt lebte ich in der zweiten Station, in meinem Leben. Wenn man es genauer betrachtet, ist es auch die einzige und letzte Station die mir bleibt, mein kleines und von mir so geliebtes Leben.
An die dritte Station möchte eigentlich keiner vorher denken, die wird schon einmal kommen, unverhofft, unerwartet!
Die regennasse Straße vor mir glänzte im Licht meiner Scheinwerfer, hier muss man besonders achtgeben, Wildwechsel, nein, mit einem Wildschwein möchte ich nicht kollidieren.
Rechts und links steht dichter Wald, die [..]
Der reitende Osterhase
01.03.2011 14:58
Ein kleines Häslein, welches seine Mutter verloren hatte, hüpfte traurig über eine Wiese voller saftiger, grüner Kleeblätter. Traurig schnupperte es mal hier, mal dort und versuchte, mit seinem dünnen Stimmchen nach seiner Mutter zu rufen, aber es kam keine Antwort!
Luckys Entscheidung
01.03.2011 10:38
Unbedingter Gehorsam
Könnte nur ein Mensch seinen Hund verstehen! Nervös zerrte Lucky an der Leine. Drüben auf der Wiese tummelten sich seine Artgenossen. Nur er, Lucky, durfte nicht dabei sein. Wie gerne wäre der achtjährige Rauhaardackel zu ihnen hinüber gelaufen, hätte seinem Jagd- und Spieltrieb nachgegeben. Aber drei Meter Leine waren viel zu kurz. Da halfen kein Bellen, kein Winseln und kein Zerren. Und wenn tatsächlich mal einer zu ihm herüber kam, dann drückte Frauchen nur auf einen Knopf und die Leine rollte sich schnell wieder ein. Frauchen duldete keine Bekanntschaften, nicht mal ein Schnuppern. „Bei Fuß!" sagte sie dann energisch, und Lucky gehorchte. Dabei ging Marianne G. immer sehr langsam. Oft blieb sie stehen, weil sie Schmerzen in den Knien verspürte. Dann musste Lucky warten bis Frauchen [..]
Der Traumfänger
28.02.2011 19:45
Die kleine Gerda hat sich einen Traumfänger besorgt und neben ihrem Bett angebracht. Sie braucht ihn dringend, um gut schlafen zu können.
Schöne Träume wünscht sie sich. Alle bösen Träume verfangen sich im Traumfänger. Gerda können sie jetzt nichts mehr anhaben. Schlaf ist die beste Medizin. Das braucht sie jetzt, um sich von den schlimmen Geschehnissen erholen zu können. Es klappt. Gerda träumt schön. Sie träumt, ihre Eltern sind wieder gesund und munter und für sie da.
Gerdas Mutter hatte sich den Arm ausgekugelt. Der Notarzt hatte ihn wieder eingerenkt. Nun geht sie zur Physiotherapie und ist bald wieder ganz gesund.
Gerdas Vater hatte so starke Herzbeschwerden, dass sie den Notarzt rufen mussten. Der Notarzt kam, konnte aber nichts feststellen. Da wurde dem Vater so schlecht, dass er sich übergeben [..]
Eine Ostergeschichte
27.02.2011 09:29
Es ist ungefähr sechs Uhr früh, kurz vor Ostern. Im Kinderzimmer ist es noch etwas dämmerig. Die kleine Gisi, knapp fünf Jahre alt, schlägt die Augen auf, gähnt, streckt sich, dann ist sie hellwach. Sie steht auf, schlüpft in ihre Hausschuhe, lauscht hinaus in den Korridor. Alles ist still, die Eltern und Großeltern schlafen noch.
Ob sie jetzt schon mal ins Speisezimmer geht? Vielleicht war der Osterhase ja schon da. Der kommt nämlich seit ein paar Tagen immer frühmorgens, wenn noch alles schläft, um zu sehen, ob sie auch brav ist. Und fast jedes Mal verliert er etwas dabei, mal ein Schokoladenei, ein Mini- Osterhäschen oder auch einen Bonbon. Vielleicht legt der Osterhase es auch extra für sie hin, sie war ja immer lieb? Zumindest in letzter Zeit.
Es ist ein Geheimnis, Gisi hat niemanden was erzählt. [..]
