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Schöne Figuren aus weichem Lindenholz schnitzen

Die Linde liefert ein weiches Holz, das gut von Hand zu bearbeiten ist. Die Vorteile des Lindesholzes wurden bereits in vergangenen Zeiten von Bildhauern entdeckt und können auch in der heutigen Zeit überzeugen.

Spätgotische Kirchenaltäre weisen häufig eine Kombination aus Eichen- und Lindenholz auf. Das stabile, harte Eichenholz wurde vor allem für tragende Elemente benutzt, während Figuren und Detailarbeiten bevorzugt aus Lindenholz bestehen. Die Materialwahl ist selbstverständlich kein Zufall, denn das Holz der Linde bietet für Bildhauer besonders gute Verarbeitungseigenschaften: Es ist weich genug, um es ohne großen Kraftaufwand per Hand in alle Richtungen zu bearbeiten, gut geschärfte Schnitzmesser gleiten relativ mühelos hindurch. Das Holz reißt selten ein und bietet deshalb auch für Schnitzanfänger gute Bedingungen. Lindenholz ist weiterhin gut geeignet zum Drechseln, wodurch sich weitere interessante Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen.

Die Oberfläche eventueller Standflächen und Konsolen für geschnitzte Figuren, die aus Lindenholz bestehen, kann problemlos mit dem Hobel geglättet werden. Holzverbindungen mit Schrauben beziehungsweise Nägel halten gut. Das Material kann sogar bis zu einem gewissen Grad gebogen werden, eine Technik, die ein versierter Bildhauer gern bei Bedarf nutzt. Ein Nachteil ist die teilweise schlechte Verleimbarkeit, so dass es am besten ist, Figuren in einem Stück herzustellen oder die einzelnen Teile mechanisch zu verbinden. Die Oberflächenbehandlung der fertigen Figur ist hingegen weitgehend unproblematisch: Lindenholz kann mit speziellen, farbigen Beizen behandelt oder lackiert werden. Auch ein Polieren der glatten Holzoberfläche ist möglich.

Es ist ratsam, nur gut durchgetrocknetes Lindenholz zum Schnitzen zu verwenden. Eine aus ungetrocknetem Holz geschnitzte Figur wird stark schwinden, sich verformen und Risse bekommen. Darunter wird auch eine eventuelle Lackierung der Oberfläche leiden, denn sie kann nicht am schwindenden Holz haften bleiben. Eine schollenweise Ablösung des Lacks und Hohlraumbildung sind die Folge. Getrocknetes Lindenholz hingegen ist sehr formstabil, so dass aus diesem Material gefertigte Schnitzwerke viele Jahre bestehen können. Wie die Werke aus dem Mittelalter zeigen, überdauern Lindenholzfiguren sogar die Jahrhunderte, solange sie nicht unter Feuchtigkeitseinwirkung von Pilzen befallen werden. Aufgrund der eher weichen Konsistenz vertragen Schnitzereien aus Linde keine größeren mechanischen Belastungen, wie beispielsweise Stürze oder Schläge. Darum sollte der Transport immer mit großer Vorsicht und entsprechend gepolsterter Verpackung erfolgen.

Kommentare (1)
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Hobbyschnitzer [Gast]
2011-03-15 00:00:00

Ein schöner Artikel.
Wer noch mehr über das Schnitzen erfahren möchte sollte mal die Seite www.hobby-schnitzen.de besuchen. Das Online-Schnitzhandbuch ist kostenlos und werbefrei, man kann sich dort über alle Facetten des Schnitzens informieren. Ein Forum ergänzt das Angebot. Viele Grüsse, Thomas

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