Das Konzert
27.02.2011 09:16
Der gealterte Chansonsänger betritt den Saal. Es ist ein ziemlich kleiner, etwas herunter gekommener Saal aber dafür sind die Plätze fast alle besetzt. Das kommt in letzter Zeit nicht mehr oft vor. Früher in seiner großen Zeit, als er noch jung und nicht so ausgebrannt war, da hat er große Hallen gefüllt. Da jubelten die Fans ihm zu, kaum war er auf der Bühne! Und die jungen Mädchen kreischten und tobten und rissen sich um einen Blick oder sogar einen Händedruck von ihm! Das ist schon seit einer Ewigkeit vorbei, darüber ist er sich schon lange klar. Ja, alt ist er, da nutzt kein Schminken und kein Haare färben, keine Verleugnung seines Geburtsjahres. Alt und nicht mehr gefragt.
Der Beifall, der ihn empfängt, klingt etwas dünn. Na, immerhin, denkt er, wenigstens keine Pfiffe! Sein Blick geht über die [..]
Chloe's Vater
25.02.2011 23:14
Vorwort:
Diese Geschichte ist so nie passiert, ich schreibe sie zur Verarbeitung von Erlebnissen und der damit verbundenen Trauer. Diese Geschichte ist rein fiktiv. Sämtliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen und deren Lebensgeschichte sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Die Geschichte:
Daniel Severin sog die kühle Nachtluft ein, während er an der beleuchteten Nebenstraße entlang ging, die ihn nach Hause führen sollte. Er war diesen Weg schon unzählige Male gegangen, hätte diesen Weg sogar blind gehen können.
Seinen Weg gehen. Das klang wahrlich einfacher als es war. Daniel verwarf den Gedanken und sah dabei zu, wie seine Beine ihn weitertrugen, seltsam fremd und unvertraut, als ob er keine Wahl hätte. Er musste unwillkürlich grinsen. Es war gut, dass er sich nicht auf den Weg [..]
Wenn Ich frei bin
25.02.2011 20:08
Eine Träne zog einsam ihre Bahn über die Wange, hinab bis zum Kinn, um sich mit ihresgleichen dort zu vereinen und gemeinsam auf den staubigen Grund zu stürzen. Traurig war sein Blick ein jedes Mal, wenn er sie sah.
Jene junge Frau, die alleine an dem runden Tisch saß, gehüllt in ihren grünen Mantel und dem gelben Hut, der ihre bleichen Züge umrahmte und in seiner schlichten Form doch edel wirkte.
In seinem Kopf hämmerten Fragen, laut und deutlich, auch wenn es ganz still um ihn herum war. „Was macht sie hier? Auf wen wartet sie? Und warum wirkt sie so traurig?" Dies fragte er sich und war nicht in der Lage eine zufrieden stellende Antwort darauf zu geben, denn diese Szenerie ließ ihn ohne Anhaltspunkte zurück. Es ärgerte ihn ein bisschen und er schallte sich selbst einen Narren, dass er sich [..]
Lupino
24.02.2011 16:31
Wer kennt ihn nicht, den kleinen Rummel aus seiner Kindheit, den Platz, der Kinderherzen höher schlagen lässt?
Das Pony Lupino war schon sehr alt, viele Jahre hatte es den Kindern viel Freude bereitet, aber jetzt ging es wirklich nicht mehr! Der alte Herr Hansen, dem Lupino gehörte, war sehr traurig, wovon sollten er und Lupino jetzt leben?
Na ja, Lupino hatte ja nie viel gefressen, eigentlich gar nichts, aber er musste doch stets gepflegt werden, denn ein gutes Aussehen erfreute auch die Eltern der Kinder! Wenn dann die Kinder auf dem Pony saßen, sich freuten und das Pony streichelten, freute sich auch Herr Hansen. Aber jetzt, wo Lupino alt und gebrechlich ist, bleibt das Geld aus, welches Herr Hansen von den Eltern der Kinder immer bekam. Herr Hansen war richtig verzweifelt: "Was kann ich tun"? Aber er hatte eine Idee, eine gute Idee, [..]
Patricio
24.02.2011 11:15
Alejandro sah am Stand der Sonne, dass es schon nach 12.00 Uhr war. Er hatte Hunger und vor allem Durst. Nur einmal war er nachts hinunter zum Fluss gegangen, als Patricio noch bei ihm gewesen war.
Danach hatte er sich im Gestrüpp versteckt, sich kaum bewegt aus Angst, dass ihn jemand sehen könnte.
Viele Autos fuhren auf der Hauptstraße vorbei.
Er rechnete damit, dass Patricio jeden Moment kommen würde.
Patricio.., hieß er wirklich Patricio? Oder Carlos?
Schließlich war es egal, wie er hieß. Er war nach Lota geflüchtet, hatte vorher vergeblich versucht, Kontakte aufzunehmen. Ihm war nichts anderes übrig geblieben, als eine alte Freundin, die mit ihm die Universität besucht hatte, aufzusuchen, fast hatte die Sperrstunde begonnen.
Aber sie war nicht zu Hause gewesen, man hatte sie vor zwei Tagen [..]
Amy
23.02.2011 17:56
Ein eiskalter Wind fegt über den kleinen Friedhof. Vereinzelt verirren sich ein paar Schneeflocken und heften sich an die Mäntel der zahlreichen Trauergäste.
Tara und John Miller starren auf einen kleinen Sarg, der über einem offenen Grab steht. Unter weißen und roten Rosen verborgen, gebettet auf weißen Kissen, ruhte ihre Tochter Amy in ihm. Ihre einzige Amy. Ihr Herz und ihr Leben. Ihre gemeinsame Liebe. Tara sackt auf ihrem Stuhl, der nahe am Sarg steht zusammen. Ihre Schultern beben und schütteln ihren zierlichen Körper. Sie spürt die Kälte nicht, die mit klammen kalten Fingern nach ihr greift. Schmeckt nicht das Salz der Tränen auf ihren Lippen. Sie sieht nur den kleinen, einsamen Sarg. Taras Körper bäumt sich auf, zu stark ist das Verlangen ihn zu öffnen. Sie würde Amy einfach nach Hause tragen [..]
Zerrissen
23.02.2011 16:55
Katie goss das dampfende Wasser aus dem Wasserkocher in ihre Tasse und hängte den Früchteteebeutel hinein. Den mochte sie am liebsten.
Ihre Mutter war schon weg. Bestimmt würde sie wieder zu spät zur Arbeit kommen, denn das kam öfters vor.
Außerdem hatte sie gestern abend wieder einen "Geist" mitgebracht. "Geister", so nannte Katie die Männer, die ihre Mutter immer mit nach Hause brachte, wenn sie mal wieder beim Feiern war. Die Männer waren also plötzlich da und so schnell wie sie aufgetaucht waren, waren sie auch wieder verschwunden. So als wären sie nie dagewesen. Deswegen "Geister".
Früher war ihre Mutter nicht so gewesen. Da hatte sie sich noch um Katie gekümmert, war für sie da gewesen. Da hatte sie sich noch wie eine Mutter verhalten.
Doch dann war Katies Vater bei einem [..]
Bessy
23.02.2011 15:24
Die Hündin Jenny verbringt zwei Jahre ihres Lebens in einer Tiertransportkiste bis ein glücklicher Zufall zu Hilfe kommt.
So hatte ich es mir nicht vorgestellt. Ein Hund ist weder Spielzeug noch Exponat.
Eigentlich heiße ich gar nicht Bessy, aber da ich nach zwei Jahren den Besitzer wechselte, wurde ich einfach so genannt, und auf diesen Namen höre ich noch heute. Über meine Herkunft kann ich nicht viel sagen. Ich bin ein Mischling. Etwas vom Border Colli steckt in mir und vermutlich auch etwas vom Australien Shebherd. Ich war gerade acht Wochen alt, als ich in eine Familie kam, die mich mit gemischten Gefühlen aufnahm. Der Mann sah mich mit finsterem Blick an, so dass ich am liebsten gleich wieder abgehauen wäre, wenn ich es nur gekonnt hätte.
Hunde seien unrein und gehören nicht in die Wohnung. Mit dieser Theorie war Hassan [..]
Tote Seele
22.02.2011 22:55
Nicht die Ewigkeit ist es, die sie in ihren Bann zieht, als sie beschließt dem Drama ihres Lebens ein Ende zu bereiten. Es ist die Ignoranz, die sie umgibt, egal wo sie sich befindet.
Braune Vergangenheit
22.02.2011 11:51
An jedem Feierabend nahm ich den gleichen Weg nach haus: Vom Portal des Krankenhauses ein kurzes Stück zwischen zwei Berufsschulen hindurch zur Hauptstraße, nach links an ein paar kleinen Läden entlang und dann hinunter zur U-Bahn; nicht besonders spektakulär.
Eines Nachmittags schleppte ich mich mal wieder müde über den Bürgersteig heimwärts. Der letzte Laden auf der Strecke war ein kleines, altes Textilgeschäft, das seit Urzeiten der Familie Roth gehörte. Ich selbst hatte dort gelegentlich eingekauft, wenn ich seltene Kurzwaren suchte, oder zum Thema Wäsche gut beraten werden wollte. Die neueste Mode fand man dort nicht, wohl aber gute Frottierwaren, lange Unterhosen, Strümpfe in Sondergrößen oder Herrennachthemden; kurz alles, was man in großen Kaufhäusern oft vergeblich suchte.
An diesem Tag [..]
Das alte Haus (2)
20.02.2011 09:35
Sein Blick fiel auf das Schild am völlig verfallen Gartenzaun. „Zu Verkaufen", stand dort handschriftlich geschrieben.
Gerolds interessierter Blick schweifte über das verwilderte Grundstück. Die Bäume waren vermoost und mit Flechten überzogen, das Gras wuchs wild und war bereits meterhoch. Die hölzerne Gartentür war einmal weis gewesen, nun hing sie traurig, an nur einem Scharnier, schief zwischen den Pfosten. Der Kiesweg war kaum als solcher zu erkennen und ein Fenster hatte einen großen Sprung im Glas. Der Putz bröckelte an allen Seiten des Hauses ab, selbst das Dach sah aus, als wollte es jeden Augenblick in sich zusammen stürzen.
Aber da war etwas das ihn innehalten ließ. Eine angenehme Wärme strömte von diesen Wänden aus. Ein Gedanke. Ein Gefühl. Er suchte nach Vergleichbarem in seinen [..]
Nur die Seele kann es halten
19.02.2011 17:07
Es gibt Momente des Tanzens, Hüpfens, des Jubels, bedingt durch eine überraschende Wende und die daraus resultierende Endorphinausschüttung. Du fliegst, weil deine Bluttblättchen Purzelbäume schlagen. Im Freudentanz überkommt dich ein hohes Mitteilungsbedürfnis schreist es also in die ganze Welt hinaus. Doch was wird aus dieser Emotion, wenn Blutdruck und Hormonhaushalt wieder auf Normalpegel laufen? Meistens wirst du sie vergehen lassen und überlässt so das Feld der Vergänglichkeit, damit sie ihren Schleier ausbreiten kann. Vielleicht schaffst du es stattdessen in dieser kurzen Momentaufnahme zu erkennen, wie du es festhalten kannst, damit am Ende nicht nur eine Erinnerung an Überschwenglichkeit zurück bleibt. Die Fähigkeit auf Besinnung, selbst im atemberaubensten Augenblick, lässt es in die Seele und diese wird [..]
Nur mit dir
19.02.2011 15:39
Lange war es schwer mit dir zu leben. Oft stand man an der Schwelle zwischen Durchhalten und Resignation. Die Bestie, die sich Krankheit nennt, kam so oft, fast zu oft, unerwartet aus ihrem dunklen Versteck gekrochen. Immer wenn es dann wieder soweit war ... deine Augen wurden kalt, ausdruckslos, glasig. Sämtliche Mimik, Gestik - alles veränderte sich von einer auf die nächste Sekunde. Es war wie ein grauer Schleier, der sich plötzlich über dich legte, über deinen Körper und über dein Herz. Es schien, als würde deine Seele verschwinden, sie wurde unsichtbar.
Dennoch sagte ich dir in diesen Stunden gedanklich immer wieder: "Je grausamer du bist und je mehr Mühe du investierst, um mich in unbeobachteter Stille leiden zu sehen, desto fester werde ich dich halten!"
Einzig der Glaube an deine reine Seele und die [..]
Abschied (3)
19.02.2011 14:54
"Abschied" - müsste man diesen Ausdruck mit einem Wort charakterisieren, würde jedem wohl als erstes die Beschreibung "traurig" in den Sinn kommen. Gerade bei dem, der geht. Natürlich spürt man dies dann auch, und das soll man auch.
Genieß diese Momente deiner Emotion, welche einzig und allein aus deinem Herzen und deiner Seele kommen. Denn es gibt nur sehr wenige vergleichbare Augenblicke im Leben, wie die der Abschiede, welche so rein und ehrlich die Gefühle in dir und in den Menschen, die dich lieben, offenbaren. Sieh sie dir an und werde dir bewusst darüber, dass egal was passieren wird: du hast bei diesen zu verabschiedenden Menschen immer einen Platz im Herzen, du wirst also niemals zu tief fallen können.
Denn diese Menschen werden dich auffangen, auch wenn das heißt, dich wieder gehen zu lassen.
Lebensspiele
19.02.2011 14:44
Das Leben spielt verrückte Spiele mit deinem Leben. Mal sind es deine eigenen Regeln, welche ausschließlich du selbst befolgst, dann sind es wieder die Regeln des Lebens und dann die Regeln der Anderen, wer auch immer sie aufgestellt hat.
Es gibt Menschen, die erreichen ihr Ziel und beginnen irgendwann ihren langjährigen Traum zu leben, doch man sollte nie die eventuell plötzlich eintreffenden Schicksalswendungen außer Acht lassen. Denn wie verhalten sich dann diese Menschen, wenn sich der Traum auf einmal als blanke doch so triste Realität entpuppt - passt auch nur das kleinste Detail nicht zu dem vorher so schön Ausgemaltem, dann ist es nicht mehr 'der Traum', dann ist es nicht mehr 'Dein Traum'! Dann ist alles anders. Und jetzt? Was, oder besser gesagt, welche Faktoren beeinflussen die Entscheidungsfindung eines jeden? - [..]
Linda und Johnny
19.02.2011 13:57
Wir gingen am Rande einer Schlucht im Grand Canyon entlang. Meine Mutter schoss mit ihrer kleinen Digitalkamera eifrig Fotos, meine beiden kleinen Brüder rannten umher und kümmerten sich nicht um die steilen Abhänge, die sie jederzeit hinunterstürzten könnten. Es war auch ziemlich verantwortungslos von den Rangern, hier keine Begrenzung zu bauen, aber das war mir sowieso egal. Ich lebte seit dem Tod meiner besten Freundin Julie, etwa zwei Monate her, in meiner eigenen Traumwelt. Sie starb bei einem Unfall auf einer Reise nach Afrika. Ihre Familie erzählte mir, sie sei bei einer Wandertour auf dem Kilimandscharo ums Leben gekommen... abgestürzt.
Manchmal frage ich mich, warum es gerade sie treffen musste.
Ich fuhr mir mit der Hand durchs schwarze Haar.
„Schatz", hörte ich meine Mutter. „Schatz, Linda, möchtest [..]
Falsches Streben
19.02.2011 13:49
Perfekt ist der Mensch erst, wenn er die Perfektion nicht mehr anstrebt.
Jeder Mensch benötigt die Fähigkeit zur freien Meinungsbildung, in Verbindung mit einem gewissen Maß an Eigenvertrauen, um diese argumentativ vertreten zu können, ganz ohne Gewissensbisse. Dieses Eigentvertrauen ist zudem unverzichtbar, um eigene Stärken zu erkennen, als wertvoll zu schätzen und schließlich in geeigneten Situationen des Lebens nach außen zu tragend. Somit erlangt man indirekt auch ein Bewusstsein für die persönlichen Schwächen. Diese sollten einen gleichwertigen Wahrnehmungs- und Akzeptanzbereich einnehmen, wie die Stärken. Auf keinen Fall sollten sie versucht ausgemerzt zu werden, denn sie gehören unweigerlich zu jedem einzelnen sind also ausschlaggebend für das leben einer wahren eigenen Identität. Nur dann [..]
Elfenkind
13.02.2011 10:46
Coco Ein kleines, leichtes Mädchen liegt in den Armen ihrer glücklichen Mama. Nach einer ansträngenden und langen Geburt, hielt sie es endlich in den Armen.
Das Mädchen hatte eine dunklere Hautfarbe als die Mutter, besaß kurze rot braune Locken und war 50 cm und 2000 g schwer. Es war leise und schaute seine Mutter aus klaren blauen Augen an. Die Mutter versank in der Tiefe der Augen des kleinen Kindes. Das Kind schien zu erkennen, dass das ihre Mama war, aber es wird von einer anderen Person in den Arm genommen.
Die Person, eine Hebamme, die bei der Geburt geholfen hatte, trug das kleine Mädchen über kalte, hell erleuchtete Flure in einen warmen weißen Raum. Legte das Mädchen auf ein Bett und holte einen weißen Strampler aus einer der vielen, vielen Schublanden. Wickelte das Kind und zog es an. Wickelte es noch in eine [..]
Ein kleiner Zwischenfall
13.02.2011 09:23
Er fährt auf der Straße nach O., früh ist es, kaum Verkehr. Die Nacht ist mal wieder kurz gewesen, zu kurz.
Endlose Diskussionen und viel Wein.
Er würde gleich an einem der vielen Elendsviertel vorbeifahren, es liegt direkt neben der Straße. Hier ist er oft gewesen, kennt einige Leute.
Tanken müsste er bald, der Zeiger ist nahe bei Null.
Dann sieht er einen schwarzen Kombi ohne Nummernschilder am Straßenrand stehen. An einer Bushaltestelle schlagen zwei Männer mit Schlagstöcken auf einem am Boden liegenden Mann ein und treten ihn mit Füßen.
Er beschleunigt und drückt auf die Hupe, die Männer springen in ihren Kombi und rasen davon.
Er hält an und steigt aus.
Der Mann ist mühsam aufgestanden, hat sich auf eine Bank gesetzt. Er keucht und umklammert seinen zerfledderten) Brotbeutel, als ob [..]
Engel der Herzen
12.02.2011 15:28
Endlich fragt ihr nach mir, ich fehle Euch sagt ihr und das berührt mein Herz. Aber es ist zu spät. War euch oft so nah. Warum habt ihr mich nicht gesehen? Nicht gehört? Nicht meine Not gefühlt? Jetzt bin ich frei. Spürt ihr, wie kalt mir ist? Um meine Seele legen sich kleine Eiskristalle, die meinen Schmerz einfrieren. Langsam vergesse ich, wer ich einmal war. Aber ich will nicht vergessen. Ihr sollt mich nicht vergessen. Ich spüre, jetzt kann ich Euch erreichen. Dieses eine Chance will ich nutzen, um endlich zu reden.
Meinen Namen will ich nicht verraten. Wenige kannten ihn. Und die, die ihn kannten, missachteten mich. Die Liebe, die ich mir ersehnte, konnten sie mir nicht geben. Ihre Gefühle für mich vernichtete der Alkohol. Die Armut ließ mich hungern und frieren. Und die Härte ihrer Hände ließ mich erstarren. [..]
Lebensform Mensch
11.02.2011 21:00
Ein markantes Merkmal der Lebensform Mensch ist die Erkenntnisfähigkeit. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren strukturiert der Mensch die vorliegenden Umstände so, dass diese seinen Wünschen und Vorstellungen gerecht werden, während sich alle weiteren Lebewesen der Erde an die Umwelt anpassen. Sie wählen nicht, da sie die Vielfalt der Möglichkeiten nicht erkennen können, es ist wie es ist. Wären wir wie Tiere, von Instinkten geleitet, würden wir in vielen kleinen Horden umherirren.
Zu oft vergessen wir jedoch, dass wir allein nie wirklich glücklich werden können. Wahre Glückseligkeite finden wir doch letztendlich darin, unser Glück sowohl zu offenbaren, als auch zu teilen und dadurch Freude abgeben zu können, Weisheiten weiter zu geben, um schließlich dieses Lachen in anderen Gesichtern zu sehen. [..]
Liebe ist nicht nur ein Wort
11.02.2011 20:16
"Liebe"! - Ein unscheinbares, bedeutunsvolles, großes Wort.
Kann man immer alles mit Worten erklären? Kann man durch Worte die Liebe beweisen? Kann man durch Worte das Verlangen der Liebe erfüllen?
Nein, das kann man nicht - denn: Liebe ist nicht nur ein Wort!
Liebe, das sind Worte und Taten! Man sagt einem geliebten Menschen, wie sehr man ihn liebt. Das ist nicht das einzige, was zur Liebe zählt. In der Liebe geht man über alle Grenzen der Verstandes, der Vernunft. Man handelt nach Gefühl, man hört nur auf sein Herz.
Man kann diese Grenzenlosigkeit und diese unbeschreiblichen Gefühle nicht in Worte fassen. Man kann mit Worten nicht alles erklären, nichts beweisen, das Verlangen nicht erfüllen, denn:
Liebe ist nicht nur ein Wort!
Fast voll
11.02.2011 19:40
Und immer wieder dasselbe! Man will den Mund aufmachen und er bleibt zugeklebt. Und je mehr ich darüber nachdenke, warum ich nichts sage, wird der 'Kleber' unfühlbar stärker. Dabei fallen einem die Wörter, Sätze, Reden, Wutausbrüche fast wie Brocken beim Kotzen aus dem Mund.
Doch irgendjemand hat vergessen den Stöpsel zu ziehen um den Dreck wegzuspülen.
Das Fass ist voll! Es platzt und der ganze Dreck klatscht an die anliegenden Fässer, die wie es scheint noch lange nicht voll sind.
Wie viele Fässer hat ein Mensch in seinem Leben?!
Traumphase
11.02.2011 17:01
Kleine Feen in grünleuchtenden samtigen Balettkleidchen tanzen schwebend über dem Wasser des im Mondschein blau glitzerndem Springbrunnen im Park vor meinem Fenster.
Jeden Abend folge ich, mich vorsichtig hinter meines Zimmer Fenster Gardine versteckend, mit begeisternder Spannung diesem lautlosen Spiel. Und jeden Abend fällt es mir auf`s neue auf, daß das Geigenspiel der Grillen , die zum Tanze der Feen einladen, immer deutlicher wahrnehme.
Nun summe ich jeden Abend das süßliche Lied der Feen mit und kann meine Augen nicht abwenden von dem bezauberndem Schauspiel auf dem im Wind leicht rauschendem blau glitzerndem Springbrunnenwasser im Park vor meinem Fenster.
Immer Ich
10.02.2011 12:09
Immer bin ich die Böse. Damit ihr euch wohlfühlt.
Ich habe gewünscht, gehofft, gewartet.
Doch alle wenden sich von mir ab.
Das ist gut so.
Jetzt bin ich mir selbst genug.
Weihnachten in Gefahr
09.02.2011 23:46
Es ist Winter und bald ist nun Weihnachten. Alle Kinder sind ganz aufgeregt, überall stehen Weihnachtsbäume und es duftet lecker nach Plätzchen.
Auch in der Weihnachtswerkstatt vom Weihnachtsmann, wo die Wichtel arbeiten ist viel los. Es gibt Wichtel die Puppen herstellen, andere bauen Autos zusammen oder wieder andere lackieren gerade schöne Holzbausteine.
Doch plötzlich passiert ein Unfall und eine der Maschinen geht kaputt und drei Wichtel werden dabei verletzt. Ein Wichtel hat einen gebrochenen Arm, ein anderer ein gebrochenes Bein und der dritte hat eine Verletzung am Kopf und die drei Wichtel müssen auf die Wichtelkrankenstation.
Gerade an diesem Tag hat der Weihnachtsmann schlechte Laune. Trotzdem möchte er in der Werkstatt gucken, ob alles gut voran geht.
Als der Weihnachtsmann sieht, was passiert ist, wird er wütend. [..]
Alle Tage wieder
08.02.2011 13:47
Manchmal geschehen merkwürdige Dinge, die uns zu schaffen machen und für Abwechslung sorgen. Einige Menschen haben sich angewöhnt, bei jeder Gelegenheit zu meckern. Andere haben das in Kindertagen viel geübte 'Danken' beibehalten. Jedem platzt mal der Kragen. Jeder bedankt sich mal. Aber in welchem Verhältnis? Wenn wir sagen: "Mach' doch, was du willst", sollten wir zu bedenken geben: "Wie es in den Wald hinein schallt, schallt es wieder hinaus."
- Bea's Lachen
Tränen sind ein Geschenk der Natur. Sie lindern unsere Schmerzen. Weil das so ist, sollten wir sparsam damit umgehen. Wir brauchen sie für Notfälle.
Bea war dreizehn Jahre alt, als sie plötzlich mit ihrem Vater allein war. Er hatte sich bisher nicht sonderlich um sie gekümmert. Das änderte sich schlagartig. Er wurde streng. [..]
Des Windes Kind
06.02.2011 12:19
Der Wind wehte über die blaue Bucht mit solch einer Wucht,
dass alles, war es auch noch so klein, nie mehr an seinem Platz würde sein.
Weinend und schluchzend saß da ein Kind, auf den Klippen, her gerannt war es geschwind.
Der Wind flüsterte: ,,Was hast du mein Kind?"
Doch das Kind antwortete nicht, barg nur weinend sein Gesicht.
Da sprach der Wind: ,,Ach, schluchzte doch nicht.
Weine nicht mein Kind, mit dir spreche doch ich, der Wind!
Ich höre dein Kummer, deine Sorgen.
Sie werden sicher vergangen sein bis übermorgen."
Doch das Kind barg nur weiter weinend sein Gesicht.
Nun brauste der Wind so stark, er hob das Kind auf einen Schlag, es flog durch die Luft ganz unbesorgt und für ein paar Stunden waren Kummer und Sorgen fort.
Das Kind es wurde eins mit dem Wind, wurde des Windes Kind.
Es sprach, lachte und sang [..]
Liebeskummer
03.02.2011 05:41
Eva war eine lebenslustige, junge und ungebundene Frau. Als sie Adam sah, war sie gleich begeistert von ihm. Er zog sie förmlich an. Sie versuchte, in seine Nähe zu kommen. Es gelang ihr. Adam war freundlich und höflich, aber zurückhaltend. Doch das gefiel Eva. Sie kamen ins Reden, trafen sich öfter, lernten einander näher kennen. Eva wollte mehr. Sie hatte sich verliebt. Es begann eine leidenschaftliche Affäre.
Eva war glücklich, aber Adam? In seinen Augen sah sie nichts als Schmerz. Liebe ist das Größte, und Eva wollte sie für sich und Adam. Sie wollte das große Glück zu zweit.
Lange überlegte sie, wie sie sich ihm am besten erklären könnte. Sie wollte nicht darauf warten, bis der Schmerz in seinen Augen endlich verschwunden war. Zu gut wußte sie, sowas braucht seine Zeit. Sie wollte ihm [..]
Der Kormoran
02.02.2011 13:33
Mein Name ist Phil Benson, Interpol Agent. Der Fall der mir übertragen wurde war gefährlich. Wenn es Sie interessiert... lesen Sie bitte weiter.
Der Kormoran Der Kormoran ist ein Fisch fressender Schwimmvogel, der meist in Japan gefangen und zum Fischfangen abgerichtet wird. Dem Vogel wird ein Ring um den Hals gelegt, damit er die gefangenen Fische nicht hinunter schlucken kann. Eine dünne Schnur um sein Bein verhindert seine Flucht. Wenn er Fische gefangen hat, wird er an Bord des Bootes gezogen, wo er seine Beute ausspeit. Diese Arbeit muss er so lange verrichten, bis der Mann im Boot genug hat, danach bekommt der Vogel, nachdem ihm der Halsring abgenommen wurde, ebenfalls seinen Anteil.
Norwegen, Trondheim! Bill Connors, der Besitzer eines kleineren Kühlschiffes, blickt auf die Uhr, verdammt, wo bleibt die "Kormoran II", sein Schiff? Es ist [..]
Nutze die Unendlichkeit
01.02.2011 21:40
Jahrtausende vor unserer Zeit, als die Wälder noch keine Namen hatten und unser Volk noch mit den Menschen und Halblingen in Frieden zusammen wohnte wurden in einem verschlafenen Dörfchen in einem Wäldchen nahe der südlichen Küste Faltheriens elfische Zwillinge geboren. Ihre Geburt wurde drei Tage und Nächte gefeiert, wie es Brauch war, denn unter uns Elfen sind Zwillinge sehr selten. Wann immer dies seltene Ereignis geschah, wurde großes von den Geschwistern erwartet, waren sie doch immer mit außergewöhnlichen Talenten gesegnet. Und so wuchsen die zwei Brüder wohlbehütet auf und wurden nach Art des Waldvolkes unterrichtet.
Bereits nach 150 Jahren zeichnete sich ab, dass die Brüder die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen würden, denn beide hatten ihre Talente entdeckt und nutzten sie intensiv, einer malte [..]
Komplementärfarben
31.01.2011 17:05
Die Tür ging auf und Frau Pietsch schielte über ihre Lesebrille hinweg den Eindringling an. Wer wagte es sie in ihrer heiligen Mittagspause zu stören?
Ein kleiner hagerer Mann mit einem Ziegenbärtchen schielte ängstlich um die Ecke. Was er sah schien ihm noch mehr Angst zu machen: eine dicke Frau mit roten Haaren, einer ebensolchen Brille und großen Locken, die ihn aus fast schon hasserfüllten Augen ansah.
Er stellte sich stotternd als Herr Nas vor, der heute seinen ersten Arbeitstag in der Kanzlei hatte und Herrn Schild von Spät suchte.
Ein neuer Arbeitskollege und Frau Pietsch wusste von nichts? Am liebsten hätte sie dieses armselige, in dunkelgrün gekleidete Würmchen eigenhändig herausgeworfen. Erzürnt dass man sie nicht in solch wichtige Angelegenheit eingeweiht hatte stürmte sie von ihrem Stuhl hoch, [..]